Einhegung des Rechts auf freie Arztwahl anhand des Wirtschaftlichkeitsgebotes

By (author) Nadja Dussel

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Extent: 219 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Schriften zum Gesundheitsrecht

Series volume number: 81

Language: German

Paperback (Published)

(May 2025)

ISBN: 9783428194902

6.18 x 9.17 inches

Price: $89.00

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Das gesetzlich Versicherten zustehende Recht auf freie Arztwahl steht in einem Spannungsverhaltnis zum Wirtschaftlichkeitsgebot des SGB V. Dieses lasst sich insbesondere darauf zuruckfuhren, dass Haus- und Facharzte uberwiegend direkt aufgesucht und behandelnde Leistungserbringer stets gewechselt werden konnen. Die Arbeit untersucht vor diesem Hintergrund Reformoptionen, insbesondere die Einfuhrung von (umfassenden) Uberweisungsvorbehalten zur Steuerung des Zugangs zur Versorgung.


English summary: Containment of the Right to Choose a Doctor on the Basis of the Principle of Economic Efficiency: The right to free choice of doctor is in tension with the economic efficiency requirement of SGB V. This can be attributed in particular to the fact that general practitioners and specialists can predominantly be consulted directly and treating service providers can always be changed. Against this background, the study examines reform options, in particular the introduction of (comprehensive) referral reservations to control access to care. German description: Gesetzlich Versicherten steht gemass 76 Abs. 1 S. 1 SGB V das Recht auf freie Arztwahl zu, welches verfassungsrechtlich durch die allgemeine Handlungsfreiheit und das allgemeine Personlichkeitsrecht abgesichert wird. Die weitreichende Wahlfreiheit der Versicherten steht in einem Spannungsverhaltnis zum Wirtschaftlichkeitsgebot, welches als Grundprinzip fur das gesamte Krankenversicherungsrecht gilt. Dieses lasst sich insbesondere darauf zuruckfuhren, dass Versicherte den haus- und den facharztlichen Versorgungsbereich gleichermassen direkt in Anspruch nehmen und behandelnde Leistungserbringer zudem jederzeit wechseln konnen. Im Rahmen der Regelversorgung hat der Gesetzgeber bislang keinen Weg gefunden, das bestehende Spannungsverhaltnis aufzulosen. Vor diesem Hintergrund befasst sich die Arbeit mit Reformoptionen, insbesondere einer Steuerung des Zugangs gesetzlich Versicherter durch die Etablierung von (umfassenden) Uberweisungsvorbehalten.

1. Grundlagen
Historischer Ursprung – Legitimation des Rechts auf freie Arztwahl – Die freie Arztwahl im System

2. Die freie Arztwahl im SGB V
Umfang des Rechts auf freie Arztwahl – Verfassungsrechtliche Beurteilung der Arztwahlfreiheit – Ausübung der freien Arztwahl

3. Überprüfung der Arztwahlfreiheit am Maßstab des Wirtschaftlichkeitsgebotes
Maßstabsbildung – Unwirtschaftlichkeit der Leistungserbringung – Ansätze zur Einhegung der arztwahlbedingten Unwirtschaftlichkeit – Konsequenzen der weitreichenden Arztwahlfreiheit

4. Entwicklungsperspektiven der Arztwahlfreiheit zur verbesserten Umsetzung des Wirtschaftlichkeitsgebotes
Vergleich zu weiteren leistungserbringerbezogenen Wahlrechten im SGB V – Entwicklungsperspektiven im Rahmen von § 76 SGB V – Verfassungsrechtliche Bewertung der Entwicklungsperspektiven – Ausblick

Zusammenfassung der Ergebnisse

  • By (author) Nadja Dussel

»Aus Sicht der Rezensentin handelt es sich insgesamt um eine sehr lesenswerte Arbeit, die trotz der angeführten kritischen Punkte einen großen Mehrwert für alle hat, die sich mit Fragen der gerechten Verteilung begrenzter finanzieller Mittel in der GKV beschäftigen. Das Werk ist Pflichtlektüre für jeden, der sich an den aktuell geführten rechtspolitischen Debatten beteiligt.« Prof. Dr. Julia Gokel, in: Kranken- und Pflegeversicherung, 1/2026

»Mit ihrer fundierten Analyse und dem klaren Plädoyer für eine strukturelle Neuausrichtung der Patientensteuerung leistet Nadja Dussel einen wegweisenden Beitrag zur aktuellen Debatte um eine gerechtere und ressourcenschonendere Gesundheitsversorgung – und zeigt auf, dass Wirtschaftlichkeit und Patientenwohl keine Gegensätze sein müssen, sondern sich durch kluge Systemgestaltung sinnvoll vereinen lassen.« Michael Schanz, in: Rechtsdepesche, Jg. 22, 4/2025