Die Untreuestrafbarkeit des Vorstands einer Aktiengesellschaft.
By (author) Kristina Nattkemper
Paperback (Published)
(February 2013)
ISBN: 9783428139903
6.18 x 9.17 inches
Price: $145.00
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Die geltende Konzeption der Untreuestrafbarkeit lässt sich mit dem Passus »Vermögensbetreuungspflicht des Vorstands gegenüber der Gesellschaft« zusammenfassen. Die Autorin stellt fest, dass der Verweis auf die Gesellschaft Symptom einer »monistischen«, erwerbswirtschaftliche Aspekte begünstigenden Untreuekonzeption ist. Dies bedürfe aufgrund des Ultima-Ratio-Prinzips des Strafrechts einer Legitimation anhand der rechtlichen oder zumindest wirtschaftlichen Umwelt. Die diesbezügliche Prüfung führt jedoch zu einem negativen Resultat: Die Autorin attestiert dem Aktienrecht insofern einen »blinden Fleck«. Eine monistische Ausrichtung lasse sich ohne eine Verschleifung von Tatbestandsmerkmalen auch originär strafrechtlich nicht ausmachen. Monistische Tendenzen in der wirtschaft(swissenschaft)lichen Umwelt basierten auf einem zunehmend instabilen Paradigma.
Dem setzt die Autorin eine alternative Konzeption entgegen, eine »Vermögensbetreuungspflicht des Vorstands gegenüber dem Unternehmen«, das als komplexes, erhaltenswertes System erfasst wird, das sich auch durch eine »Offenheit« im Hinblick auf die rechtliche und die wirtschaftliche Umwelt auszeichnet.
Die geltende Konzeption der Untreuestrafbarkeit lässt sich mit dem Passus »Vermögensbetreuungspflicht des Vorstands gegenüber der Gesellschaft« zusammenfassen. Kristina Nattkemper stellt fest, dass der Verweis auf die Gesellschaft Symptom einer »monistischen«, erwerbswirtschaftliche Aspekte begünstigenden Untreuekonzeption ist. Dies bedürfe aufgrund des Ultima-Ratio-Prinzips des Strafrechts einer Legitimation anhand der rechtlichen oder zumindest wirtschaftlichen Umwelt. Die diesbezügliche Prüfung führt jedoch zu einem negativen Resultat: Die Autorin attestiert dem Aktienrecht insofern einen »blinden Fleck«. Eine monistische Ausrichtung lasse sich ohne eine Verschleifung von Tatbestandsmerkmalen auch originär strafrechtlich nicht ausmachen. Monistische Tendenzen in der wirtschaft(swissenschaft)lichen Umwelt basierten auf einem zunehmend instabilen Paradigma.
Dem setzt die Autorin eine alternative Konzeption entgegen, eine »Vermögensbetreuungspflicht des Vorstands gegenüber dem Unternehmen«, das als komplexes, erhaltenswertes System erfasst wird, das sich auch durch eine »Offenheit« im Hinblick auf die rechtliche und die wirtschaftliche Umwelt auszeichnet.
Ausgezeichnet mit dem AULINGER-Preis 2012 für eine herausragende Dissertation auf dem Gebiet des Wirtschafts- und Steuerrechts an der Ruhr-Universität Bochum.
Einleitung
Aktiengesellschaft, Publikumsgesellschaft, Großunternehmen, Mitbestimmung – Börsennotierung als notwendige Eigenschaft des Untersuchungsgegenstandes? – Konzentration auf den Treuebruchtatbestand?
1. Strafrechtliche Konzeption der Untreuestrafbarkeit des Vorstands
Erklärungsmodell »Vermögensbetreuungspflicht gegenüber der Gesellschaft« – Gründe, das Erklärungsmodell zu hinterfragen – Gang der weiteren Darstellung
2. Legitimation der strafrechtlichen Konzeption aus der rechtlichen Umwelt
Subsystem Gesellschaftsrecht – Transformation der Begriffe – Monistische Ausrichtung der §§ 76, 93 AktG? – Monistische Grundtendenz des Aktienrechts? – Zwischenergebnis: Blinder Fleck – Subsystem Strafrecht
3. Legitimation der strafrechtlichen Konzeption aus der wirtschaftlichen Umwelt
Zulässigkeit der Übernahme interdisziplinärer Erkenntnisse – Transformation der Begriffe – Legitimation anhand monistischer wirtschaftswissenschaftlicher Ansätze
4. Ergebnisse der Untersuchung – Teil I
5. Vorschlag einer alternativen Konzeption
Prämisse: Vermögensbetreuungspflicht des Vorstands gegenüber dem Unternehmen – Ergebnisse der Untersuchung. Teil II
Literaturverzeichnis
Sachregister
- By (author) Kristina Nattkemper
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