Autonomie und strafrechtlicher Paternalismus.
By (author) Ioannis Gkountis
Paperback (Published)
(March 2011)
ISBN: 9783428135066
6.18 x 9.17 inches
Price: $114.00
Out of stock
Die “öffentliche Kontrolle”, welche den Einzelnen lediglich vor sich selbst schützt, wird als strafrechtlicher Paternalismus bezeichnet. Die paternalistische Doktrin lässt sich in der heutigen liberal konzipierten Strafrechtsordnung kaum rechtfertigen, da sie vor allem die maßgebende Rolle missachtet, welche den als Konstitutionsprinzipien des modernen Rechtsstaates aufzufassenden Werten der individuellen Würde und der freien Selbstbestimmung bei der Feststellung und anschließenden Ausgrenzung dubioser Zwecksetzungen aus dem Schutzfeld des Strafrechts zukommt.
Der Zweck des Strafrechts besteht im Schutz von Rechtsgütern. Ihre Bewahrung stellt den eigentlichen Legitimationsgrund des Strafrechts dar. In den letzten Jahrzehnten wird jedoch die Tendenz des Gesetzgebers beobachtet, strafrechtliche Regelungen zu erlassen, welche nicht die Erhaltung von “wahren” Rechtsgütern ins Zentrum legen, sondern vornehmlich dem Zweck dienen, den “Täter” vor den schädlichen Folgen seines selbstbezogenen – und daher die Interessen Dritter nicht tangierenden – Verhaltens zu bewahren.
Diese Art “öffentlicher Einmischung” in das individuelle Leben, welche den Einzelnen lediglich vor sich selbst schützen will, wird als strafrechtlicher Paternalismus bezeichnet. Die paternalistische Doktrin lässt sich allerdings in der heutigen liberal konzipierten Strafrechtsordnung kaum rechtfertigen, denn sie zieht zu ihrer Legitimation argumentative Topoi heran, die im Rahmen der heutigen strafrechtsdogmatischen Diskussion als höchst problematisch betrachtet werden.
Vor allem missachtet die paternalistische Doktrin die fundamentale kritische Funktion des Rechtsgutbegriffs sowie die maßgebende Rolle, welche den als Konstitutionsprinzipien des modernen Rechtsstaates aufzufassenden Werten der individuellen Würde und der freien Selbstbestimmung bei der Feststellung und anschließenden Ausgrenzung dubioser Zwecksetzungen aus dem Schutzfeld des Strafrechts zukommt.
- By (author) Ioannis Gkountis
Other Titles in this Series
Zur Problematik der Garantenpflichten aus verantwortlicher Stellung in bestimmten Räumlichkeiten.
Zugleich ein Beitrag zur Gefahrenquellenverantwortlichkeit im Rahmen der unechten Unterlassungsdelikte.
Volume 62
Die Zusammenarbeit von Generalbundesanwalt und Bundeskriminalamt bei dem Vorgehen gegen den internationalen Terrorismus.
Volume 239
Erkenntnisgewinn aus konzelierten Daten.
Zur Verpflichtung einer Entschlüsselung kryptografisch gesicherter Daten zum Zwecke der Erkenntnis- und Beweisgewinnung im Strafverfahren.
Volume 220
Die Brandstiftungsdelikte der §§ 306 bis 306c StGB nach dem Sechsten Gesetz zur Reform des Strafrechts.
Volume 138
Strafbarkeit von bildbasierten sexualisierten Belästigungen.
Eine phänomenologische und strafrechtsdogmatische Betrachtung des sog. Image-based sexual abuse.
Volume 403
Strafrechtliche Haftungsrisiken von Mitgliedern des Aufsichtsrats in Aktiengesellschaften bei Compliance-Pflichtverletzungen des Vorstands.
Volume 321
Das Bewußtsein der Fremdexistenz als Voraussetzung für ein Unrechtsbewußtsein.
Eine strafrechtlich-rechtsphilosophische Untersuchung.
Volume 23
Zur Unanwendbarkeit des strafrechtlichen Rückwirkungsverbots im Strafprozeßrecht in dogmenhistorischer Sicht.
Volume 73
Strafe und Prozess im freiheitlichen Rechtsstaat.
Festschrift für Hans-Ullrich Paeffgen zum 70. Geburtstag am 2. Juli 2015.
Volume 280
Abhandlungen zum Strafprozessrecht und zum Strafrecht.
Ausgewählte Aufsätze. Hrsg. von Michael Hettinger.
Volume 252
Erinnerungsstrafrecht.
Eine Neubegründung des Verbots der Holocaustleugnung auf rechtsvergleichender und sozialphilosophischer Grundlage.
Volume 231
Die Zulässigkeit von Außenseitermethoden und die dabei zu beachtenden Sorgfaltspflichten.
Volume 190
Die Legitimität des Verbots der Auslandsbestechung
Zum Rechtsgut einer internationalrechtlich determinierten Rechtsnorm und den Grenzen transnationaler Strafgewalt
Volume 430
Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Computerspielen im Spiegel des § 86a Abs. 1 Nr. 1 StGB und des Jugendmedienschutzes.
Volume 414
Bestrafte Innovation?
Strafrechtliche Verantwortlichkeit für das Inverkehrbringen autonomer cyber-physischer Systeme.
Volume 386
Analogieverbot und Kontinuität.
Entwicklungslinien des strafrechtlichen Analogieverbots seit 1871.
Volume 300
Wahrheitsfindung im Strafprozeß.
unter Mitwirkung psychiatrisch - psychologischer Sachverständiger.
Volume 49
Handlung und Ordnung im Strafrecht.
Grundlagen einer kognitiven Handlungs- und Straftheorie.
Volume 86
Similar Books
Drunk the Potion, No Whit Charmed
The Doctrine of Pure and Perfect Souls from Iamblichus to Damascius
Sitten zwischen Moralphilosophie und Politischer Okonomie am Ende des 18. Jahrhunderts
Mit einer zweisprachigen Edition von Ludwig Heinrich Jakobs Preisschrift Quelles sont les institutions les plus propres a fonder la morale d'un peuple
Ambiguum 10 of Maximus the Confessor in Modern Study
Papers collected on the Occasion of the Budapest Colloquium on Saint Maximus, 3-4 February 2021
Volume 97
Care in an Era of New Technologies and Artificial Intelligence
Relationships in a Connected World
Volume 14
Creation Concepts and Creation Care
Perspectives from Early Judaism, Early Christianity, and Beyond. Kontexte und Normen neutestamentlicher Ethik / Contexts and Norms of New Testament Ethics XVII
Discerning Religious Truth
A Didactic Exposition of the Logic and Epistemology of the Islamic Sciences
Volume 1
Embodied Meaning and Integration
Overcoming the Abstracted Grip on Meaning in Theory and Practice (Volume IV)
Evolutionary Theory and Education
The Influence of Evolutionary Thinking on Educational Theory and Philosophy
Volume 5
Journal of Byzantine Studies, Vol. 74/2024 / Jahrbuch der Osterreichischen Byzantinistik,Band 74/2024
Latin America Replies to Transhumanism
A Symposium on Sorgner’s We Have Always Been Cyborgs
Volume 1
Liberating the Repressed Self among Contemporary Chinese
A Theoretical Study Involving Tu Weiming and Jürgen Moltmann
Volume 41
