Die Sozialadäquanz im Strafrecht.

Rechtsfigur oder Mythos?

By (author) Felix Ruppert

Book cover: Die Sozialadäquanz im Strafrecht.

Extent: 330 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 291

Language: German

Paperback (Published)

(December 2019)

ISBN: 9783428158447

6.18 x 9.17 inches

Price: $114.00

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Die Arbeit behandelt die einerseits mit großer Beliebtheit zur Strafbarkeitsrestriktion herangezogene Sozialadäquanz, welche jedoch andererseits aufgrund deren Unbestimmtheit sowie unklaren Ursprungs entschieden abgelehnt wird. Ergründet wird, inwiefern sich diese Rechtsfigur in das Verbrechenssystem einfügt und worauf sie gründet, wenn sie die Dichotomie von Sein und Sollen wahren, aber dennoch eine gesellschaftliche Bewertung des Handelns in das Strafbarkeitsverdikt aufnehmen soll.


Die Arbeit widmet sich der Rechtsfigur der Sozialadaquanz im Strafrecht, welche wie wohl keine Zweite einerseits zuhauf als Heilsbringer herangezogen, andererseits mindestens ebenso haufig in Ganze abgelehnt wird. Dies verwundert indes nur wenig, wird der Sozialadaquanz doch seitens deren Anhanger seit jeher die Kraft zugestanden, die Strafbarkeit trotz formeller Einschlagigkeit des Tatbestandes einzuschranken, wenn sich die zu beurteilende Handlung im Rahmen der gesellschaftlich bedingten Ordnung des Gemeinschaftslebens bewegt. Damit steht die Rechtsfigur freilich vor dem Spagat, die Vorgaben des Sollens nicht durch die Umstande des Seins zu durchbrechen, letztere aber gleichwohl im Strafbarkeitsverdikt zu berucksichtigen. Daher wird die lebhaft umstrittene Sozialadaquanz auf deren Grundlage sowie Berechtigung im Verbrechenssystem hin untersucht und letztlich auf die Straftheorien zuruckgefuhrt, sodass sie als Rechtsfigur sui generis in Gestalt einer metateleologischen Reduktion begriffen wir

A. Vom Mythos der Sozialadäquanz

B. Entwicklung und Bedeutung der Sozialadäquanz

Anfänge der Lehre – Weitere Rezeption in der Literatur – Rezeption in der Rechtsprechung – Rezeption in der Gesetzgebung – Fazit

C. Bisherige Lösungsansätze zur Dogmatik der Sozialadäquanz

Begründung – Verortung – Kriterien

D. Eigener Lösungsansatz zur Dogmatik der Sozialadäquanz

Begründung – Verortung – Kriterien – Fazit

E. Ausgewählte Anwendungsfälle der Sozialadäquanz

Infektion mit Krankheiten – Teilnahme an Sportwettbewerben – Moderner Massenverkehr – Beleidigungsfreie Sphäre – Alltägliche Handlungen und Strafvereitelung – Bestechung

F. Zusammenfassung

Dogmatik – Funktionen – Vom Mythos zur Rechtsfigur

Literatur- und Stichwortverzeichnis

  • By (author) Felix Ruppert

Review - German Ruppert hat eine schone Studie zu einer theoretischen Grundfrage des Strafrechts und des Strafrechtssystems vorgelegt, wobei er die praktisch relevanten Auswirkungen seiner Thesen nicht aus dem Blick verloren hat. Jeder, der mit der sozialen Adaquanz arbeitet, wird diese mit Gewinn zur Hand nehmen. Prof. Dr. Henning Rosenau, in: Zeitschrift fur Internationale Strafrechtsdogmatik, 7-8/2021Insofern ist die Dissertation nicht nur fur den Rechtsdogmatiker, sondern auch fur den Rechtspolitiker (dem sie besonders ans Herz gelegt wird) von grossem Interesse. Hasso Lieber, in: Richter ohne Robe, 1/2020

»Ruppert hat eine schöne Studie zu einer theoretischen Grundfrage des Strafrechts und des Strafrechtssystems vorgelegt, wobei er die praktisch relevanten Auswirkungen seiner Thesen nicht aus dem Blick verloren hat. Jeder, der mit der sozialen Adäquanz arbeitet, wird diese mit Gewinn zur Hand nehmen.« Prof. Dr. Henning Rosenau, in: Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik, 7-8/2021

»Insofern ist die Dissertation nicht nur für den Rechtsdogmatiker, sondern auch für den Rechtspolitiker (dem sie besonders ans Herz gelegt wird) von großem Interesse.« Hasso Lieber, in: Richter ohne Robe, 1/2020