Die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Anbietern (innerhalb) sozialer Netzwerke

Zugleich ein Beitrag zum Allgemeinen Teil des Medienstrafrechts

By (author) Maximilian Nussbaum

Book cover: Die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Anbietern (innerhalb) sozialer Netzwerke

Extent: 583 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law, Technical Sciences: Computer Science, Engineering, IT, & Math

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 330

Language: German

Paperback (Published)

(April 2025)

ISBN: 9783428194735

6.18 x 9.17 inches

Price: $164.00

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Die Arbeit untersucht die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Anbietern sozialer Netzwerke und entwickelt Ansatze zur Relationierung straf- und medienrechtlicher Wertungen. Im Fokus stehen die dogmatische Einordnung von Anreizarchitekturen sozialer Netzwerke und die erweiterte Verantwortlichkeit von sog. Anbietern nachgelagerter Ordnung. Durch die abstrakte Analyse digitaler Kommunikationscharakteristika wird versucht, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Medienstrafrechtsdogmatik zu leisten.


English summary: The Criminal Liability of Providers of and within Social Networks. At the Same Time a Contribution to the General Part of Media Criminal Law: The study examines the criminal liability of social network providers and develops approaches to relate criminal and media law assessments. The focus is on the doctrinal classification of incentive architectures in social networks and the extended liability of so-called providers of downstream order. By conducting an abstract analysis of the characteristics of digital communication, the study aims to contribute to the further development of the dogmatics of media criminal law. German description: Die Arbeit untersucht die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Anbietern sozialer Netzwerke sowie Anbietern nachgelagerter Ordnungen (z.B. Gruppenadministratoren, Profilseitennutzer etc.). Dafur werden technische Architekturen sozialer Netzwerke analysiert und ihre Rolle bei der Forderung von (strafrechtswidriger) Kommunikation bewertet. Im Zentrum der Arbeit stehen Zurechnungsfragen in der digitalen Sphare. Beleuchtet werden unter anderem die objektive und subjektive Zurechnung, mogliche Beteiligungs- und Verhaltensformen sowie Garantenpflichten. Es werden digitale Kommunikationsmerkmale (Permanenz, Beherrschbarkeit, Distanz, Neutralitat und Multifunktionalitat) auf ihre Relevanz fur strafrechtliche und medienrechtliche Fragestellungen untersucht und erste Losungen fur deren Integration in bestehende Dogmen entwickelt. Dadurch sollen Impulse zur Entwicklung einer Allgemeinen Medienstrafrechtsdogmatik und Anknupfungspunkte fur strafrechtliche Diskussionen jenseits der Plattformverantwortlichkeit geboten werden.Ausgezeichnet mit dem Fakultatspreis der Juristischen Fakultat der Leibniz Universitat Hannover 2025

1. Phänomenologische Grundlagen
Begriff, Funktionen und Ordnung sozialer Netzwerke – Soziale Netzwerke als Ort und kriminogener Faktor aggressiver Kommunikation

2. (Außer-)Strafrechtliche Vorfragen
Telemedienrechtliche Grenzen einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit – Selektion strafrechtlich relevanten Verhaltens

3. Die Verantwortlichkeit der Anbieter (innerhalb) sozialer Netzwerke nach strafrechtlichen Grundsätzen
Strafrechtswidrig ausgerichtete Angebote – Strafrechtswidrige Inhalte als ›digitale Altlasten‹ in neutral ausgerichteten Angeboten

  • By (author) Maximilian Nussbaum

»Insgesamt handelt es sich um einen wichtigen Beitrag zum Medienstrafrecht, der durch dogmatische Tiefe, methodische Sorgfalt und hohe Praxisrelevanz besticht. Die Lektüre ist allen zu empfehlen, die sich mit der Regulierung sozialer Netzwerke an der Schnittstelle von Unionsrecht und nationalem Strafrecht befassen.« Prof. Dr. Martin Paul Waßmer, in: Kriminalpolitische Zeitschrift, 3/2026

»Das vom Autor vorgelegte Werk beeindruckt durch seine Komplexität und die methodische Verknüpfung bestehender sowie neuartiger rechtswissenschaftlicher Fragestellungen angesichts längst etablierter globaler digitaler Kommunikationsräume. Der analytischen Tiefe sollte der Leser nicht ohne Fokussierung und eine Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit Kommunikationsdelikten in sozialen Netzwerken begegnen.« Christian Bliesener, in: Goltdammer´s Archiv für Strafrecht, 3/2026

»In der Gesamtschau verwundert es nicht, dass die Arbeit von Nussbaum mit dem Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover ausgezeichnet wurde. Die äußerst detaillierte Herangehensweise legt innovative Lösungsansätze offen, die gewissermaßen ›frischen Wind‹ in die mitunter etwas festgefahrene Diskussion bringen. Dies gilt allen voran mit Blick auf das zugrunde gelegte Ordnungsmodell, das die digitale Wirklichkeit auch strafrechtlich greifbar macht. Ein Gesichtspunkt sei schließlich hervorgehoben: Die Untersuchung verknüpft allgemeine strafrechtliche Fragen in eindrucksvoller Weise mit den Besonderheiten sozialer Netzwerke und zeichnet gerade deshalb ein in sich stimmiges Gesamtbild. Wer sich intensiv mit der strafrechtlichen Plattformverantwortlichkeit befasst, wird um das Buch nicht herumkommen.« Dr. Samuel Strauß, in: Zeitschrift für Internationale Strafrechtswissenschaft, 5/2025