Das Geheimnis der Geheimnisse

Die arabischen und deutschen Fassungen des pseudo-aristotelischen Sirr al-asrar / Secretum secretorum

by Regula Forster

Book cover: Das Geheimnis der Geheimnisse

Extent: 344 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Literary Studies, Medieval Studies

Series: Wissensliteratur im Mittelalter

Series volume number: 43

Language: German

(Hardback) (Out of print)

(February 2006)

ISBN: 9783895004957

Price: $53.00

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Das pseudo-aristotelische “Sirr al-asrar” / “Secretum secretorum” gehort zu den einflussreichsten Texten des Mittelalters. Der inhaltlich ausserst vielfaltige Text (Furstenlehre, Medizin, Kriegsfuhrung, Alchemie etc.) entstand im 10. Jahrhundert in arabischer Sprache und wurde seit dem 12. Jahrhundert in verschiedene orientalische und europaische Sprachen ubersetzt. Zwei lateinische Ubersetzungen begrunden die volkssprachliche Tradition in Europa.Um die ganze inhaltliche Spannweite des “Sirr al-asrar” / “Secretum secretorum” abzudecken, unterzieht die Autorin die arabische Langfassung einer exemplarischen Inhaltsanalyse, die den heterogenen Aufbau des Werkes aufzeigt. Erortert wird zudem die Frage nach der Gattungszugehorigkeit der arabischen Texte, insbesondere auf Grund von Rezeption und Mituberlieferung. Dabei zeigt sich, dass der Text wegen seiner inhaltlichen Disparatheit und seines Konglomeratcharakters nicht eindeutig einer literarischen Gattung zugeordnet werden kann. Die beiden lateinischen Ubersetzungen werden nur insoweit behandelt, als ihre Kenntnis fur die Beurteilung der davon abhangigen deutschen Ubersetzungen relevant ist. Das Hauptaugenmerk liegt auf den deutschen Ubersetzungen der lateinischen Fassungen: Untersucht werden neunzehn deutsche Texte aus der Zeit zwischen der ersten Halfte des 13. und dem Ende des 15. Jahrhunderts. Wahrend die bisherige Forschung die deutschen Fassungen nur partiell zur Kenntnis nahm, wird hier ein moglichst breiter Uberblick geboten, meist mit Hilfe einer Autopsie der Handschriften; drei Fassungen werden im Anhang erstmals ediert. Fur die einzelnen Fassungen werden jeweils Datierung und Lokalisierung sowie die erhaltenen Handschriften, deren Mituberlieferung und mogliche Rezeption und schliesslich die Eigenheiten der Kompilation und Ubersetzungstechnik eruiert, so dass den diskutierten Texten je ein individuelles Profil zugeschrieben werden kann. Regula Forsters Arbeit ist ein Beitrag zur Textgeschichte im Allgemeinen und zur Fachprosaforschung im Besonderen. Untersucht wird, wie an sich unoriginelle Inhalte zu einem neuen, als solches originellen Ganzen kombiniert werden (wobei vor allem die Fiktion, es handle sich um ein Sendschreiben des Aristoteles fur Alexander den Grossen, den Text zusammenhalt), wie die Texte von ihren zeitgenossischen Lesern rezipiert wurden und welchen literarischen Gattungen sie zuzurechnen sind.

  • By (author) Regula Forster

"Review - German ""Die Arbeit analysiert zunachst die arabischen Versionen des ""Sirr al-asrar"" und beschreibt dabei die einzelnen inhaltlichen Komponenten dieses Buches. Dem folgt dann in einem kurzen Kapitel die Darstellung der lateinischen Ubersetzungen des Textes, die relativ kurzfristig nach der Entstehung des ursprunglich arabischen Werks erfolgt sein mussen. Den zweiten umfanglichen Teil macht dann die Behandlung der Vielzahl der deutschen Versionen des ""secretum secretorum"" aus. Dabei wird deutlich, wie sehr die verschiedenartigen Interessen der Ubersetzer und nicht zuletzt auch der moglichen Leser die Form und den Inhalt dieses Werks bestimmt haben. All das wird mit grosster Akribie und philologischer Kompetenz beschrieben und analysiert. Die Vfn. weist darauf hin, dass noch langst nicht alle orientalischen Handschriften und europaischen Ubersetzungen bekannt sind, also noch mit einigen Uberraschungen bei der Auswertung dieses bemerkenswerten Buches des arabischen Mittelalters zu rechnen ist. Dennoch darf festgehalten werden, dass hier ein sehr uberzeugendes, hoch gelehrtes Buch zu einem komplexen Thema vorliegt, das fur die weitere Befassung mit diesem pseudo-aristotelischen Text richtungsweisend bleiben wird.""In: Orientalistische Literaturzeitung. 102 (2007) 4-5. Sp. 538-539.---------------------------------""Re