Hof – Universität – Laien
Literatur- und sprachgeschichtliche Untersuchungen zum deutschen Schrifttum der Wiener Schule des Spätmittelalters
By (author) Klaus Wolf
Hardback (Published)
(February 2007)
ISBN: 9783895005404
6.69 x 9.45 inches
Price: $74.00
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This study shows the late-medieval Vienna School as a whole for the first time. Whereas scholars until recently have focussed upon German theological writings of the Viennese University, the book of Klaus Wolf is dealing with all four Viennese Faculties: the faculties of the arts, of medicine, of law, and of theology.
English description: This study shows the late-medieval Vienna School as a whole for the first time. Whereas scholars until recently have focussed upon German theological writings of the Viennese University, the book of Klaus Wolf is dealing with all four Viennese Faculties: the faculties of the arts, of medicine, of law, and of theology. German description: An der von Erzherzog Rudolf IV. 1365 gegrundeten Wiener Universitat, entstanden auf habsburgische Initiative volkssprachliche Schriften zur Vermittlung des Hochschulwissens aller vier Fakultaten an den gebildeten Laien. Das Schrifttum der Wiener Schule erzielte weit uber Wien hinaus eine beachtliche Wirkung im suddeutschen Raum. Klaus Wolf versucht, das Gesamtfeld der Wiener Schule abzustecken und die bisherige Verengung der germanistischen Forschung auf Texte der Frommigkeitstheologie aufzubrechen. Untersucht werden daher auch Schriften allgemein wissenschaftlichen Inhalts. Durch diese erweiterte Sicht konnen Begriff, Umfang, zeitliche Erstreckung, Zielsetzung und Entstehungsursachen der Wiener Schule klarer gefasst werden.
- By (author) Klaus Wolf
"Review - German ""Institutionengeschichte, Literaturwissenschaft,Theologie und diachronische Sprachwissenschaft bilden die disziplinaren Saulen, auf denen die Habilitationsschrift von Klaus Wolf ruht. Im Unterschied zur ausschliesslich religiose Belehrung und Erbauung universitatstheologischer Herkunft fokussierenden bisherigen Forschung strebt die Schrift Wolfs eine erweiterteBestimmung der spatmittelalterlichen Wiener Schule an, welche im engeren Sinne als ""Produzentin und Distributorin deutscher 'Wissensliteratur' universitarer Provenienz"" (166) definiert wird. Der erste Hauptteil besteht aus einer Beschreibung der vier Fakultaten (artistische, medizinische, juristische und theologische) sowie von deren Beruhrungspunkten miteinander und einer systematisierenden Analyse der Moglichkeiten von Zugehorigkeit von Gelehrten und Werken zur Wiener Schule (9-184). In ihrer Anfangsphase wird die Universitat Wien unter Einbeziehung folgender Aspekte charakterisiert: a) Textproduktion und -rezeption (lateinisch und deutsch: fur Laien, d. h. illiterati und Analphabeten; die juristische Fakultat unterscheidet sich von den anderen gerade darin, dass aus ihr hauptsachlich lateinisches Schrifttum hervorgegangen ist); b) Praxisbezogenheit der Wissensvermittlung (Kalenderherstellung, Pestforschung, Bekampfung des Aberglaubens, causa reformationis, Pastoration u. v. a.) sowie der multimedialen Prasentation universitaren Wissens (gesprochenes Wort, Wandtafeln, Illuminationen durch die Hofminiatorenwerkstatt, Buchdruck u. a.); c) Disseminationsnetzwerk (bestehend aus den Benediktinerklostern Melk und Tegernsee, den Augustinerchorherrenstiften Klosterneuburg und St. Dorothea zu Wien, Lateinschulen sowie Wiener Absolventen, die im Ausland wirkten) und Beruhrungspunkte mit anderen universitarenLandschaften (Paris, Padua, Prag u. a.); d) ""staatstragender"" Funktion des habsburgischen Hofs und des osterreichischen Adels (als Auftraggeber, Forderer oder Nutzniesser universitaren Wissens). Die Besprechung jeder Fakultat wird mit einem Ausblick in die humanistische Zeit der Wiener Schule gekront, ausser im Fall der Theologie, die gegenuber dem humanistischen Geist immun bleibt, jedoch von der Reformation gelahmt wird.Den Schwerpunkt des zweiten Teils stellen theologische und literaturwissenschaftliche Untersuchungen zur Wiener Frommigkeitstheologie dar (185-256), welchen ein provisorischer Gattungskatalog im ersten Teil vorangeht: Diese differenzierte deskriptive Klassifikation umfasst katechetischen Prosatraktat, lateinische und (ver)deutschte Predigt, Bibelubersetzung, Legendendichtung (als Textebene der Verehrung von habsburgischen Patronen, mit Leopold an der Spitze), geistliche Spiele, Prosa-Fabelsammlungen und Physiologoi, Pilgerberichte, todes- und jenseitsbezogene Gattungen (Contemptus mundi-Literatur, artes moriendi und Visionsliteratur). Im zweiten Teil selbst werden zentrale Aspektedes Wiener frommigkeitstheologischen Schrifttums untersucht: u. a. das Experimentieren mit geeigneten Formen fur die Laienkatechese oder die Entwicklung einer Liebestheologie. Partielle Uberschneidungen sind allerdings anzumerken, z. B. zwischen Kap. 1.2.4 und 2.2.Zehn reprasentative Texte aller Fakultaten der Alma mater rudolphina werden im dritten und letzten Hauptteil (257-363 - wobei die aus der Theologie uberwiegen) sprachhistorisch, d. h. im Bezug auf ihren Beitrag zur Ausbildung der nhd. Schriftsprache bzw. Fachprosa, ausfuhrlich analysiert. Wortschatz, Syntax, Rhetorik, Ubersetzungstechnik und -rechtfertigung sind die Ebenen, auf denen die Analyse durchgefuhrt wird. Die Wahl deutschsprachiger Texte entspricht ausserdemder Auffassung von ""Wiener Schule"" im Sinne einer Produzentin und Distributorin universitaren Wissens fur illiterati, d. h. Laien.Die Habilitationsschrift Wolfs bildet eine hervorragende erste und allgemeine Darstellung der spatmittelalterlichen Wiener Schule unter besonderer Einbeziehung deren spezifischer Leistungen auf dem Gebiet der Frommigkeitstheologie. Das ambitionierte Vorhaben Wolfs positioniert sich trotz einiger Redundanzen als mediavistisch interdisziplinar ausgerichtetes Referenzwerk, dessen Adressatenkreis nicht nur, aber vornehmlich historische Sprachwissenschaftler, Philologen und Theologen umfasst. Doch auch in Medizingeschichte, Antisemitismusforschung, Institutionengeschichte und Germanistik wird man es mit Gewinn lesen.Constanza Cordoni, WienIn: Das Mittelalter. 13 (2008). Heft 2. S. 196-197.--------------------------------------Revie
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„Institutionengeschichte, Literaturwissenschaft,Theologie und diachronische Sprachwissenschaft bilden die disziplinären Säulen, auf denen die Habilitationsschrift von Klaus Wolf ruht. Im Unterschied zur ausschließlich religiöse Belehrung und Erbauung universitätstheologischer Herkunft fokussierenden bisherigen Forschung strebt die Schrift Wolfs eine erweiterte<br/>Bestimmung der spätmittelalterlichen Wiener Schule an, welche im engeren Sinne als „Produzentin und Distributorin deutscher ‚Wissensliteratur‘ universitärer Provenienz“ (166) definiert wird. Der erste Hauptteil besteht aus einer Beschreibung der vier Fakultäten (artistische, medizinische, juristische und theologische) sowie von deren Berührungspunkten miteinander und einer systematisierenden Analyse der Möglichkeiten von Zugehörigkeit von Gelehrten und Werken zur Wiener Schule (9–184). In ihrer Anfangsphase wird die Universität Wien unter Einbeziehung folgender Aspekte charakterisiert: a) Textproduktion und -rezeption (lateinisch und deutsch: für Laien, d. h. illiterati und Analphabeten; die juristische Fakultät unterscheidet sich von den anderen gerade darin, dass aus ihr hauptsächlich lateinisches Schrifttum hervorgegangen ist); b) Praxisbezogenheit der Wissensvermittlung (Kalenderherstellung, Pestforschung, Bekämpfung des Aberglaubens, causa reformationis, Pastoration u. v. a.) sowie der multimedialen Präsentation universitären Wissens (gesprochenes Wort, Wandtafeln, Illuminationen durch die Hofminiatorenwerkstatt, Buchdruck u. a.); c) Disseminationsnetzwerk (bestehend aus den Benediktinerklöstern Melk und Tegernsee, den Augustinerchorherrenstiften Klosterneuburg und St. Dorothea zu Wien, Lateinschulen sowie Wiener Absolventen, die im Ausland wirkten) und Berührungspunkte mit anderen universitären<br/>Landschaften (Paris, Padua, Prag u. a.); d) „staatstragender“ Funktion des habsburgischen Hofs und des österreichischen Adels (als Auftraggeber, Förderer oder Nutznießer universitären Wissens). Die Besprechung jeder Fakultät wird mit einem Ausblick in die humanistische Zeit der Wiener Schule gekrönt, außer im Fall der Theologie, die gegenüber dem humanistischen Geist immun bleibt, jedoch von der Reformation gelähmt wird.<br/>Den Schwerpunkt des zweiten Teils stellen theologische und literaturwissenschaftliche Untersuchungen zur Wiener Frömmigkeitstheologie dar (185–256), welchen ein provisorischer Gattungskatalog im ersten Teil vorangeht: Diese differenzierte deskriptive Klassifikation umfasst katechetischen Prosatraktat, lateinische und (ver)deutschte Predigt, Bibelübersetzung, Legendendichtung (als Textebene der Verehrung von habsburgischen Patronen, mit Leopold an der Spitze), geistliche Spiele, Prosa-Fabelsammlungen und Physiologoi, Pilgerberichte, todes- und jenseitsbezogene Gattungen (Contemptus mundi-Literatur, artes moriendi und Visionsliteratur). Im zweiten Teil selbst werden zentrale Aspekte<br/>des Wiener frömmigkeitstheologischen Schrifttums untersucht: u. a. das Experimentieren mit geeigneten Formen für die Laienkatechese oder die Entwicklung einer Liebestheologie. Partielle Überschneidungen sind allerdings anzumerken, z. B. zwischen Kap. 1.2.4 und 2.2.<br/>Zehn repräsentative Texte aller Fakultäten der Alma mater rudolphina werden im dritten und letzten Hauptteil (257–363 – wobei die aus der Theologie überwiegen) sprachhistorisch, d. h. im Bezug auf ihren Beitrag zur Ausbildung der nhd. Schriftsprache bzw. Fachprosa, ausführlich analysiert. Wortschatz, Syntax, Rhetorik, Übersetzungstechnik und -rechtfertigung sind die Ebenen, auf denen die Analyse durchgeführt wird. Die Wahl deutschsprachiger Texte entspricht außerdem<br/>der Auffassung von „Wiener Schule“ im Sinne einer Produzentin und Distributorin universitären Wissens für illiterati, d. h. Laien.<br/>Die Habilitationsschrift Wolfs bildet eine hervorragende erste und allgemeine Darstellung der spätmittelalterlichen Wiener Schule unter besonderer Einbeziehung deren spezifischer Leistungen auf dem Gebiet der Frömmigkeitstheologie. Das ambitionierte Vorhaben Wolfs positioniert sich trotz einiger Redundanzen als mediävistisch interdisziplinär ausgerichtetes Referenzwerk, dessen Adressatenkreis nicht nur, aber vornehmlich historische Sprachwissenschaftler, Philologen und Theologen umfasst. Doch auch in Medizingeschichte, Antisemitismusforschung, Institutionengeschichte und Germanistik wird man es mit Gewinn lesen.<br/><br/>Constanza Cordoni, Wien<br/><br/>In: Das Mittelalter. 13 (2008). Heft 2. S. 196-197.<br/><br/>--------------------------------------
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„Klaus Wolf hat eine hochwillkommene, wichtige und profunde Studie geliefert, welche unsere Kenntnisse des Schrifttums der Wiener Schule wesentlich erweitert. Dieses Schrifttum hat damit endlich als Ganzes die Aufmerksamkeit erfahren, die es verdient. Weitere einschlägige Forschung ist damit angestoßen und kann auf Wolf aufbauen. Sie wird dann auch die teilweise problematischen literaturtheoretischen und sozialhistorischen Vorgaben sowie so manche etwas voreiligen allgemeinen literaturhistorischen Folgerungen in Wolfs Buch nochmals zu überprüfen haben.“<br/><br/>In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. 138 (2009) Heft 2. S. 243-250.<br/><br/>--------------------------------------<br/><br/>„Das gängige Bild von der Wiener Schule, bislang in der Nachfolge von T. Hohmanns erster grundlegender Zusammenfassung des Themas eng gefasst und auf Übersetzungsliteratur geistlichen Inhalts in Prosa aus dem Umfeld von Universität und Hof in Wien am Ende des 14. und zu Beginn des 15. Jh. eingeengt, wird in der vorliegenden Arbeit bahnbrechend erweitert und überwunden. Mit überzeugenden Argumenten plädiert K. Wolf dafür, dass der Begriff inhaltlich auf Literatur aus den Bereichen der Artes sowie der Medizinischen und Juristischen Fakultät auszudehnen sei. Als Distributionsfaktoren werden neben der Klosterreform vor allem der Augsburger Buchdruck und der Frankfurter Buchhandel in den Vordergrund gerückt. Damit einher geht folgerichtig eine (bisweilen gewagte) zeitliche und personelle Ausweitung der Wiener Schule in die Zeit des Humanismus hinein. (...)<br/>Aus den zahlreichen neuen Ergebnissen leitet K. Wolf zu Recht die Forderung ab, dass die Literatur der Wiener Schule in sprach- und literarhistorischen Arbeiten künftig deutlicher berücksichtigt werden müsste. Seine Untersuchung bietet dazu reichlich Material.“<br/><br/>In: Germanistik. Band 48 (2007). Heft 1-2. S. 230-231.<br/><br/>--------------------------------------<br/><br/>„Es ist der Arbeit gelungen, die Quellenbasis der Wiener Schule um einige signifikante Texte anderer Fakultäten zu erweitern, deren Intentionen zu denen der weiterhin im Mittelpunkt stehenden theologischen Schriften stimmen. Unterschiedlich kann man die Zuweisung der Werke des Münchener Arztes Johannes Hartlieb oder des Ulmer Übersetzers Heinrich Steinhöwel zur Wiener Schule beurteilen; Steinhöwel hat zumindest in Wien studiert, was bei Hartlieb eher unwahrscheinlich ist. Trotzdem läßt sich mit den Texten der Wiener Schule ein Korpus fassen, das in dieser Ausrichtung und in dieser Quantität im Umkreis anderer Hochschulen des deutschsprachigen Raums in dieser Zeit nicht gegeben war. Beeinflußt von Anregungen der älteren Hochschulen Paris und Prag und teils vor dem Hintergrund europäischer Geistesströmungen ist so im Umkreis der Wiener Universität eine spezifische Form staatstragender, um das seelische und körperliche Wohl der gebildeten Laien bemühte volkssprachige Literatur entstanden, die approbiertes Wissen außerhalb der dominierenden Gelehrtensprache Latein zur Verfügung stellte. Die Wiener Schule ist zugleich ein wichtiges Segment der frühen deutschen Universitätsgeschichte und läßt wichtige Funktionen der Hochschule in dieser Zeit außerhalb elitärer Höhenkamm-Wissenschaft erkennen. Desiderat bleibt, wie der Autor zu Recht bemerkt, die Untersuchung der Gegebenheiten an anderen Universitäten der Zeit.“<br/><br/>In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen. band 245 (2008). 2. Halbjahresband. S. 427-430.<br/>
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Other Titles in this Series
Das Geheimnis der Geheimnisse
Die arabischen und deutschen Fassungen des pseudo-aristotelischen »Sirr al-asrar / Secretum secretorum«
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Perspektiven ihrer Erforschung. Kolloquium vom 5. bis 7. Dezember 1985
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Darstellung und Funktionalisierung der Natur in Thomasins von Zerklaere ,Welschem Gast‘, in Freidanks ,Bescheidenheit‘ und in Hugos von Trimberg ,Renner‘
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