»ein teutsch puech machen«
Untersuchungen zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens (Ortolf-Studien 1)
Edited by Gundolf Keil
Hardback (Published)
(April 1993)
ISBN: 9783882265392
6.69 x 9.45 inches
Price: $96.00
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Kein Text mittelhochdeutscher Literatur ist so häufig gelesen worden wie Ortolfs „Arzneibuch“ – und das nicht nur in Deutschland und nicht nur in deutscher Sprache: das literarische Kunstwerk der Medizin stand seit dem 14. Jahrhundert ganz oder in Auszügen auch in lateinischer, italienischer, spanischer, niederländischer sowie dänischer Übertragung zur Verfügung und es wurde aus dem Lateinischen mehrfach ins Deutsche rückübersetzt. Anhand Ortolfs Anweisungen wurden Studenten in die Traumatologie eingeführt, Wundärzte beherzigten den Text und Hans Talhofer, der bedeutende Fechtmeister, notierte die Stellen, um einen Gegner zielgenau treffen zu können. <br/>Entsprechend weit gefächert ist die Wirkungsgeschichte, die im vorliegenden Band nach unterschiedlichen Seiten hin aufgerollt wird. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Ikonographie geschenkt, die, vom „Wundenmann“ ausgehend, den Gesamtbestand der Handschriften-Illustrationen systematisch aufarbeitet. Drei Studien befassen sich mit Ortolfs Stil, seiner Konzeption und den Pseudo-Ortolfica, eine Studie behandelt kontrastiv die niederländische Fachprosa. <br/><br/>
Kein Text mittelhochdeutscher Literatur ist so haufig gelesen worden wie Ortolfs “Arzneibuch” – und das nicht nur in Deutschland und nicht nur in deutscher Sprache: das literarische Kunstwerk der Medizin stand seit dem 14. Jahrhundert ganz oder in Auszugen auch in lateinischer, italienischer, spanischer, niederlandischer sowie danischer Ubertragung zur Verfugung; es wurde aus dem Lateinischen mehrfach ins Deutsche ruckubersetzt, und die Breite seiner Anwendung erhellt aus der Tatsache, dass die Medizinstudenten anhand Ortolfs Anweisungen in die Traumatologie eingefuhrt wurden; dassss die Wundarzte den Text beherzigten; dass Burger ihre Weltsicht aus Ortolf-Versatzstucken zimmerten und dass Hans Talhofer, der bedeutende Fechtmeister, die “membra principalia”aus dem “Arzneibuch” notierte, um einen Gegner zielgenau treffen zu konnen. Entsprechend weit gefachert ist die Wirkungsgeschichte, die im vorliegenden Band nach unterschiedlichen Seiten hin aufgerollt wird: zu den Texten uber Pest und Wunderdrogen, zur Hamatologie, die in Aderlass- und Hamatoskopie-Traktaten vorgefuhrt und bis zur Schwan-geren-Blutschau verfolgt wird; zu den fruhen Krauterbuch-Drucken, zu wundarztlichen Lehrschriften und zur Aufnahme von Textstucken in allgemeinmedizinische Kompendien. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Ikonographie geschenkt, die, vom “Wundenmann” ausgehend, den Gesamtbestand der Handschriften-Illustrationen systematisch aufarbeitet. Drei Studien befassen sich mit Ortolfs Stil, seiner Konzeption und den Pseudo-Ortolfica (Frauenbuchlein, ausgebrannte Wasser, Monatsregeln), eine Studie behandelt kontrastiv die niederlandische Fachprosa. Der mit 17 Beitragen auf 640 Seiten bisher umfangreichste Band der Reihe bietet 16 Textausgaben (darunter einen “Erdol-Schreizettel” sowie den deutschen Jerusalemapfel-Traktat aus Italien) und ist mit 40 – teils ganzseitigen – Abbildungen reich ausgestattet. Drei Register erschliessen den Band.
- Edited by Gundolf Keil
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