Der »Renner« des Hugo von Trimberg

Überlieferung, Quellenabhängigkeit und Struktur einer spätmittelalterlichen Lehrdichtung

By (author) Rudolf Weigand

Book cover: Der »Renner« des Hugo von Trimberg

Extent: 416 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Literary Studies, Medieval Studies

Series: Wissensliteratur im Mittelalter

Language: German

Hardback (Published)

(February 2001)

ISBN: 9783895002021

6.69 x 9.45 inches

Price: $74.00

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Nur von wenigen Dichtungen des Deutschen Mittelalters sind so viele Handschriften erhalten wie vom ,Renner’ des Hugo von Trimberg. Diese lange Zeit von der Forschung vernachlässigete breite Überlieferung wird in der Studie umfassend aufgearbeitet. Dabei ergeben sich auch überraschende Einblicke in Hugos Dichtungstheorie und deren praktischer Umsetzung.


Der ‘Renner’ des Hugo von Trimberg gehort, was die Uberlieferung betrifft, zu den erfolgreichsten Dichtungen des deutschen Mittelalters: In mindestens 64 mittelalterlichen Handschriften sowie der Druckausgabe von 1549 ist das Werk auf uns gekommen. Doch gerade die Uberlieferung dieses umfanglichen moralisierenden Lehrgedichts (24611 Verse) blieb uber Jahrzehnte ein Stiefkind der Forschung. Nur wenige der Handschriften sind bislang grundlich untersucht. Statt dessen bemuhte man sich von verschiedenen Ansatzpunkten her, den Inhalt des Textes und die Gliederungsprinzipien des Autors zu erfassen; die Ergebnisse blieben indes widerspruchlich. Die vorliegende Untersuchung macht es sich zur Aufgabe, Struktur und Aufbau des Gedichts nicht uber nachtraglich postulierte Idealvorstellungen zu bewerten, sondern ausgehend von der breiten und vielfaltigen Uberlieferung den mittelalterlichen Rezeptionsprozess nachzuzeichnen. Auf diesem Weg gelingt es, zu den Gestaltungsidealen des Autors durchzudringen und seine Jahrzehnte dauernde Arbeit am Text in verschiedenen Phasen nachzuvollziehen. Dabei ergeben sich interessante Einblicke in Hugos Dichtungstheorie, sein Verhaltnis zu zeitgenossischen Autoren und seine didaktischen Konzepte. Uber sie erschliessen sich letztlich auch die Ordnungsprinzipien, mittels derer Hugo die enzyklopadische Fulle seiner Inhalte bandigt: Nicht in systematischer Aufgliederung, sondern durch assoziatives Umkreisen vermittelt er seine christliche Lebenslehre.

  • By (author) Rudolf Weigand

„Die Arbeit mußte sich an vielen Stellen notwendigerweise auf exemplarische Analysen beschränken. Dies gilt insbesondere für die Fragen nach den Textformen und ihren Wandlungen, den Quellen und der Quellenverarbeitung, den Rezeptionsmodi und den Illustrationsmustern; schmerzliche Lücken bleiben auch bei der Exzerptüberlieferung und der Rezeption der volkssprachlichen Literatur. Dennoch hat Rudolf Kilian Weigand mit seiner überlieferungs- und textgeschichtlich ausgerichteten Monographie ein tragfähiges Fundament für eine zukünftig intensivere „Renner“-Forschung gelegt. Die literar- und kulturhistorischen Dimensionen der „Renner“-Überlieferung und -Rezeption lassen sich jetzt erstmals in ihrer ganzen Breite zumindest erahnen. Es bleibt zu hoffen, daß Weigands Grundlagenforschung die entsprechenden Früchte tragen wird.“<br/><br/>In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. 133 (2004) 3. S. 396-399.<br/><br/>-----------------------<br/><br/>„Es ist gut, wenn durch Weigands Studie der Blick der Forschung wieder auf die lange vernachlässigte Lehrdichtung gelenkt wird. Das Buch zeigt Forschungsfelder an, die spannend werden könnten: Überlieferung und Bearbeitungsprinzipien, Text-Bild-Beziehungen, die narrative Strukturierung von Großkompositionen über deiktische Hinweise, innertextuelle Verweise und Anlagerung von Material. Gelöst werden konnten die Fragen bei dem überreichen Material und bei dem Blickwinkel des Buches nicht, aber auch das Aufzeigen von Forschungsdesideraten ist ein Verdienst.“<br/><br/>In: Zeitschrift für deutsche Philologie. 123 (2004) 3. S. 439-442.<br/><br/>-----------------------<br/><br/>„L’auteur parvient aussi à préciser quelles furent les sources latines de l’oeuvre, le „Solsequium“ et le „Registrum multorum auctorum“. Le succès de l’oeuvre et sa large diffusion tiennent à son caractère ouvert, qui permit des adaptation très diverses selon les moments, les lieux et les publics.“<br/><br/>In: Kritikon litterarum. 29 (2002). S. 92-93.
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