Gewaltstrategien: Codierung und Inszenierung von Gewalt im vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiel

By (author) Alexandra Weis-Diel

Book cover: Gewaltstrategien: Codierung und Inszenierung von Gewalt im vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtspiel

Extent: 544 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: German Studies, Medieval Studies

Series: Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung

Series volume number: 41.0

Language: German

Hardback (Published)

(October 2018)

ISBN: 9783954903399

Price: $165.00

Out of stock

PDF (Published)

(January 2018)

ISBN: 9783954906154

Price: $138.00

In zahlreichen Fastnachtspielen von Hans Rosenplut und Hans Folz ist Gewalt enorm frequent – das breite Repertoire reicht von Wortdelikten uber physische und sexuelle Gewalt bis hin zu massivem, gewalttatig agierendem Fremdenhass. Auf der Basis eines Gewaltbegriffs, der gleichermassen die Auseinandersetzung mit aktuellen soziologischen Gewalttheorien wie die soziohistorische Dimension, das vormoderne Verstandnis von Gewalt und seine juristische Verankerung im stadtischen Leben des 15. Jahrhunderts, umfasst, identifiziert die Dissertation solche Gewaltmomente im vorreformatorischen Nurnberger Fastnachtspiel und stellt die Frage ins Zentrum, welche Wirkung durch sie erzielt und welche Funktion durch sie verfolgt wird. So eroffnet sich ein neuer Blick auf die Gattung; gleichzeitig bindet die Aktualitat der Gewaltthematik die Untersuchung an einen postmodernen gesellschaftlichen Kontext: Anhand des Nachvollzugs der Gewalterfahrungen von Opfer- und Taterfiguren in den Fastnachtspielen, des Rachebedurfnisses, des Gefuhls von Erniedrigung und Demutigung, des Verlusts von Identitat und innerer Heimat werden Kausalitaten und Funktionsmechanismen spatmittelalterlicher Gewaltstrategien reflektiert, Losungsmodelle in der Mentalitat des 15. Jahrhunderts konfrontieren den heutigen Leser mit der zeitlosen Omniprasenz von Gewalt.

  • By (author) Alexandra Weis-Diel

„Die hier vorliegende Arbeit kann in vielerlei Hinsicht als beeindruckendes Beispiel für die (literatur-)wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gegenständen der Vormoderne betrachtet werden: Wenngleich der schiere umfang der Studie im Verein mit dem auf den ersten Blick etwas sperrig geratenen Titel zunächst sicherlich auf ein breiteres Publikum eher abschreckend wirken mag, stellt sich die Untersuchung bei genauerem Hinsehen doch als bemerkenswert informative, für verschiedene Frageinteressen dienliche, überaus sauber gearbeitete und darüber hinaus aufgrund der präzisen und klaren Sprache stets gut lesbare Abhandlung heraus, die nicht nur eine für die mediävistische Germanistik wesentliche Forschngslücke am Gegenstand der vorreformatorischen Nürnberger Fastnachtsspiele zu schließen vermag, sondern auch für andere an den Nürnberger Zuständen im 15. Jahrhundert interessierte Leser/innen interessante und weiterführende Anregungen enthält.“<br/><br/>Von Viola Wittmann<br/>In: MVGN (Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg) 106 (2019), S. 437 f.