Wege zur Verbindlichkeit
Studien zum deutschen Roman um 1300
By (author) Mathias Herweg
Hardback (Published)
(October 2010)
ISBN: 9783895007255
6.69 x 9.49 inches
Price: $147.00
In stock
English Summary: Ulrich of Etzenbach’s “Wilhelm von Wenden”, Heinrich von Neustadt’s “Apollonius von Tyrland”, Johann von Wurzburg’s “Wilhelm von Osterreich”, and the anonymous “Reinfried von Braunschweig”, and “Lohengrin” exemplify the tradition of medieval German romantic verse around 1300. The book seeks to define the position of these five major novels in their historical context from the perspective of hybrid, historicizing, and particularly encyclopedic narrative detail. The five texts are thereby measured as a literary series that in the wake of the two leading novelists of the later 13th Century, Rudolf von Ems and Konrad von Wurzburg, and in the context of neighboring genres such as ancient novels and verse chronicles, stake out the relationship between fiction and history. An important role is played by the often presented “planning games” coming out of dynastic and royal rule, which often massively undermine the apparent idealism of the protagonists. German Description: Mit Ulrichs von Etzenbach “Wilhelm von Wenden”, Heinrichs von Neustadt “Apollonius von Tyrland”, Johanns von Wurzburg “Wilhelm von Osterreich”, dem anonymen “Reinfried von Braunschweig” und dem “Lohengrin” klingt die Tradition des mittelalterlichen deutschen Versromans um 1300 weitgehend aus. Das Buch sucht die Position dieser funf umfangreichen Romane in der Gattungsgeschichte unter den Leitperspektiven hybriden, historisierenden und namentlich enzyklopadischen Erzahlens genauer zu bestimmen. Die funf Texte werden dabei als literarische Reihe erfasst, die im Gefolge der beiden fuhrenden Epiker des spateren 13. Jahrhunderts, Rudolfs von Ems und Konrads von Wurzburg, und im Kontext benachbarter Genres wie Antikenroman und Verschronistik das Verhaltnis von Fiktion und Geschichte neu abstecken. Eine wichtige Rolle spielen dabei die je prasentierten “Planspiele” dynastischen Herkommens und furstlicher Herrschaft, die die scheinbare Idealitat der Protagonisten nicht selten massiv untergraben.
Mathias Herweg<br/><br/>1991-1997 Studium der Fächer Germanistik/Geschichte an der Universität Würzburg, 1998-2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Würzburger Forschergruppe „Bild des Krieges im Wandel vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit“, 2001 Promotion mit einer Arbeit über die deutsche Geschichtsdichtung des frühen Mittelalters, 2002-2007 Wissenschaftlicher Assistent, 2007 Habilitation und Vertretung der Professur für Mediävistik an der Universität Karlsruhe. Seit 2010 Inhaber der Professur für Mediävistik und Frühneuzeitforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)<br/><br/>Forschungsschwerpunkte: Wissen und Wissenskonstitution in der Vormoderne; Poetologie des deutschen Romans bis zur Frühen Neuzeit; Medienzäsuren und mediale Nostalgien in der Epoche Gutenbergs; Mittelalterkontinuität und Mittelalterrezeption in der Neuzeit<br/>
- By (author) Mathias Herweg
Review - German Mit Ulrichs von Etzenbach "Wilhelm von Wenden", Heinrichs von Neustadt "Apollonius von Tyrland", Johanns von Wurzburg "Wilhelm von Osterreich", dem anonymen "Reinfrit von Braunschweig" und dem "Lohengrin" klingt die Tradition des mittelalterlichen deutschen Versromans um 1300 weitgehend aus. In drei eng aufeinander bezogenen Studien werden diese Texte als Vertreter eines neuen Typus von "Fursten- und Herrschaftsromanen" profiliert, in denen historisierende und enzyklopadisierende Erzahlstrategien konvergieren und der fiktionalen Leitgattung neue Verbindlichkeit zu verschaffen suchen.
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„H. weist mit seiner Studie einen Weg durch den Wust an Informationen, den die hybriden Romane um 1300 bieten, und zeigt deutliche und hinreichende Merkmale auf, die den ,Fürsten- und Herrschaftsroman' als Reihe konstituieren“<br/><br/>Von W. Günther Rohr<br/><br/>In: Das Mittelalter, S. 431-432.<br/>--------------------------------------<br/>„H. weist mit seiner Studie einen Weg durch den Wust an Informationen, den die hybriden Romane um 1300 bieten, und zeigt deutliche und hinreichende Merkmale auf, die den ,Fürsten- und Herrschaftsroman' als Reihe konstituieren.“<br/><br/>Von: W. Günther Rohr<br/><br/>In: Das Mittelalter, Perspektiven mediävistischer Forschung, Zeitschrift des Mediävistenverbandes, Band 19, Heft 2, 2014, S. 431-432.<br/>--------------------------------------<br/>„>Verbindlichkeit< ist als Gegenbegriff zur Fiktion und Fiktionalität entworfen (vgl. etwa S. 18) und meint verschiedene Formen der Anknüpfung an außerliterarische Diskurse, die im Fluchpunkt dessen stehen, was Herweg als >Historisierung< bezeichnet. Drei dieser Diskurse werden Herweg besonders wichtig: der universalhistorisch-heilsgeschichtliche, der enzyklopädische und der zeitgenössisch herrschaftspolitische. (...) Das ist aber nur einer von vielen Denkanstößen, die Mathias Herwegs Buch gibt und die im Rahmen einer Rezenzion in iher Vielfalt kaum angemessen zu würdigen sind. (...) Jedoch ist das Buch genau und umsichtig in der Argumentation und in jeder Hinsicht um Differenzierung bemüht. Es ist - oft ganz beiläufig, bis in die Anmerkungen hinein - markant in der Begriffsbildung, von großer, bisweilen nachgerade enzyklopädisch ausufernder Eloquenz und überdies von stupender Gelehrsamkeit: Man kann es auch als eine Literatur- und Diskursgeschichte des Deutschen Romans im 13. Jahrhundert lesen.“<br/><br/>Dr. Christian Schneider<br/><br/>In: Pbb (2013), Band 135 Heft 1, S. 129-134. <br/>------------------------------------<br/>„Einen Schwerpunkt der Studie bilden die arthurischen Werke. Der Verf. nimmt sie vor dem Hintergrund ihrer historischen Dimension - genus hsitoricum - in den Blick und zeichnet zunächst den Weg der Artuswelt aus der historia in die epische Überformung nach. Aufgeworfen und diskutiert wird die Frage, wie und ob im Rahmen höfisch-arthurischer Fiktion Historizität durchscheint. Die Ergebnisse sind dabei je nach herangezogenen Werken - „Tristan“, „Parzival“, „Wigalois“, „Jüngerer Titurel“, „Prosa-Lancelot“, Chrétiens „Cligès“ - und intendiertem Nutzungshorizont notwendigerweise höchst unterschiedlich bisweilen sogar auf „Irritationen (...) geradezu angelegt“ (121). Der Verf. spricht in diesem Zusammenhang von Historisierung und Hybridisierung.“<br/><br/>Bibliographical Bulletin of the International Arthurian Society. LXIII (2011). S40-41.<br/><br/>-----------------------------------<br/><br/>„Im Zentrum der Monographie (zugl. Univ. Würzburg, Habil.-Schrift, 2007) stehen als Textreihe unter dem Skopus des »Fürsten- und Herrschaftsromans« zwischen ca. 1280 und 1314 der „Lohengrin,“ der „Wilhelm von Wenden“ Ulrichs<br/>von Etzenbach, der „Reinfrit von Braunschweig“, der „Apollonius von Tyrlant“ Heinrichs von Neustadt und der „Wilhelm von Österreich“ Johanns von Würzburg. Darüber hinaus werden, mit Seitenblicken nach Frankreich, nicht nur das zeitgenössische Umfeld der Texte, sondern auch der klassische höfische Roman (mit dem Artusroman im Mittelpunkt), die abseits davon stehenden früheren und mit den Klassikern gleichzeitigen Typen (ein Schlüsseltext: Chrétiens „Cliges“), dann die nachklassische Formierung der Erzählliteratur besonders durch Rudolf von Ems und Konrad von Würzburg wahrgenommen und für die Deutung unter dem Hauptaspekt einer hybridisienden Summierung von Traditionen fruchtbar gemacht, die sich eindeutigen Lehren und einer homogenen Sinnbildung entzieht. Damit wendet sich Herweg von den monolinearen Konzepten einer epigonalen oder als End- und Gipfelpunkt gedachten Entwicklung des späten Versromans ab, um der dynamischen Vielschichtigkeit der Werke und ihrer „Fülle potentieller Rezeptions- und Verstehensweisen“ gerecht zu werden (23). In einem diskursanalytischen Ansatz (68ff.) werden „verschiedene im Historizitätsbegriff konvergierende „Wege zu Verbindlichkeit““ entfaltet (432): 1. Akte des Historisierens (Namen, Quellen, externe Daten) und systematisch in die Narration montierte Raum-Zeit-Konzepte etablieren Bezugsfelder des Geschichtlichen im Rahmen fiktionaler Narrationen. Dies wird in der Fiktionalitätsdebatte mit innovativen Akzenten situiert. 2. Die Enzyklopädisierung und 3. die politisch-dynastische Diskursivierung der Texte werden überzeugend in einer pluralisierenden und problematisierenden Tendenz gelesen. So wird etwa gegen harmonisierende Sichten in „Wilhelm von Wenden“ das Legendarische zurückgestuft und im „Reinfrit“ die Gebrochenheit der Herrscherfigur sowie die Offenheit des Schlusses herausgestellt. Das Buch resümiert und perspektiviert auf höchstem Niveau zahlreiche aktuelle Forschungsparadigmen und ist durch seine methodische wie literarhistorische Brillanz auch retrospektiv für frühere Phasen des mittelalterlichen Versromans erhellend.“<br/><br/> Christoph Huber, Tübingen<br/><br/>In: Germanistik. 52 (2011) Heft 3-4. S. 706-707.<br/><br/>-----------------------------------<br/><br/>“The scope and depth of this study are impressive, even though much of the ground covered here has been dealt with at length in numerous previous studies, including literary histories, such as those by Gervinus (!) and Helmut de Boor. (...)<br/>The wealth of specific observations is impressive, but at closer analysis Herweg does not really reach new shores. Nevertheless, the ultimate comparison with fourteenth-century world chronicles as the new genre that superseded those courtly romances promises to yield new insight. That, however, will be the topic of another study.”<br/><br/>Albrecht Claasen<br/><br/>In: The Medieval Review. 11.10.24 (2011-10)<br/><a target="_blank" href="https://scholarworks.iu.edu/dspace/bitstream/handle/2022/13644/11.10.24.html?sequence=1">https://scholarworks.iu.edu/dspace/bitstream/handle/2022/13644/11.10.24.html?sequence=1</a> (25. Oktober 2011)
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