Die Ingerenz – Voraussetzungen und Rechtsfolgen
Zugleich eine Untersuchung ihrer dogmatischen Begründung
By (author) Daniel Mittelberg
Paperback (Published)
(July 2025)
ISBN: 9783428193561
6.18 x 9.17 inches
Price: $101.00
Out of stock
Die Arbeit untersucht die dogmatische Herleitung der Garantenstellung aus Ingerenz sowie deren Voraussetzungen und Reichweite. Dabei wird die Grundlage der Ingerenz in einem in der Rechtsordnung allgemein anerkannten Folgenbeseitigungsprinzip erblickt und aufgrund dessen Ruckschlusse auf die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens gezogen. Ferner thematisiert die Arbeit den bislang wenig beleuchteten Bereich der Zumutbarkeit der Pflichten aus Ingerenz.
English summary: The Ingerenz – Prerequisites and Legal Consequences. At the Same Time an Examination of its Doctrinal Justification: This investigation contains a discussion of the controversial problem in the field of criminal law, under which conditions an omission can be punished equally to an action. The German Penal Code states for this problem that an omission can be punished equally to an action if someone is legally obligated to hinder the accomplishment of the crime. One of these obligations results from dangerous previous behavior (Ingerenz), which this investigation is dedicated to. German description: Die Frage, wann ein Unterlassen strafrechtlich einem Handeln gleichgestellt ist, stellt sich bildlich als ein gordischer Knoten des allgemeinen Teils des Strafrechts dar. Diese Problematik wird im strafrechtlichen Diskurs im Wesentlichen mit dem Vorliegen einer sog. Garantenstellung gleichgesetzt. Eine solche Garantenstellung kann aus vorangegangenem Verhalten (sog. Ingerenz) entstehen. Ziel der Arbeit ist es, einen Begrundungansatz fur die Ingerenz aufzuzeigen und daraus scharfere Konturen fur deren Voraussetzungen und Rechtsfolgen zu gewinnen. Daniel Mittelberg sieht die Ingerenz als eine strafrechtliche Auspragung des allgemeinen rechtlichen Folgenbeseitigungsprinzips an. Deshalb verlangt er fur eine Ingerenz ein obj. rechtswidriges Vorverhalten und stellt hierfur entgegen der vorherrschenden Ansicht nicht auf eine Vorhersehbarkeit aus Sicht eines obj. Dritten ab. Auf Rechtsfolgenseite wendet er auf die Zumutbarkeit der Befolgung der Ingerenzpflichten den Massstab des 34 StGB an.
1. Dogmatische Begrundung einer Garantenstellung aus Ingerenz Neminem laedere Grundsatz als dogmatische Stutze der Garantenstellung aus Ingerenz - Die formelle Rechtspflichtenlehre - Das Vertrauensprinzip als Grundlage fur die Garantenstellung aus Ingerenz - Ein Ruckgriff auf die soziale Wirklichkeit als Fundament der Begrundung von Garantenstellungen - Der Herrschaftsgedanke als Losung der Gleichstellungsproblematik bei den unechten Unterlassungsdelikten - Ingerenz als Teil der Pflichten kraft Zustandigkeit fur den eigenen Organisationskreis - Interessenabwagung als dogmatische Begrundung der Garantenstellung aus Ingerenz - Eigener Ansatz: Die Garantenstellung aus Ingerenz als Unterfall des Folgenbeseitigungsprinzips 2. Die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens Die verschiedenen moglichen Anforderungen an die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens - Ablehnung des Erfordernisses einer schuldhaften Herbeifuhrung der Gefahr - Erforderlichkeit weiterer Voraussetzungen neben der kausalen Herbeifuhrung der Gefahr - Bestimmung der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens - Fazit - Ausnahmen vom Erfordernis der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens 3. Die Begrenzung der Pflichten aus Ingerenz durch den Zumutbarkeitsgedanken Dogmatische Einordnung der Zumutbarkeit - Der Massstab der Zumutbarkeitsprufung, 1. Dogmatische Begründung einer Garantenstellung
aus Ingerenz
»Neminem laedere« Grundsatz als dogmatische Stütze der Garantenstellung aus Ingerenz
– Die formelle Rechtspflichtenlehre – Das Vertrauensprinzip als Grundlage für die
Garantenstellung aus Ingerenz – Ein Rückgriff auf die soziale Wirklichkeit als
Fundament der Begründung von Garantenstellungen – Der Herrschaftsgedanke als Lösung
der Gleichstellungsproblematik bei den unechten Unterlassungsdelikten – Ingerenz als
Teil der Pflichten kraft Zuständigkeit für den eigenen Organisationskreis –
Interessenabwägung als dogmatische Begründung der Garantenstellung aus Ingerenz –
Eigener Ansatz: Die Garantenstellung aus Ingerenz als Unterfall des
Folgenbeseitigungsprinzips
2. Die rechtliche Qualität des Vorverhaltens
Die verschiedenen möglichen Anforderungen an die rechtliche Qualität des
Vorverhaltens – Ablehnung des Erfordernisses einer schuldhaften Herbeiführung der
Gefahr – Erforderlichkeit weiterer Voraussetzungen neben der kausalen Herbeiführung
der Gefahr – Bestimmung der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens – Fazit – Ausnahmen
vom Erfordernis der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens
3. Die Begrenzung der Pflichten aus Ingerenz durch den Zumutbarkeitsgedanken
Dogmatische Einordnung der Zumutbarkeit – Der Maßstab der Zumutbarkeitsprüfung
- By (author) Daniel Mittelberg
Other Titles in this Series
Eigentumsschutz nach der Realisierung von Zueignungsunrecht.
Eine Neuorientierung im System der Vermögensdelikte.
Volume 66
Strafbarkeit der Organmitglieder einer Aktiengesellschaft wegen treuwidrigen Verhaltens in China.
Unter Berücksichtigung des § 266 StGB im deutschen Recht.
Volume 224
Die Untreuestrafbarkeit von Aufsichtsratsmitgliedern bei der Festsetzung überhöhter Vorstandsvergütungen.
Zugleich ein Beitrag zur rechtlichen Behandlung von Vorstandsvergütungen in deutschen Aktiengesellschaften.
Volume 181
Der Straftatbestand der sexuellen Belästigung in § 184i Abs. 1 StGB
Zugleich ein Beitrag zur Konturierung des sexuellen Selbstbestimmungsrechts
Volume 468
Artificial Intelligence and Legal Issues.
A Review of AI-based Legal Impasses in Terms of Criminal Law.
Volume 406
Die strafrechtlichen Risiken des Mediziners im Rahmen von Präimplantationsdiagnostik und Pränataldiagnostik.
Volume 351
Die strafbefreiende Selbstanzeige gem. § 371 Abs. 1 AO im Rahmen von Mehrpersonenverhältnissen.
Volume 324
Studien zum Gesetzesvorbehalt im Strafrecht.
Eine Einführung in die Problematik des Analogieverbots.
Volume 26
Whistleblowing zwischen Hinweisgeberschutz und Geschäftsgeheimnisschutz
Die Strafbarkeit des Whistleblowers wegen Verletzung von Geschäftsgeheimnissen gem. § 23 GeschGehG unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen dem neuen Hinweisgeberschutz und dem Geschäftsgeheimnisschutz
Volume 478
Die Garantenstellung des Compliance-Officers.
Zugleich ein Beitrag zu den Rahmenbedingungen einer Compliance-Organisation.
Volume 256
Die Arbeit der Großen Strafrechtskommission zum Allgemeinen Teil.
Analytische Betrachtung eines gescheiterten Gesetzgebungsvorhabens am Beispiel der Diskussionen zum Irrtum.
Volume 158
Die Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums nach § 17 StGB im Spiegel der BGH-Rechtsprechung.
Zugleich ein Beitrag zur Analyse latenter richterlicher Wertungen in Entscheidungsgründen.
Volume 120
Haftung aus Nichtverhütung von Straftaten Untergebener in Wirtschaftsunternehmen de lege lata.
Volume 100
Die strafrechtliche Verantwortung von Pressemitarbeitern vor dem Hintergrund des Wandels vom Printjournalismus zur elektronischen Presse
Volume 433
Strafprozessuale Pragmatik und Normdeutung.
Zur Bedeutung von Rechtsfragen bei § 153a StPO. Zugleich ein Beitrag zur normativen Seite des Tatverdachts und zur Legitimation der Einstellung unter Auflagen.
Volume 359
Die Bedeutung von Criminal-Compliance-Maßnahmen für die strafrechtliche und ordnungswidrigkeitenrechtliche Ahndung.
Volume 332
Wertungsprobleme des Begriffs der finalen Handlung
unter besonderer Berücksichtigung der Struktur des menschlichen Verhaltens.
Volume 5
Das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde gegen strafprozessuale Nebenentscheidungen
(§§ 464 Abs. 3 S.1 StPO, 8 Abs. 3 S.1 StrEG).
Volume 37
Similar Books
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Althochdeutsche Stabreimdichtungen
Hildebrandslied, Muspilli und kleinere Denkmaler. Von Grund auf neu ediert, mit Erschliessungshilfen versehen, ubersetzt und eingeleitet von Frank Schafer
Auf Gedeih und Verderb
Die Pestiziddebatte seit dem Kaiserreich zwischen Hunger, Profit und Massenmord
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Die Pfingstbewegung in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus
Kontinuitäten und Diskontinuitäten von der Weimarer Republik bis zur frühen Bundesrepublik
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Protestantische Identitäten und evangelische Texte um 1900
Schriften und Biografica der Pfarrer Julius Antonius, Julius Ergenzinger, Alfred Formey, Cornelius Wilkens und Paul von Zimmermann. Unter Mitarbeit von Teresa Emich
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Schadensrecht im Wandel
A Turning Point for Punitive Damages? / Zeitenwende beim Strafschadensersatz? Volume II
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
