Der Tannhäuser

Untersuchungen zur Selbstbezüglichkeit seiner Lyrik und kommentierte Neuedition

By (author) Manuel Mildner

Book cover: Der Tannhäuser

Extent: 333 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: German Studies, Literary Studies, Medieval Studies

Series: Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung

Series volume number: 56.0

Language: German

Hardback (Published)

(February 2023)

ISBN: 9783752006742

Price: $165.00

In stock

PDF (Published)

(February 2023)

ISBN: 9783752002294

Price: $138.00

Tannhäuser has established a very unique profile as an author of 13th century medieval German literature. Not only did he experiment with literary genres and test their limits; his poetry is also defined by complex self-referential patterns. This study on the one hand provides – after a close look on the state of research as well as theoretical approach – a profound interpretation of Tannhäusers uvre that focusses especially on self-referential structures and other kinds of literary references. On the other hand it offers a new edition of Tannhäusers texts that follows modern standards.


Glaubt man den einschlagigen Handbuchern und Monographien, ist Selbstbezuglichkeit, also die Eigenschaft von Kunst und Literatur, auf sich oder Elemente ihrer selbst zu verweisen, ein Phanomen der Moderne. Dass es sich anders verhalt, auch wenn die Literatur des Mittelalters kaum einmal ihre poetische Praxis reflektiert hat, beweist nicht zuletzt diese Untersuchung zum Oeuvre des Tannhausers. Obwohl dessen Werk alle drei lyrischen Register – Leich, Minnesang und Spruchsang – bedient und damit professionelle Vielseitigkeit beweist, zumal der Tannhauser auch als ‘Grenzganger’ zwischen den verschiedenen Registern Gattungsexperimente unternimmt, ist er als Autor von der Forschung bisher oft nur randstandig beachtet worden, was unter anderem der Tatsache geschuldet sein mag, dass er bislang nicht in eine der grossen Standardeditionen aufgenommen worden ist. Vor allem aber zeichnet sich seine Lyrik, was bisher so gut wie nicht in den Blick kam, durch eine komplexe Selbstbezuglichkeit aus: Das Spektrum reicht vom schlichten Bezug auf das Singen uber die Reflexion der pragmatischen Bedingungen fur die Kunst bis zum parodistischen Spiel mit Gattungsmustern. Die vorliegende Studie mochte zum einen systematisch Typen und Funktionen der Selbstbezuglichkeit in der Lyrik des Tannhausers herausarbeiten und damit einen Beitrag zur Poetik der ‘nachklassischen’ Lyrik leisten, zum anderen erarbeitet sie, nach einem forschungs- und begriffsgeschichtlichen Abriss, ein operationalisierbares theoretisches Fundament fur die nachfolgenden Untersuchungen. Drittens bietet sie, da die bisherigen Ausgaben modernen Anspruchen nur unzureichend genugen, die Texte der Handschrift C wie auch das ubrige Werk in einer neuen kommentierten Edition an einem Ort versammelt dar.

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