Das Brixener Passionsspiel 1551 im Kontext seiner Zeit

Edition – Kommentar – Analyse

By (author) Martin Fischer

Book cover: Das Brixener Passionsspiel 1551 im Kontext seiner Zeit

Hardback (Published)

(April 2016)

ISBN: 9783954901487

Price: $147.00

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(January 2016)

ISBN: 9783954908301

Price: $123.00

This series, which will comprise doctoral and professorial dissertations and other monographs as well as collective volumes, aims at highlighting and promoting interdisciplinarity in Medieval Studies even more than is currently the case. Works from all branches of Medieval Studies will be accepted, provided they emphasise the aspect of interdisciplinarity, i.e. they attempt to transgress the boundaries of any single subject.


In den letzten beiden Jahrzehnten nahm die mediavistische Forschung zum geistlichen Spiel des Mittelalters und der Fruhen Neuzeit einen ungeahnten Aufschwung. Dennoch stellen fur einige Spiele, insbesondere des Sudtiroler Raumes, immer noch Editionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts die einzig verfugbare Textgrundlage dar, was in der Folge auch zum Ausbleiben einschlagiger Untersuchungen zu diesem Bereich gefuhrt hat. Im Rahmen der vorliegenden Studie wird das Brixener Passionsspiel 1551 erstmals vollstandig und nach aktuellen editorischen Massstaben ediert. Damit stehen nun Text und Melodien in einer verlasslichen Edition auch anderen mediavistischen Disziplinen, wie etwa den Musik- und Theaterwissenschaften, der Judaistik und den Geschichtswissenschaften, zur Verfugung. Nach einer ausfuhrlichen Beschreibung der Handschrift F.B.575 wird das Brixener Passionsspiel im Kontext der Tiroler Spieletradition verortet und mit Blick auf mogliche Vorlagen bezuglich des medialen Status seiner Uberlieferung untersucht. Die literarischen Inszenierungsstrategien, Aspekte der Performativitat sowie das literarische und historische Umfeld stehen im Zentrum des Analyseteils, wobei in der Verknupfung von szenisch-dramatischer und theologisch-liturgischer Deutung des Geschehens Konturen der Spielintention sichtbar werden, die neben der Unterweisung im christlichen Glauben und der Heilssicherung wohl vorrangig in der Belehrung und Erbauung des (stadtischen) Publikums bestand, an dessen Mitgefuhl (compassio) durch die Veranschaulichung der Passion Jesu appelliert wurde. In diesem Zusammenhang ist im Vergleich zu den meisten anderen Passionsspielen der Tiroler Spielegruppe sowohl die hohe Zahl als auch die deutlich negative Darstellung der auftretenden Juden auffallig, was moglicherweise in direktem Zusammenhang mit der Politik Maximilians I. stehen konnte.

  • By (author) Martin Fischer

„Die Studie (zugl. Univ. Bamberg, Diss., 2015) schließt eine Forschungslücke, denn das Brixener Passionspiel vom Jahr 1551 lag bisher nur in einer auch methodisch überholten Teiledition des 19. Jahrhunderts vor. Die nun erstellte handschriftennahe und auf Untersuchungen der bairischen Schreibart gegründeten Ausgabe liefert zusammen mit Quellenangaben zu den wichtigsten Szenen endlich einen verlässlichen Text. [...] Hilfreich sind die Hinweise auf Strukturähnlichkeiten und wörtliche Versparralellen in der weiteren Tiroler Passionsspieltradition [...]. Solche Parallelen sollten künftig „analog zur hessischen Spielgrupe“ in die „Anfertigung einer synoptischen Ausgabe der wichtigen Tiroler Spiele“ münden, während die vorl. Ausgabe nicht zuletzt für den „akademischen Unterricht“ (293) gedacht ist.“<br/><br/>Von Klaus Wolf<br/>In: Germanistik 58 (2017) Heft 3/4. S. 825 f.