Gattungsinterferenzen in der spaten Heldendichtung

by Sonja Kerth

Book cover: Gattungsinterferenzen in der spaten Heldendichtung

Extent: 472 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Medieval Studies

Series: Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung

Series volume number: 21

Language: German

Hardback (Published)

(June 2008)

ISBN: 9783895005800

Price: $98.00

In stock

English description: Dietrich von Bern is one of the major heroes in German medieval literature. His fights with giants, dwarves, and dragons were very popular through the 16th century. Poems like the Hildebrandlied or Nibelungenlied describe these heroic challenges. This volume studies the late medieval German heroic epics from several angles: questions of genre, cycle development, meta level and intertextuality. German description: Dietrich von Bern gilt als grosster aller Helden in der deutschen Literatur des Mittelalters. Die Geschichten uber seine Kampfe gegen Recken, Riesen, Zwerge und Drachen fanden bis ins 16. Jahrhundert hinein ein breites Publikum. Mit alten Heldendichtungen wie dem “Hildebrandslied”‘, aber auch dem “Nibelungenlied”, teilen die Texte um Dietrich und seine Recken sowie die Helden Ortnit und Wolfdietrich Themen wie Kampf, Herrschafts- und Gefolgschaftsproblematik. Gleichzeitig offnen sie sich auch anderen Themen, Erzahlmodellen und Heldenkonzeptionen, wie sie insbesondere im hofischen Roman, in der Brautwerbungsdichtung und in den deutschen Chansons de geste zu finden sind. Die Studie untersucht die spaten Heldendichtungen z.B. nach Gattungszugehorigkeit, Zyklusbildung, Metaebene und Intertextualitat. Dabei werden Fragen der Gattungstheorie mit Theoriebausteinen der Intertextualitatstheorie verbunden. Innovativ ist insbesondere die Analyse solcher Verweise, die nicht einzelnen Texten oder Gattungsmustern gelten, sondern Inhalten der mundlichen Uberlieferung, also der Heldensage. Dazu kommt die Einbeziehung des fur die spate Heldendichtung zentralen Aspekts der Fassungsproblematik. Die theoretischen Erkenntnisse werden in zahlreichen Textanalysen im zweiten Teil der Arbeit erprobt.

  • By (author) Sonja Kerth

"Review - German ""Kerths Buch ist eine kenntnisreiche, ungemein fleissige Ausarbeitung dessen, was in Arbeiten von Heinzle, Meyer und anderen auf den Weg gebracht worden war. Hinzu kommen wichtige Neufunde oder es werden neue Akzente gesetzt, z. B. in der Dokumentation der Motivbezuge zwischen Heldenepik und des Pleiers Romanen (...) oder zu ""Wigamur"" und dem Munchener ""Wunderer""-Fragment (S. 46). Bemerkenswert sind die Interpretationen im Anhang (S. 365-377) zu Texten, in denen heroisches Kampfen im Modus der Parodie und Persiflage als sinnlos und grotesk stilisiert wird (""Die Bose Frau"", ""Wachtelmare"", Heinrich Wittenwilers ""Ring""). Und bewundernswert ist die bibliographische Arbeit: Penibel listet das Literaturverzeichnis scheint's alles, was zu Kerths Korpustexten geschrieben ist, Fehler finden sich kaum, das Namen- und Sachregister erschliesst das Buch in vorbildlicher Weise, und uberaus nutzlich ist die Fortfuhrung des Forschungsberichts zur ""spaten Heldendichtung"" von Kerth/Lienert fur die Zeit nach 2000 (...).""Florian KraglIn: Beitrage zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. 133 (2011) 2. S. 363b-369a.------------------------""Kerths Buch bietet einen umfassenden und (auch zum Widerspruch) anregenden Uberblick uber Intertextualitat in der Heldendichtung.""Matthias MeyerIn: Zeitschrift fur deutsches Altertum und deutsche Literatur. 140 (2011) Heft 1. S. 101-106.------------------------""Gegenstand der Bremer Habil-Schrift ist die spate Heldenepik, die als ganzes genommen ein sehr heterogenes Bild abgibt. Dieser Heterogenitat versucht die Arbeit durch die konsequente Anwendung von Versatzstucken aus mehreren Intertextualitatstheorien einerseits gerecht zu werden, um dadurch andererseits ein klareres Bild des Gegenstandes zu gewinnen, als es bislang vorlag. Untersucht werden die historischen und aventiurehaften Dietrichepen, ""Biterolf und Dietleib"" sowie ""Ortnit"" und die ""Wolfdietriche"". In den stets aufeinander bezogenen Einzelinterpretationen werden, methodisch differenziert und an verschiedene Theorieangebote angeschlossen, Fragen gestellt nach Einzeltextreferenzen (was oft die Suche nach Quellen bedeutet), Systemreferenzen (wobei System das Gattungssystem und dessen Regularitaten meint) und Wissensreferenzen (die uber die Ebene des Textes hinausgehen, womit das Problem von moglichen Textverlusten im Raum steht). Das Ergebnis ist, dass die Texte der spaten Heldendichtung alle hyprid und nicht als homogene Gruppe anzusehen sind. Wenn dadurch die Gattungshaftigkeit der Textreihe in Frage gestellt wird, darf man nicht vergessen, dass die Untersuchung von einem klassisch-strikten Gattungsbegriff und entsprechenden Zuweisungen ausgeht, was die Argumentation naturlich recht zirkular macht. Auch wenn das Gesamtergebnis nicht bahnbrechend ist, wird man viele Textbeobachtungen und Interpretationsansatze mit Gewinn konsultieren.""Stephan MullerIn: Germanistik. 51 (2010) 1-2. S. 222-223.------------------------""Gattungsint