Die Ingerenz – Voraussetzungen und Rechtsfolgen

Zugleich eine Untersuchung ihrer dogmatischen Begründung

By (author) Daniel Mittelberg

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Extent: 266 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Schriften zum Strafrecht

Series volume number: 448

Language: German

Paperback (Published)

(July 2025)

ISBN: 9783428193561

6.18 x 9.17 inches

Price: $101.00

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Die Arbeit untersucht die dogmatische Herleitung der Garantenstellung aus Ingerenz sowie deren Voraussetzungen und Reichweite. Dabei wird die Grundlage der Ingerenz in einem in der Rechtsordnung allgemein anerkannten Folgenbeseitigungsprinzip erblickt und aufgrund dessen Ruckschlusse auf die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens gezogen. Ferner thematisiert die Arbeit den bislang wenig beleuchteten Bereich der Zumutbarkeit der Pflichten aus Ingerenz.


English summary: The Ingerenz – Prerequisites and Legal Consequences. At the Same Time an Examination of its Doctrinal Justification: This investigation contains a discussion of the controversial problem in the field of criminal law, under which conditions an omission can be punished equally to an action. The German Penal Code states for this problem that an omission can be punished equally to an action if someone is legally obligated to hinder the accomplishment of the crime. One of these obligations results from dangerous previous behavior (Ingerenz), which this investigation is dedicated to. German description: Die Frage, wann ein Unterlassen strafrechtlich einem Handeln gleichgestellt ist, stellt sich bildlich als ein gordischer Knoten des allgemeinen Teils des Strafrechts dar. Diese Problematik wird im strafrechtlichen Diskurs im Wesentlichen mit dem Vorliegen einer sog. Garantenstellung gleichgesetzt. Eine solche Garantenstellung kann aus vorangegangenem Verhalten (sog. Ingerenz) entstehen. Ziel der Arbeit ist es, einen Begrundungansatz fur die Ingerenz aufzuzeigen und daraus scharfere Konturen fur deren Voraussetzungen und Rechtsfolgen zu gewinnen. Daniel Mittelberg sieht die Ingerenz als eine strafrechtliche Auspragung des allgemeinen rechtlichen Folgenbeseitigungsprinzips an. Deshalb verlangt er fur eine Ingerenz ein obj. rechtswidriges Vorverhalten und stellt hierfur entgegen der vorherrschenden Ansicht nicht auf eine Vorhersehbarkeit aus Sicht eines obj. Dritten ab. Auf Rechtsfolgenseite wendet er auf die Zumutbarkeit der Befolgung der Ingerenzpflichten den Massstab des 34 StGB an.

1. Dogmatische Begrundung einer Garantenstellung aus Ingerenz Neminem laedere Grundsatz als dogmatische Stutze der Garantenstellung aus Ingerenz - Die formelle Rechtspflichtenlehre - Das Vertrauensprinzip als Grundlage fur die Garantenstellung aus Ingerenz - Ein Ruckgriff auf die soziale Wirklichkeit als Fundament der Begrundung von Garantenstellungen - Der Herrschaftsgedanke als Losung der Gleichstellungsproblematik bei den unechten Unterlassungsdelikten - Ingerenz als Teil der Pflichten kraft Zustandigkeit fur den eigenen Organisationskreis - Interessenabwagung als dogmatische Begrundung der Garantenstellung aus Ingerenz - Eigener Ansatz: Die Garantenstellung aus Ingerenz als Unterfall des Folgenbeseitigungsprinzips 2. Die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens Die verschiedenen moglichen Anforderungen an die rechtliche Qualitat des Vorverhaltens - Ablehnung des Erfordernisses einer schuldhaften Herbeifuhrung der Gefahr - Erforderlichkeit weiterer Voraussetzungen neben der kausalen Herbeifuhrung der Gefahr - Bestimmung der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens - Fazit - Ausnahmen vom Erfordernis der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens 3. Die Begrenzung der Pflichten aus Ingerenz durch den Zumutbarkeitsgedanken Dogmatische Einordnung der Zumutbarkeit - Der Massstab der Zumutbarkeitsprufung, 1. Dogmatische Begründung einer Garantenstellung
aus Ingerenz
»Neminem laedere« Grundsatz als dogmatische Stütze der Garantenstellung aus Ingerenz
– Die formelle Rechtspflichtenlehre – Das Vertrauensprinzip als Grundlage für die
Garantenstellung aus Ingerenz – Ein Rückgriff auf die soziale Wirklichkeit als
Fundament der Begründung von Garantenstellungen – Der Herrschaftsgedanke als Lösung
der Gleichstellungsproblematik bei den unechten Unterlassungsdelikten – Ingerenz als
Teil der Pflichten kraft Zuständigkeit für den eigenen Organisationskreis –
Interessenabwägung als dogmatische Begründung der Garantenstellung aus Ingerenz –
Eigener Ansatz: Die Garantenstellung aus Ingerenz als Unterfall des
Folgenbeseitigungsprinzips

2. Die rechtliche Qualität des Vorverhaltens
Die verschiedenen möglichen Anforderungen an die rechtliche Qualität des
Vorverhaltens – Ablehnung des Erfordernisses einer schuldhaften Herbeiführung der
Gefahr – Erforderlichkeit weiterer Voraussetzungen neben der kausalen Herbeiführung
der Gefahr – Bestimmung der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens – Fazit – Ausnahmen
vom Erfordernis der Rechtswidrigkeit des Vorverhaltens

3. Die Begrenzung der Pflichten aus Ingerenz durch den Zumutbarkeitsgedanken
Dogmatische Einordnung der Zumutbarkeit – Der Maßstab der Zumutbarkeitsprüfung

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