Zustimmung als negatives Tatbestandsmerkmal.
Dekonstruktion der Zweiteilungslehre und Rekonstruktion einer einheitlichen Zustimmungsdogmatik unter besonderer Berücksichtigung subjektiver Wirksamkeitshindernisse.
By (author) Sascha Holznagel
Paperback (Published)
(April 2019)
ISBN: 9783428156726
6.18 x 9.17 inches
Price: $164.00
In stock
Die traditionelle Unterscheidung zwischen Einwilligung und Einverständnis ist weder dogmatisch begründbar noch praktisch durchführbar. Auf der Grundlage einer differenzierten, den Interpersonalbezug berücksichtigenden Unrechtslehre ist eine einheitliche Zustimmungsdogmatik zu entwickeln. Für die Behandlung von Entscheidungsdefiziten bzw. sog. Willensmängeln ist das Unwirksamkeitsurteil von der normativen, die Verantwortungsbereiche abgrenzenden Zurechnungsfrage zu trennen.
Seit mehr als 60 Jahren unterscheidet die deutsche Strafrechtslehre zwischen Einwilligung und Einverstandnis. Beide Rechtsfiguren entfalten ihre Wirkung auf verschiedenen Deliktsebenen und sind verschieden hohen Anforderungen unterworfen. Diese Zweiteilung der Zustimmung mag zwar der Tradition entsprechen, aber die Arbeit zeigt auf, dass sie weder dogmatisch begrundbar noch praktisch durchfuhrbar ist. Auf der Grundlage einer differenzierten, den Interpersonalbezug berucksichtigenden Unrechtslehre, die sich vom tradierten Rechtsgutsbegriff lost, entwickelt die Arbeit eine einheitliche Zustimmungsdogmatik. Eingehend widmet sich die Darstellung dabei sog. Willensmangeln. Die Losung zur Behandlung solcher Entscheidungsdefizite wird darin gesehen, Unwirksamkeitsurteil und Zurechnungsfrage zu trennen. Letztere erfordert eine normative Abgrenzung der Verantwortungsbereiche, fur welche unter dem Leitgedanken der Entscheidungsherrschaft ein Kriterienkatalog entwickelt wird.
Einleitung
Teil 1: Bestandsaufnahme der Zweiteilungslehre
§ 1 Die Grundlegung durch Geerds: Das Wesen von Einwilligung und Einverständnis – Die Abgrenzung von Einverständnis und Einwilligung – Die Voraussetzungen von Einwilligung und Einverständnis – Zusammenfassung
§ 2 Die ungebrochene Wirkmacht in der Lehre: Die Suche nach Kriterien für eine Zweiteilung – Die Bewertung der Kriterien – Zweierlei Arten der Zustimmung mit zweierlei Voraussetzungen
Teil 2: Dekonstruktion der Zweiteilungslehre
§ 3 Die bisherige Kritik durch die Strafrechtslehre: Fremdkörper im Rechtfertigungssystem – Kein Aussagegehalt aus Sittenwidrigkeit nach § 228 StGB – Die historische Bedingtheit der Zweiteilungslehre – Die widersprüchliche Durchführung der Zweiteilung – Die Relevanz des Streits
§ 4 Die Unmöglichkeit der Durchführung einer Zweiteilung: Zusammenschau der bisherigen Ergebnisse – Auslegung einer Auswahl an Tathandlungen – Ergebnis: Die Unmöglichkeit einer Zweiteilung
Teil 3: Grundlegung des Begriffsverständnisses
§ 5 Das Verständnis von Schutzaufgabe und Unrecht: Was das Strafrecht schützt – Rechte und Rechtsgüter – Wovor das Strafrecht schützt – Unrecht und Rechtsverletzung – Einordnung der Schutzaufgabe in den Deliktsaufbau
Teil 4: Rekonstruktion einer Zustimmungsdogmatik
§ 6 Die Einordnung der Zustimmung in den Deliktsaufbau: Das Verständnis der Zustimmung als Normalität – Das Verhältnis der Zustimmung zum dualistischen Unrechtsbegriff – Vergleich mit ähnlichen Ansätzen aus der Strafrechtslehre – Einwände gegen einen zweistufigen Aufbau von Eingriff und Verletzung – Ergebnis: Die Zustimmung als negatives Tatbestandsmerkmal
§ 7 Die Voraussetzungen der Zustimmung: Zustimmungsbefugnis – Tatbestand der Zustimmung – Wirksamkeit der Zustimmung
§ 8 Die Abgrenzung der Verantwortungsbereiche: Die Ermittlung allgemeiner Wertungskriterien – Konstitutionelles Defizit – Zustimmungsunfähigkeit – Kognitives Defizit – Irrtum – Voluntatives Defizit – Zwangswirkungen
§ 9 Tätervorsatz und Zustimmung: Unkenntnis von einer Zustimmung – Irrige Annahme einer Zustimmung
Zusammenfassung der Thesen
Literaturverzeichnis
Personenregister
Sachwortregister
- By (author) Sascha Holznagel
Other Titles in this Series
Wahrheitsfindung im Strafprozeß.
unter Mitwirkung psychiatrisch - psychologischer Sachverständiger.
Volume 49
Handlung und Ordnung im Strafrecht.
Grundlagen einer kognitiven Handlungs- und Straftheorie.
Volume 86
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort – § 142 StGB.
Reformdiskussionen und Gesetzgebung seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts.
Volume 263
Krise des Strafrechts und der Kriminalwissenschaften?
Tagungsbeiträge eines Symposiums der Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn-Bad Godesberg, veranstaltet vom 1. bis 5. Oktober 2000 in Bamberg.
Volume 129
Die Unterbrechung des Kausalzusammenhanges durch willentliches Dazwischentreten eines Dritten.
Eine dogmengeschichtliche Untersuchung.
Volume 108
Das Problem der Spätabtreibung.
Rechtstatsächliche, rechtsmedizinische und kriminologische Aspekte sowie juristische Lösungsansätze in rechtsvergleichender Perspektive.
Volume 397
Der Zuständigkeitswechsel nach § 126 Abs. 2 Satz 1 Strafprozessordnung.
Die prozessuale Überholung der Haftbeschwerde im Konflikt mit dem Beschleunigungsgrundsatz und dem Recht auf effektiven Rechtsschutz.
Volume 371
Legitimität des § 398a AO im System des privilegierenden Nachtatverhaltens und verfassungsrechtliche Kompatibilität der Norm.
Volume 344
Zum Begriff der Gesetzesumgehung im materiellen Strafrecht und seiner Bedeutung für die praktische Anwendung des Rechts.
Volume 241
Erkenntnisgewinn aus konzelierten Daten.
Zur Verpflichtung einer Entschlüsselung kryptografisch gesicherter Daten zum Zwecke der Erkenntnis- und Beweisgewinnung im Strafverfahren.
Volume 220
Die Brandstiftungsdelikte der §§ 306 bis 306c StGB nach dem Sechsten Gesetz zur Reform des Strafrechts.
Volume 138
Opfer und Institution im Besonderen Teil des Strafrechts.
Grundlagenuntersuchungen zu Straftaten gegen Angehörige einzelner Berufsgruppen unter Berücksichtigung der §§ 114 und 188 StGB.
Volume 408
Der Zugang des Angeklagten zur Verständigung im Strafprozess.
Tatbestand und Rechtsfolge des § 257c Abs. 1 S. 1 StPO und seine Vereinbarkeit mit dem allgemeinen Gleichheitssatz.
Volume 387
Die Tiefe Hirnstimulation im Spiegel strafrechtlicher Schuld.
Eine praktische und theoretische Analyse.
Volume 356
Demokratische Legitimation von Strafverfahren.
Der Öffentlichkeitsgrundsatz gemäß § 169 GVG nach dem EMöGG.
Volume 327
Die Bildberichterstattung über den Angeklagten und der Öffentlichkeitsgrundsatz im Strafverfahren.
Volume 29
Beweisverbote bezüglich der Achtung der Intimsphäre
unter besonderer Berücksichtigung der Grundrechtsproblematik sowie des griechischen Rechts.
Volume 74
Unterlassungsstrafbarkeit in sog. Weiterungsfällen.
Zugleich ein Beitrag zu Legitimität und Grenzen der Garantenstellung aus Ingerenz.
Volume 281
Similar Books
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Volume 6
Althochdeutsche Stabreimdichtungen
Hildebrandslied, Muspilli und kleinere Denkmaler. Von Grund auf neu ediert, mit Erschliessungshilfen versehen, ubersetzt und eingeleitet von Frank Schafer
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Stablecoins und Aufsichtsrecht
Die Regulierung von E-Geld-Token der MiCAR zwischen Buchgeld, E-Geld und Geldmarktfonds
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
Zeugnisverweigerungsrechte in modernen Familienformen
Zur Notwendigkeit einer Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte für Angehörige gemäß § 52 Abs. 1 StPO im Licht des Art. 6 Abs. 1 GG
Carl Hanser Verlag as an intermediary of Polish literature in West Germany between 1945 and 1990
Volume 2
