Mores im klassischen römischen Recht
Eine funktionale Betrachtung. Band 1: Methodische, sprachliche und ideengeschichtliche Grundlagen; mores mit Bindungswirkung. Band 2: Contra bonos mores als ausfüllungsbedürftiger Rechtsbegriff
By (author) Matthias Ehmer
Hardback (Published)
(September 2025)
ISBN: 9783428194124
6.18 x 9.17 inches
Price: $218.00
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Relevanz und Wirkweise der mores im romischen Recht sind seit Langem umstritten. Im Lichte der jungeren Forschung zur Methodik werden aus den juristischen Quellen ihre Funktionen induziert. Unmittelbar binden nur mores, die auf dem Konsens des romischen Volkes beruhen. Andere bedurfen der Anerkennung durch Princeps oder Juristen. Contra bonos mores dient im ediktalen Kontext der Abgrenzung erlaubten und verbotenen Verhaltens, im Ubrigen der Koharenzsicherung in Bezug auf Rechts- und Werteordnung.
English summary: Mores in classical Roman law. A functional reflection. Vol. 1. Methodological, Linguistic and Conceptual-Historical Foundations. Mores with Binding Force. Vol. 2: Contra Bonos Mores as a Legal Term in Need of Concretisation: The relevance and mode of action of mores in Roman law have been disputed for a long time. In the light of recent research on methodology, their functions are induced from the legal sources. Only mores based on the consensus of the Roman people were directly mandatory. Others require recognition by princeps or jurists. Contra bonos mores served, in edictal context, to delimit permitted and prohibited behaviour, otherwise to ensure coherence of decisions with regard to the legal and value system. German description: Relevanz und Wirkweise der mores im romischen Recht sind seit Jahrhunderten umstritten. Bislang wurden stets Sachfragen – etwa nach dem Gewohnheitsrecht – an die Quellen herangetragen. Diese Untersuchung wahlt einen anderen Weg: Im Lichte der jungeren Forschung zur romischen und romanistischen Methodik werden mit wortmonographischem Vollstandigkeitsanspruch aus den juristischen Quellen des klassischen Rechts die Funktionen der mores induziert.Unmittelbare Bindungswirkung entfalten nur wenige als mores bezeichnete Rechtsprinzipien, die auf dem Konsens des romischen Volkes beruhen. Andere mores binden nur kraft Anerkennung durch den Princeps als Lokalrecht oder durch die Juristen als Auslegungsgrundsatz. Contra bonos mores dient im ediktalen Kontext der Abgrenzung erlaubten und verbotenen Verhaltens. Im Ubrigen berufen sich v.a. spatklassische Juristen im Wege kreativer inventio auf das Verdikt, um die Koharenz innerhalb der Rechtsordnung oder zwischen Rechts- und Werteordnung zu sichern.
§ 1 Einleitung
§ 2 Sonderbedeutung
Actio rei uxoriae – Iudicium de moribus – Grenzen der Sonderbedeutung – Ergebnis: Ursprung in der lex Iulia de adulteriis
§ 3 Unmittelbare Bindungswirkung
Theorie – Praxis – Ergebnis
§ 4 Bindungswirkung kraft Anerkennung
Lokalrecht – Auslegung – Hoheitliche Handlungspraxis
§ 5 Ausfüllungsbedürftiger Rechtsbegriff
Methodische Vorbemerkungen: boni mores – gute Sitten – Abgrenzungsfunktion – Kohärenzsicherungsfunktion
§ 6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Literatur und Quellenausgaben
Quellen-, Namen- und Sachverzeichnis
- By (author) Matthias Ehmer
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