Die Rolle des Richters im adversatorischen und im inquisitorischen Beweisverfahren.

Modelltheoretische Ansätze, englisches und deutsches Beweisführungssystem, internationalrechtliche Dimensionen.

By (author) Emmanouil Billis

Book cover: Die Rolle des Richters im adversatorischen und im inquisitorischen Beweisverfahren.

Paperback (Published)

(July 2015)

ISBN: 9783428147571

5.83 x 8.82 inches

Price: $56.00

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Sachlicher Ausgangspunkt der Untersuchung ist die
Unterscheidung zwischen angloamerikanischen und kontinentaleuropäischen
Verfahrenstraditionen sowie die in Praxis und Lehre weitverbreitete Gegenüberstellung
der Begriffe »adversatorisches« und »inquisitorisches« Straf- bzw. Beweisverfahren.
Den Kern der Forschungsarbeit bilden die heuristische Zusammenstellung von extremen
Prozesstypen und die rechtsvergleichende Modellanwendung mit Blick auf das nationale
(englische und deutsche) sowie das internationale (EGMR, IStGH) Straf- und
Beweisverfahrensrecht.


Zur Lösung von sozialen Konflikten müssen Lehre,
Justizpraxis und Rechtspolitik fortwährend für die Bereitstellung von
funktionsfähigen strafprozessualen Mechanismen sorgen. In diesem Kontext und im
Hinblick auf die Entwicklung von Grundlagen für neue (alternative) Prozessformen hat
die rechtsvergleichende Forschung einen besonderen analytischen Wert. Die sinnvolle
Implementierung von Elementen fremder Rechtssysteme auf nationaler Ebene und die
reibungslose Verwirklichung der Ziele der internationalen Strafjustiz setzen ein
wechselseitiges normatives Grundverständnis zwischen den Rechtsordnungen
unterschiedlicher Rechtstraditionen voraus.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Strukturen, die in
nationalen und internationalen Strafrechtssystemen westlicher Prägung zur Aufklärung
eines streitigen Sachverhalts geschaffen werden. Sachlicher Ausgangspunkt der
Untersuchung ist die Unterscheidung zwischen angloamerikanischen und
kontinentaleuropäischen Verfahrenstraditionen sowie die in Praxis und Lehre
weitverbreitete Gegenüberstellung der Begriffe »adversatorisches« und
»inquisitorisches« Straf- bzw. Beweisverfahren, deren einzelne Bestandteile
allerdings bisher nicht in klarer und allgemein anerkannter Weise bestimmt worden
sind.

Der Autor arbeitet die generellen Ideen hinter derartigen schematischen
Gegenüberstellungen in logisch-systematischer Weise auf. Er identifiziert und
beschreibt die determinierenden Elemente der Unterscheidung zwischen Idealtypen des
Strafverfahrens. Diese Vorgehensweise dient zugleich der funktionalen
Rechtsvergleichung als Forschungsmethode. Den Kern der Forschungsarbeit bilden die
heuristische Zusammenstellung von extremen Prozesstypen und die rechtsvergleichende
Modellanwendung mit Blick auf das nationale (englische und deutsche) sowie das
internationale (EGMR, IStGH) Straf- und Beweisverfahrensrecht.

Einleitung

Forschungsgegenstand – Forschungsziele – Forschungsmethoden – Gang der Untersuchung
Teil 1: Strafprozesssysteme und Modelle des Beweisverfahrens

Die westlichen Strafverfahrenssysteme: Einführende vergleichende und
rechtshistorische Betrachtungen – »Adversatorische« und »inquisitorische« Typen des
Straf- und Beweisverfahrens

Teil 2: Rollenverteilung bei der Beweisführung im englischen und im deutschen
Strafprozess

Darstellungs- und Vergleichsrahmen – Das englische Beweisführungssystem – Das
deutsche Beweisführungssystem – Vergleich und Klassifizierung – Bewertung und
rechtspolitische Schlussfolgerungen

Teil 3: Internationalrechtliche Dimensionen

Einleitende Bemerkungen zum Analyserahmen – EMRK: Verfahrensfairness und Prinzip der
»adversarial proceedings« – Die Beweisführung im IStGH-System

Schlusswort – Literaturverzeichnis

  • By (author) Emmanouil Billis

»Angesichts der Bestrebungen (vielleicht auch
Notwendigkeiten) zumindest im (trotz seiner gegenwärtigen Krise) zusammenwachsenden
Europa die gemeinsamen Überzeugungen über die Prinzipien des Strafprozesses in eine
(möglicherweise differenzierte) gemeinsame Prozessordnung zu überführen, hält die
vorliegende Arbeit auch für den Nicht-Juristen einen großen Fundus an Informationen
und Erkenntnissen bereit.« In: Richter ohne Robe, 1/2016