Die Änderung parlamentarischer Geschäftsordnungen im Vorgriff auf politische Konflikte.
Am Beispiel der Änderung der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags vom 12. April 1932.
By (author) Juliane Hoffmann
Paperback (Published)
(October 2018)
ISBN: 9783428155422
6.18 x 9.17 inches
Price: $114.00
Out of stock
Die Arbeit beschäftigt sich mit der spektakulären Geschäftsordnungsänderung 1932 in Preußen als – kurz vor Ende der Wahlperiode – die Bestimmung zur Wahl des Ministerpräsidenten geändert wurde, so dass die NSDAP nach der Landtagswahl nicht den Ministerpräsidenten stellen konnte. Die Autorin analysiert die in der Literatur vertretenen Ansichten und stellt sie in den verfassungsrechtlichen Kontext. Erstmalig erfahren auch die Gerichtsakten des Staatsgerichtshofs eine textanalytische Auswertung.
English summary: The Amendment of the Parliament’s Rules in Advance of Political Conflicts The thesis deals with the spectacular amendment of the parliamentary rules in Prussia 1932 when – shortly before the end of the legislature – the rule for the election of the Prime Minister was changed so that the NSDAP could not appoint the Prime Minister after the elections. The author analyses the positions represented in literature and places them in the constitutional context. For the first time, the files of the State Court are analysed and evaluated. German description: Parlamentarische Geschaftsordnungen werden in der Rechtswissenschaft oft vernachlassigt, obwohl uber den Weg der Geschaftsordnungsanderung haufig politische Machtfragen entschieden werden. Ein spektakularer Fall der Geschaftsordnungsanderung ereignete sich 1932 in Preussen als – kurz vor Ende der Wahlperiode – die Bestimmung zur Wahl des Ministerprasidenten geandert wurde, so dass die NSDAP nach der Landtagswahl nicht den Ministerprasidenten stellen konnte. Die Vorgreiflichkeit wirft Fragen nach der rechtlichen Zulassigkeit der preussischen Geschaftsordnungsanderung auf. Die Autorin hat die in der Literatur vertretenen Ansichten anhand der damaligen Rechtslage analysiert und in den verfassungsrechtlichen Kontext gestellt. Insbesondere setzt sie sich mit der Behauptung Carl Schmitts auseinander, wonach ein Verstoss gegen das Prinzip der gleichen Chance vorlag. Erstmalig erfahren die Gerichtsakten zu Urteilen des Staatsgerichtshofs eine textanalytische Auswertung und Interpretation.
Einleitung A. Historischer Hintergrund Auf dem Weg zur Preussischen Verfassung - Preussische Verfassung vom 30.11.1920 - Politische Lage 1919-1932 - Anderung der Geschaftsordnung des Preussischen Landtags am 12.04.1932 - Preussische Landtagswahl vom 24.04.1932 - Politische Folgen der preussischen Landtagswahl B. Autonomes Parlamentsrecht und geschriebene Geschaftsordnung Grundlegendes - Erlass parlamentarischer Geschaftsordnungen - Anderung und Abweichung von der Geschaftsordnung - Der Grundsatz der Diskontinuitat - Beschlussfassung C. Entscheidungen des Staatsgerichtshofs zur Geschaftsordnungsanderung Verfassungsgerichtsbarkeit in der Weimarer Republik - Entscheidung des Staatsgerichtshofs vom 25.10.1932 zum Preussenschlag - Entscheidung des Staatsgerichtshofs vom 20.12.1932 - Welche Leitlinien lassen sich aus den Urteilen des Staatsgerichtshofs zur Anderung von Geschaftsordnungen bilden? D. Bewertung der staatsrechtlichen Wurdigung der Geschaftsordnungsanderung in der zeitgenossischen Literatur Wiederherstellung des geltenden verfassungsrechtlichen Zustandes - Das parlamentarische Kunststuck- Geschaftsordnungsanderung und das Prinzip der gleichen Chance E. Bewertung der staatsrechtlichen Wurdigung der Geschaftsordnungsanderung in der Literatur der Nachkriegszeit Illegitime Geschaftsordnungsanderung - Politische Erwagungen als verfassungsrechtliches Argument - Geschaftsordnungsanderung und Misstrauensvotum F. Ergebnisse Verfassungsmassigkeit der Anderung der Geschaftsordnung des Preussischen Landtags vom 12. April 1932 - Geschaftsordnungsanderungen im Vorgriff auf politische Konflikte - Rolle der Verfassungsgerichtsbarkeit G. Zusammenfassung Anhang, Quellen- und Literaturverzeichnis Personen- und Sachwortregister, Einleitung
A. Historischer Hintergrund
Auf dem Weg zur Preußischen Verfassung – Preußische Verfassung vom 30.11.1920 – Politische Lage 1919–1932 – Änderung der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags am 12.04.1932 – Preußische Landtagswahl vom 24.04.1932 – Politische Folgen der preußischen Landtagswahl
B. Autonomes Parlamentsrecht und geschriebene Geschäftsordnung
Grundlegendes – Erlass parlamentarischer Geschäftsordnungen – Änderung und Abweichung von der Geschäftsordnung – Der Grundsatz der Diskontinuität – Beschlussfassung
C. Entscheidungen des Staatsgerichtshofs zur Geschäftsordnungsänderung
Verfassungsgerichtsbarkeit in der Weimarer Republik – Entscheidung des Staatsgerichtshofs
vom 25.10.1932 zum »Preußenschlag« – Entscheidung des Staatsgerichtshofs vom 20.12.1932 – Welche Leitlinien lassen sich aus den Urteilen des Staatsgerichtshofs zur Änderung von Geschäftsordnungen bilden?
D. Bewertung der staatsrechtlichen Würdigung der Geschäftsordnungsänderung in der zeitgenössischen Literatur
Wiederherstellung des geltenden verfassungsrechtlichen Zustandes – Das »parlamentarische Kunststück«— Geschäftsordnungsänderung und das Prinzip der gleichen Chance
E. Bewertung der staatsrechtlichen Würdigung der Geschäftsordnungsänderung in der Literatur der Nachkriegszeit
Illegitime Geschäftsordnungsänderung – Politische Erwägungen als verfassungsrechtliches Argument – Geschäftsordnungsänderung und Misstrauensvotum
F. Ergebnisse
Verfassungsmäßigkeit der Änderung der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags vom 12. April 1932 – Geschäftsordnungsänderungen im Vorgriff auf politische Konflikte – Rolle der Verfassungsgerichtsbarkeit
G. Zusammenfassung
Anhang, Quellen- und Literaturverzeichnis
Personen- und Sachwortregister
- By (author) Juliane Hoffmann
Other Titles in this Series
Patrimonialismus und Konstitutionalismus in der Rechts- und Staatstheorie Karl Ludwig von Hallers.
Begründung, Legitimation und Kritik des modernen Staates.
Volume 59
Entstehung, Legitimation und Zukunft der konkreten Normenkontrolle im modernen Verfassungsstaat.
Eine verfassungsgeschichtliche Untersuchung des richterlichen Prüfungsrechts in Deutschland unter Einbeziehung der französischen Entwicklung.
Volume 64
Das Staatsrecht Johann Jakob Mosers (1701 – 1785).
Zur Entstehung des historischen Positivismus in der deutschen Reichspublizistik des 18. Jahrhunderts.
Volume 8
Demokratische Diktatur?
Auslegung und Handhabung des Artikels 48 der Weimarer Verfassung 1919-25.
Volume 43
Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt.
Das Kurfürstentum Hessen in der ersten Ära Hassenpflug 1830 - 1837.
Volume 48
Die deutsche Arbeiterschutzgesetzgebung 1880–1890.
Ein Beitrag zur Entwicklung des sozialen Rechtsstaates.
Volume 31
Politische Rechte des einzelnen in der Naturrechtslehre des 18. Jahrhunderts und in der Staatstheorie des Frühkonstitutionalismus.
Volume 44
Die Legitimität staatlicher Herrschaft.
Eine staatsrechtlich-politische Begriffsgeschichte.
Volume 20
Verfassungskontinuität.
Kontinuitäts- und Diskontinuitätsaussagen der deutschen Verfassungen vom Alten Reich bis 1849.
Volume 89
Reichsständische Repräsentationsformen im 16. Jahrhundert.
Reichstag - Reichskreistag - Reichsdeputationstag.
Volume 33
Der Bayerische Reichskreis (1500 bis 1803).
Strukturen, Geschichte und Bedeutung im Rahmen der Kreisverfassung und der allgemeinen institutionellen Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches.
Volume 52
Der Schwäbische Kreis als Feldherr.
Untersuchungen zur Wehrverfassung des Schwäbischen Reichskreises in der Zeit von 1648 bis 1732.
Volume 21
Moderner Konstitutionalismus.
Entstehung und Ausprägungen. England – Nordamerika – Frankreich – Deutschland – Europa-Europäische Union – Lateinamerika.
Volume 88
Repräsentation.
Studien zur Wort- und Begriffsgeschichte von der Antike bis ins 19. Jahrhundert.
Volume 22
Similar Books
Beyond Sovereign Courts
Agents and Practices in Early Modern Spanish and Habsburg Diplomacy
Volume 3
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Volume 6
Althochdeutsche Stabreimdichtungen
Hildebrandslied, Muspilli und kleinere Denkmaler. Von Grund auf neu ediert, mit Erschliessungshilfen versehen, ubersetzt und eingeleitet von Frank Schafer
Aporien des Geschichtsunterrichts?
Suchbewegungen im Spannungsfeld zwischen Geschichtsdidaktik und Sonderpädagogik
Volume 40
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Figuren des Relationalen
(Queer-)Feministische Perspektiven auf visuelle Kultur, Geschichte und Erinnerungsarbeit bei Walter Benjamin und Alexander Kluge
Volume 8
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
La Suisse, espace privilegie du neoliberalisme / Die Schweiz, ein idealer Nahrboden fur den Neoliberalismus
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Sitten zwischen Moralphilosophie und Politischer Okonomie am Ende des 18. Jahrhunderts
Mit einer zweisprachigen Edition von Ludwig Heinrich Jakobs Preisschrift Quelles sont les institutions les plus propres a fonder la morale d'un peuple
Stablecoins und Aufsichtsrecht
Die Regulierung von E-Geld-Token der MiCAR zwischen Buchgeld, E-Geld und Geldmarktfonds
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
