Der Schutz von Rechtsgütersicherheit als Leitgedanke bei der Auflösung von Lebensnotstandskonstellationen

By (author) Marius Kottmann

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Extent: 452 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 325

Language: German

Paperback (Published)

(November 2024)

ISBN: 9783428193035

6.18 x 9.17 inches

Price: $152.00

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Die Ablehnung der Rechtfertigung aktiver Rettungstotungen in Lebensnotstandskonstellationen geht verbreitet – widerspruchlich – mit der Billigung der Tat einher. Rechtfertigungslosungen kranken teils daran, dass Pramissen der Gegenansicht nicht grundlegend hinterfragt werden. Nur wenn ermittelt wird, weshalb nicht schicksalhaft Bedrohte in Notstandslagen massiv privilegiert werden, kann eine uberzeugende Losung gelingen. Grund hierfur ist der Schutz von Vertrauen bzw. Rechtsgutersicherheit.


English summary: The Protection of the Security of Legal Interests as a Guiding Idea of Necessity in Life-Threatening Situations: The refusal to justify the saving of human lives at the cost of human life is self-contradictory, whenever it is accompanied by the endorsement of such acts. A convincing justification of such acts requires an analysis of the reason for the privileged status of omission opposed to active intervention in constellations of necessity. This reason is the positive effect that the protection of the security of legal interests has on the wellbeing of those who are subject to the law. German description: Noch immer wird die Rechtfertigung aktiver Rettungstotungen Unschuldiger im Lebensnotstand verbreitet kategorisch abgelehnt. Stutzig machen anschliessend uberaus bereitwillig erklarte Zugestandnisse von Straflosigkeit. Teils werden kurz zuvor fur rechtswidrig erklarte Rettungstotungen, in sich widerspruchlich, fur wunschenswert erklart. Rechtfertigungslosungen kranken teils daran, dass unausgesprochene Pramissen der Gegenansicht nicht grundlegend genug hinterfragt werden. Nur wenn ermittelt wird, weshalb ein Unterlassen in Notstandslagen regelmassig deutlich eher gerechtfertigt wird als ein aktives Eingreifen, kann eine uberzeugende Losung gelingen. Metaphysisch gepragte Hybrisargumente, nach denen Schicksal nicht manipuliert werden durfe, liefern keine zufriedenstellende Erklarung. Es ist das schutzenswerte Vertrauen nicht schicksalhaft Bedrohter, von Gefahren fur ihre Rechtsguter verschont zu bleiben, das ihre Privilegierung in Notstandslagen – im Normalfall – rechtfertigt.

I. Einleitung Vorgehensweise - Grundlagen des weiteren Vorgehens II. Die Dirty-Harry-Theorie Burkhard Hirsch - Oliver Lepsius - Zwischenergebnis - Ruckgriff auf die Menschenwurde als blosser Vorwand? - Ralf Poscher - Zweckrationalitat der Theorie im Lebensnotstand - Die Rolle der Menschenwurde III. Kritik an der Dirty-Harry-Theorie Die strafende Variante der Dirty-Harry-Theorie - Die auf Strafe verzichtende Variante der Dirty-Harry-Theorie - Ergebnis IV. Die grundsatzliche Zustandigkeit fur die Hinnahme der Gefahr Der Einwand der Missachtung der Menschenwurde - Die Bedeutung der Zuordnung von grundsatzlicher Zustandigkeit fur die Hinnahme der Gefahr fur den rechtfertigenden Notstand V. Die Legitimation des rechtfertigenden Notstands hinter dem Schleier des Nichtwissens Der Schleier des Nichtwissens - Im strafrechtlichen Kontext geausserte Kritik am kontraktualistischen Ansatz - Das hinter dem Schleier des Nichtwissens konzipierte Notstandsmodell VI. Die Auflosung von Lebensnotstandskonstellationen anhand des rechtfertigenden Notstands In Gefahrengemeinschaftskonstellationen - Ausserhalb von Gefahrengemeinschaftskonstellationen VII. Endergebnis, I. Einleitung
Vorgehensweise – Grundlagen des weiteren Vorgehens

II. Die »Dirty-Harry-Theorie«
Burkhard Hirsch – Oliver Lepsius – Zwischenergebnis – Rückgriff auf die Menschenwürde
als bloßer Vorwand? – Ralf Poscher – Zweckrationalität der Theorie im Lebensnotstand
– Die Rolle der Menschenwürde

III. Kritik an der »Dirty-Harry-Theorie«
Die strafende Variante der »Dirty-Harry-Theorie« – Die auf Strafe verzichtende
Variante der »Dirty-Harry-Theorie« – Ergebnis

IV. Die grundsätzliche Zuständigkeit für die Hinnahme der Gefahr
Der Einwand der Missachtung der Menschenwürde – Die Bedeutung der Zuordnung von
grundsätzlicher Zuständigkeit für die Hinnahme der Gefahr für den rechtfertigenden
Notstand

V. Die Legitimation des rechtfertigenden Notstands hinter dem Schleier des
Nichtwissens
Der Schleier des Nichtwissens – Im strafrechtlichen Kontext geäußerte Kritik am
kontraktualistischen Ansatz – Das hinter dem Schleier des Nichtwissens konzipierte
Notstandsmodell

VI. Die Auflösung von Lebensnotstandskonstellationen anhand des rechtfertigenden
Notstands
In Gefahrengemeinschaftskonstellationen – Außerhalb von
Gefahrengemeinschaftskonstellationen

VII. Endergebnis

  • By (author) Marius Kottmann