Zur Bestimmtheit des Handlungsunwerts von Fahrlassigkeitsdelikten

by Gunnar Duttge

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Extent: 586 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Law

Language: German

Hardback (Published)

(December 2001)

ISBN: 9783161475245

Price: $218.00

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English summary: There is still no actual definition of the concept of negligence in criminal law. Gunnar Duttge gives a precise explanation of the term punishable negligence, thus doing away with all those problems which prevail when applying this term in practice. He develops a completely new standard for punishable negligence which fulfils the increasing demands for a decriminalization of moderately severe negligence and which offers valuable help when legal decisions have to be made and the question is where to draw the important line between a mere accident and a punishable offence. German description: Noch immer liegt der eigentliche Sinngehalt des strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeitsbegriffs im Dunkeln. Festzustellen ist vielmehr ein ‘verwirrender Streitstand’, den die Strafrechtsdogmatik bisher noch nicht in eine auch nur einigermassen zufriedenstellende Konzeption auflosen konnte. Fur die Rechtsanwendung bringt dies schwerwiegende Unsicherheiten mit sich, weil auf der Basis hochst substanzarmer Generalklauseln wie ‘Sorgfaltspflichtverletzung’, ‘Uberschreiten des erlaubten Risikos’ oder ‘Erkennbarkeit der Tatbestandsverwirklichung’ ein jeder auf sich selbst verwiesen bleibt, letztlich die jeweils massgebliche Sorgfaltsregel zu bilden. Gerade fur den Fahrlassigkeitsbegriff, der die untere Grenze der Strafbarkeit markiert, lasst sich ein solcher Befund nicht hinnehmen. Schliesslich ist den rechtsunterworfenen Burgern durch das Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG ( 1 StGB) die notige Voraussehbarkeit der Rechtslage garantiert, damit das Verhalten hiernach eingerichtet und insbesondere das Risiko einer Bestrafung gemieden werden kann.Gunnar Duttge zeigt, dass das Bestimmtheitsgebot auch fur den Bereich strafbarer Fahrlassigkeit einen realistischen Anspruch postuliert. Im Wege einer eingehenden Analyse der Rechtsprechung filtert er als Kern jeder strafrechtlich relevanten Fahrlassigkeit ein sogenanntes ‘Veranlassungsmoment’ heraus, das er mit Hilfe kognitionspsychologischer Erkenntnisse durch ein ‘fahrlassigkeitsspezifisches Merkmalsprofil’ prazisiert und so fur die Rechtsanwendung handhabbar macht. Am Ende steht ein vollig neuartiges Modell strafbarer Fahrlassigkeit, das sich einerseits mit den vermehrt erhobenen Forderungen nach einer Entkriminalisierung selbst der mittleren Fahrlassigkeit trifft. Andererseits bietet es der Rechtspraxis wertvolle Entscheidungshilfen, wenn die fundamentale Grenze zwischen blossem Ungluck und strafbarem Unrecht in Frage steht.

Gunnar Duttge, Geboren 1966; 1987-92 Studium der Rechtswissenschaften in Wurzburg; 1992-94 Referendariat und Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl fur Kriminologie und Strafrecht der Universitat Wurzburg; 1994 Zweites Jur. Staatsexamen; 1995 Promotion; 1995-99 Wiss. Assistent am Lehrstuhl fur Strafrecht und Strafprozessrecht der Ruhr-Universitat Bochum; 2000 Habilitation; seitdem Privatdozent fur Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie; 2000 Hochschuldozenten; derzeit Lehrstuhlvertretung an der Ruhr-Universitat Bochum.

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