Vagheit im Recht: Grenzfälle und fließende Übergänge im Horizont des Rechtsstaats.
By (author) Daniel Gruschke
Paperback (Published)
(January 2014)
ISBN: 9783428142507
6.18 x 9.17 inches
Price: $102.00
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Vorliegende Studie begreift unbestimmte Rechtsbegriffe als semantisch vage Prädikate und zieht Theorien und Resultate der zeitgenössischen Sprachphilosophie für ein genaueres Verständnis dieser Rechtsbegriffe heran. Sie argumentiert, dass die mit Vagheit im Recht verbundenen Probleme rechtsstaatlicher Natur sind, und untersucht vier prominente Theorien semantischer Vagheit daraufhin, was sie zur Lösung oder zumindest Entschärfung der identifizierten Problematik beitragen können.
Daniel Gruschke bezieht zwei Diskussionen aufeinander, die zumeist getrennt geführt werden: die Debatte zu den unbestimmten Rechtsbegriffen in der Rechtswissenschaft, und die in der zeitgenössischen Sprachphilosophie zur semantischen Vagheit von Prädikaten. Sie greift dabei auf die Bestimmung unbestimmter Rechtsbegriffe durch W. Jellinek zurück: Unbestimmte Rechtsbegriffe lassen neben den Fällen, auf die sie zutreffen, und den Fällen, auf die sie nicht zutreffen, ein »Grenzgebiet« zu, in dem ihre Anwendbarkeit unklar ist. Die Grenzen zwischen der Grauzone und den beiden anderen Bereichen verlaufen dabei fließend. Beide Merkmale der unbestimmten Rechtsbegriffe gelten in der zeitgenössischen Philosophie als Kennzeichen vager Prädikate. Der Autor schlägt daher vor, unbestimmte Rechtsbegriffe als semantisch vage Prädikate zu begreifen und die Ergebnisse der Sprachphilosophie für ein genaueres Verständnis dieser Rechtsbegriffe fruchtbar zu machen. Dazu wird zunächst in die Theorie der semantischen Vagheit eingeführt und das Phänomen von anderen Arten sprachlicher Unbestimmtheit abgegrenzt. Die mit Vagheit im Recht verbundene Problematik wird schärfer herausgearbeitet und es wird argumentiert, dass Vagheit Kernforderungen der Rechtsstaatlichkeit berührt, was dem Phänomen seine Brisanz verleiht. Abschließend werden vier prominente Theorien semantischer Vagheit daraufhin untersucht, was sie zur Lösung oder Entschärfung der identifizierten Problematik beitragen können.
Teil I: Vagheit, Recht, Rechtsstaat
A. Einleitung
B. Vagheit: Vagheit von Prädikaten – Höherstufige Vagheit – Das Sorites-Paradoxon – Abgrenzungen und Präzisierungen – Vagheit und Recht
C. Vagheit und Rechtsstaatlichkeit: Lon Fuller: The Morality of Law – Joseph Raz: The Rule of Law and its Virtue – Anforderungen an rechtsstaatliche Rechtsanwendung – Synthese: Eine formale Konzeption der Rule of Law – Vagheit im Recht. Facetten eines Problems
Teil II: Vagheitstheorien und Vagheit im Recht
D. Epistemische Vagheitstheorie: Das Konzept – Probleme – Anwendung im Recht
E. Fuzzy-Logik: Das Konzept – Probleme – Anwendung im Recht
F. Supervaluationismus: Das Konzept – Probleme – Anwendung im Recht
G. Kontextualismus: Das Konzept – Probleme – Anwendung im Recht
H. Auswertung
Literaturverzeichnis
Sachverzeichnis
- By (author) Daniel Gruschke
»Es handelt sich um das Buch eines Philosophen, der seinen Gegenstand Recht voll verstanden hat. Schon das allein wäre eine außergewöhnliche Leistung. Aber gleichzeitig schafft es der Autor, den Juristen das klar zu machen, was sie bisher schon immer getan haben, ohne es ausreichend zu verstehen. Jeder, der über die Bedeutung von Gesetzestexten reden will, muss dieses Buch gelesen haben.« Ralph Christensen, in: Archiv des öffentlichen Rechts, 140/2015
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