Notstand und Strafe.

Grundlinien einer Revision des Schuldbegriffs.

By (author) Alaor Leite

Book cover: Notstand und Strafe.

Extent: 313 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law, Philosophy

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 285

Language: German

Paperback (Published)

(February 2019)

ISBN: 9783428156405

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

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Die Untersuchung entwickelt eine Theorie des entschuldigenden Notstands (§ 35 StGB). Es wird eine Revision des normbezogenen Schuldbegriffs vorgeschlagen: Schuld wird als strafbezogene normative Ansprechbarkeit definiert. Die entschuldigende Notstandslage ist dadurch charakterisiert, dass der Täter die Strafe nur vermeiden kann, indem er ein »angeborenes« Recht (Leib, Leben, Freiheit) aufgibt. Strafe führt aber ihrerseits auch zum Entzug eines angeborenen Rechts. Der Täter kann also das Übel der Strafe nicht vermeiden. Der entschuldigende Notstand erweist sich somit als genuines Schuldproblem.


Die Untersuchung entwickelt eine Theorie des entschuldigenden Notstands ( 35 StGB). Die in der Literatur vorhandenen Begrundungen dieses Rechtsinstituts weisen eine gnadenahnliche Struktur auf und sind letztendlich kollektivistischer Art: Sie verweisen auf die Sozialvertraglichkeit der Entschuldigung des Taters und nicht auf die Rechte der involvierten Personen. Nach einer Auseinandersetzung mit den bisher entwickelten Ansatzen wird eine Revision des normbezogenen Schuldbegriffs vorgeschlagen: Schuld wird als strafbezogene normative Ansprechbarkeit definiert. Die entschuldigende Notstandslage ist dadurch charakterisiert, dass der Tater die Strafe nur vermeiden kann, indem er ein angeborenes Recht aufgibt (Leben, Leib, Freiheit). Strafe fuhrt aber ihrerseits ebenfalls zum Entzug eines angeborenen Rechts. Der Tater kann also das Ubel der Strafe nicht vermeiden. Der entschuldigende Notstand erweist sich somit als genuines Schuldproblem.

A. Einführung

Die positivrechtliche Regelung des § 35 StGB – Die wissenschaftliche Aufgabe: Die Bestimmung des Kerns des entschuldigenden Notstands – Ziel und Gang der Untersuchung

B. Die grundlegenden Probleme: Die Revisionsbedürftigkeit des herrschenden Schuldbegriffs

Methodisches: Rechtsphilosophie und Strafrechtssystem – Vorfrage: Kapitulation der Rechtsordnung? – Die grundsätzliche Unzulänglichkeit des Ausgangspunkts des herrschenden strafrechtlichen Schuldbegriffs – Ein Gedankenexperiment: Das Hinwegdenken des entschuldigenden Notstands

C. Theorie des entschuldigenden Notstands

Die Aufarbeitung des Rechtsstoffes: Die Phänomenologie der Fälle – Die normativen Fragen: Drei Anforderungen an die Theorie des entschuldigenden Notstands – Die Ansätze in der Lehre – Der Notstand, ein Schuldproblem – Grund und Grenzen des entschuldigenden Notstands

D. Der Irrtum beim entschuldigenden Notstand

Zur Relevanz der Problematik – Die ratio der Irrtumsregelung beim entschuldigenden Notstand – Die konkreten dogmatischen Fragen im Bereich des Irrtums beim entschuldigenden Notstand

E. Ergebnisse der Untersuchung

Literatur- und Sachwortverzeichnis

  • By (author) Alaor Leite