Grenzen der Freiheit – Bedingungen des Handelns – Perspektive des Schuldprinzips.

Konsequenzen neurowissenschaftlicher Forschung für das Strafrecht.

By (author) Grischa Detlefsen

Book cover: Grenzen der Freiheit – Bedingungen des Handelns – Perspektive des Schuldprinzips.

Extent: 398 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 177

Language: German

Paperback (Published)

(August 2006)

ISBN: 9783428122127

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Muss sich das Strafrecht in Anbetracht der Erkenntnisse der Hirnforschung grundlegend ?ndern? Muss es auf eines seiner wichtigsten Fundamente, das Schuldprinzip, verzichten, als Schuldstrafrecht sogar abgeschafft werden? Diese Fragen haben in jungster Zeit nicht nur Debatten zwischen namhaften Wissenschaftlern aus den Bereichen der Hirnforschung, der Rechtswissenschaft und der Philosophie ausgelst. Sie sto?en auch in der Gesellschaft insgesamt auf ein breites und vitales Interesse. Diesen Fragen geht die Verfasserin in ihrer Dissertation ausfuhrlich nach. Die Freiheitsannahmen des Schuldprinzips werden aus verfassungsrechtlicher und strafprozessualer Perspektive betrachtet. Ungelste, teils noch kaum wahrgenommene Probleme der sog. “automatisierten Verhaltensweisen” werden strafrechtsdogmatisch analysiert, ihre bisher allenfalls beil?ufige rechtliche Behandlung wird wie die der sog. “Willkurbewegungen” anhand neurowissenschaftlicher Forschungsergebnisse kritisch uberpruft. Diese Erkenntisse best?tigen die Abh?ngigkeit alles mentalen Erlebens des Menschen von neuronalen, also biologischen Vorg?ngen; darauf grundet die Verfasserin ihre ?berlegungen. Ausfuhrlich errtert sie auch die vieldiskutierten “Libet-Experimente”. Die Untersuchung mundet in einem gewissen Dilemma, das freilich als Aufgabe begriffen und formuliert wird: Konsequent zu Ende gedacht, lasse sich das von der Hirnforschung entworfene Menschenbild mit der personalen Schuldzuschreibung des Strafrechts nicht vereinbaren. Man werde die Grundfragen neu behandeln und irgendwann mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben in Einklang bringen mussen, mit denen die Verfasserin bestimmende Elemente des heutigen Strafrechts im Widerspruch sieht. Ausgezeichnet mit dem Joachim-Jungius-Frderpreis der Universit?t Rostock.

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