Einzelfall und Norm

Zur Rolle der Billigkeit in der Rechtsphilosophie der Frühen Neuzeit

By (author) Johann Benedikt Steiger

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Extent: 414 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Philosophy

Series: Recht und Philosophie

Series volume number: 17

Language: German

Hardback (Published)

(March 2025)

ISBN: 9783428194063

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Der rechtsphilosophische Diskurs befasst sich seit der Antike unter dem Begriff der Billigkeit mit der Frage nach der Verhaltnisbestimmung von individuellem Einzelfall und genereller Norm. Die Analyse der Billigkeitsverstandnisse des 16. und 17. Jahrhunderts fordert dabei eine hermeneutische Pragung und eine theologische Legitimation als Kontinuitaten der (autorenspezifisch ausdifferenzierten) Billigkeitsbegriffe sowie Impulse fur den rechtsphilosophischen Diskurs der Gegenwart zutage.


English summary: Individual Case and General Norm: Equity in Early Modern Legal Philosophy: Since antiquity, legal philosophy has addressed the question of the relationship between individual cases and general norms under the concept of equity. An examination of the concept of equity in the 16th and 17th centuries reveals a hermeneutic character and a theological legitimization as continuities of the author-specifically differentiated concepts of equity. These concepts furthermore provide insights relevant for present-day discourses in legal philosophy. German description: Das Verhaltnis von Einzelfall und Norm stellt seit der griechischen Antike eine zentrale Problemfrage der Rechtsphilosophie dar. Der Begriff der Billigkeit (gr. epieikeia, lat. aequitas) verkorpert den Versuch der rechtsmethodischen Beantwortung dieser Problemfrage. Die heterogenen billigkeitsphilosophischen und -theologischen Traditionslinien aus Antike und Mittelalter kulminieren in den verschiedenartig ausdifferenzierten Billigkeitsverstandnissen der Fruhen Neuzeit. Die mit dieser Schrift erstmals vorgelegte epochenubergreifende billigkeitsphilosophische Analyse zeigt – bei allen bestehenden teils deutlichen Differenzen zwischen den untersuchten Autoren – eine ubergreifende hermeneutische Pragung sowie eine theologische Legitimationskontinuitat der fruhneuzeitlichen Billigkeitsverstandnisse. Deren Bedeutung erschopft sich dabei nicht in einer historischen Relevanz, sondern erstreckt sich auf rechtsethische Impulse fur den rechtsphilosophischen Diskurs der Gegenwart. Ausgezeichnet mit dem Dr. Feldbausch-Preis 2024 der Juristenfakultat der Universitat Leipzig.

A. Einleitung
Verortung des rechtsphilosophischen Problems der Billigkeit – Terminologie

B. Grundlagen des Billigkeitsverständnisses der Frühen Neuzeit
Antike Philosophie – Mittelalterliche Theologie und Kirchenrecht – Conclusio

C. Das hermeneutische Billigkeitsverständnis der Frühen Neuzeit unter den Vorzeichen
von Reformation und sog. Älterem Naturrecht
Begriff und Bedeutung der Billigkeit im Deutschen – Erster Hauptteil: Die Billigkeit
als theologisches Regulativ in der Reformationszeit (Erste Hälfte des 16.
Jahrhunderts) – Zweiter Hauptteil: Kontinuität und Wandlung der
Billigkeitsverständnisse im 17. Jahrhundert

D. Die Billigkeit: Renaissance einer verlorenen Kategorie? – Die Relevanz der
frühneuzeitlichen Billigkeitsphilosophie für das Recht im 21. Jahrhundert
Bestandsaufnahme: Die Billigkeit im (deutschen) Recht des 21. Jahrhunderts –
Perspektiven der frühneuzeitlichen Billigkeit in der Gegenwart – Exemplifizierung der
Billigkeitsanwendung – veranschaulicht an Fallkonstellationen der Gegenwart

E. Conclusio

  • By (author) Johann Benedikt Steiger