Das voluntarium indirectum

Eine Untersuchung über das Doppelwirkungsprinzip und seine Anwendbarkeit in der Rechtsdogmatik

By (author) Anton Löhmer

Book cover: Das voluntarium indirectum

Extent: 487 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Recht und Philosophie

Series volume number: 15

Language: German

Hardback (Published)

(August 2024)

ISBN: 9783428191109

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Die Arbeit untersucht das sog.
Doppelwirkungsprinzip (»PDW«) ausgehend von der Frage, ob man den Tod eines
unschuldigen Menschen verursachen darf, wenn der Todeseintritt die unbeabsichtigte
Nebenfolge einer intrinsisch neutralen Handlung darstellt. Sie kommt zum Ergebnis,
dass das PDW ein philosophisch überzeugendes Konzept darstellt und auch in der
Rechtsdogmatik Anwendung finden sollte, um Fälle wie die indirekte Sterbehilfe, den
Kollateralschaden und den Flugzeugabschuss konsistent zu lösen.


English summary: Voluntarium indirectum: The thesis examines the so-called Principle of Double Effect (PDE) based on the question whether it is permissible to cause the death of an innocent person if the death is the unintended side effect of an intrinsically neutral act. It comes to the conclusion that the PDE is a philosophically convincing concept and should also be applied in legal doctrine in order to consistently resolve cases such as indirect euthanasia, collateral damage and the shooting down of an aeroplane. German description: Ist es erlaubt, den Tod eines unschuldigen Menschen herbeizufuhren, wenn der Todeserfolg nicht beabsichtigt, sondern nur billigend in Kauf genommen wird? Die der scholastischen Moraltheologie entstammende Lehre vom voluntarium indirectum (Prinzip der Doppelwirkung, PDW) gestattet die Todesverursachung als Nebenfolge einer intrinsisch neutralen Handlung, sofern die Absicht des Akteurs ausschliesslich auf den positiven Effekt gerichtet ist und das vorhergesehene Ubel durch einen schwerwiegenden Grund aufgewogen wird. Die vorliegende Arbeit gelangt zum Ergebnis, dass das PDW ein philosophisch uberzeugendes Konzept und ein geradezu notwendiges Korrektiv einer jeden deontologischen Ethik darstellt. Weiterhin zeigt sie auf, dass das PDW auch in der Rechtsdogmatik Anwendung finden sollte, um neuralgische Rechtsfragen in Zusammenhang mit der indirekten Sterbehilfe, dem Kollateralschaden im Krieg, dem Flugzeugabschuss und dem Lebensnotstand einer konsistenten Losung zuzufuhren.

A. Die indirekte Sterbehilfe: ein strafrechtsdogmatischer Fremdkorper Der Grundsatz des absoluten Lebensschutzes - Die dogmatische Legitimation der indirekten Sterbehilfe B. Das voluntarium indirectum im scholastischen System Die vier Voraussetzungen - Die historischen Ursprunge bei Thomas von Aquin - Der Streit um die naturnotwendigen Handlungsfolgen - Die vier Voraussetzungen im Lichte der scholastischen Handlungstheorie C. Das voluntarium indirectum in der teleologischen Moraltheologie Das Naturrecht in teleologischer Kritik - Naturwidrigkeit und Vernunftwidrigkeit als Kriterien der intrinsischen Immoralitat D. Die Rezeption des Doppelwirkungsprinzips in der sakularen Ethik Die Trolley-Kasuistik - Die Verkennung des Handlungsobjekts - Di Nuccis Ethics without Intention - Das Doppelwirkungsprinzip und der Kantianismus E. Die philosophische Berechtigung des Doppelwirkungsprinzips Konsistenz - Ein Mittelweg zwischen Konsequentialismus und Kantianismus - Jenseits der Handlungsfolgen F. Die Anwendung des voluntarium indirectum in der Rechtsdogmatik Der Kollateralschaden im Kriegsvolkerrecht - Problemkreise der Strafrechtsdogmatik - Der Flugzeugabschuss G. Zusammenfassung und Ausblick Die Integration des voluntarium indirectum: Eine subjektive Komponente? - Vorteile und Anwendungsbereiche des Doppelwirkungsprinzips - Das Doppelwirkungsprinzip im Deliktsaufbau, A. Die indirekte Sterbehilfe: ein
strafrechtsdogmatischer Fremdkörper
Der Grundsatz des absoluten Lebensschutzes – Die dogmatische Legitimation der
indirekten Sterbehilfe

B. Das voluntarium indirectum im scholastischen System
Die vier Voraussetzungen – Die historischen Ursprünge bei Thomas von Aquin – Der
Streit um die naturnotwendigen Handlungsfolgen – Die vier Voraussetzungen im Lichte
der scholastischen Handlungstheorie

C. Das voluntarium indirectum in der teleologischen Moraltheologie
Das Naturrecht in teleologischer Kritik – Naturwidrigkeit und Vernunftwidrigkeit als
Kriterien der intrinsischen Immoralität

D. Die Rezeption des Doppelwirkungsprinzips in der säkularen Ethik
Die Trolley-Kasuistik – Die Verkennung des Handlungsobjekts – Di Nuccis »Ethics
without Intention« – Das Doppelwirkungsprinzip und der Kantianismus

E. Die philosophische Berechtigung des Doppelwirkungsprinzips
Konsistenz – Ein Mittelweg zwischen Konsequentialismus und Kantianismus – Jenseits
der Handlungsfolgen

F. Die Anwendung des voluntarium indirectum in der Rechtsdogmatik
Der Kollateralschaden im Kriegsvölkerrecht – Problemkreise der Strafrechtsdogmatik –
Der Flugzeugabschuss

G. Zusammenfassung und Ausblick
Die Integration des voluntarium indirectum: Eine subjektive Komponente? – Vorteile
und Anwendungsbereiche des Doppelwirkungsprinzips – Das Doppelwirkungsprinzip im
Deliktsaufbau

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