Die wissenschaftskritischen Zuordnungen von Franz von Liszt.
Ein Beitrag zum Verständnis der Modernen Schule des Strafrechts.
By (author) Luka Breneselović
Paperback (Published)
(July 2020)
ISBN: 9783428159789
6.18 x 9.17 inches
Price: $203.00
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In der bisherigen Forschung wurden Franz v. Liszts kriminalpolitische Forderungen in der Regel als eine Neuschöpfung aus dem Geist des wissenschaftlichen Positivismus beurteilt. Das vorliegende Buch untersucht Liszts Werk als Teil einer längeren Entwicklung. Hervorgehoben werden kriminalpolitische Diskurse in der Aufklärung und im Vormärz sowie die Bedeutung der Historischen Rechtsschule. Die Liszt-Forschung der vergangenen 100 Jahre wird systematisch analysiert.
Dieses Buch ist dem bekannten Strafrechtler und liberalen Politiker Franz v. Liszt (1851-1919) gewidmet. Bisher wurde oft angenommen, dass Liszts kriminalpolitische Forderungen einen Versuch darstellen, das Strafrecht nach Maagaben des wissenschaftlichen Positivismus neuzugestalten. Die vorliegende Studie setzt demgegenuber Akzente auf eine innere Kontinuitat der strafrechtlichen Reformuberlegungen. Hervorgehoben werden kriminalpolitische und juristische Diskurse in der Aufklarung und im Vormarz. Untersucht werden die antiphilosophische Tradition innerhalb der Historischen Rechtsschule und ihre Auswirkungen auf Liszts Studium in Wien. Ein besonderer Teil der Studie ist mannigfaltigen Bestrebungen der Nachwelt gewidmet, Liszts Programm fortzubilden oder abzulehnen. Die Ergebnisse bringen neue Impulse fur die Bewertung der Entwicklung der Strafrechtswissenschaft und der verwandten Disziplinen vor und nach den wichtigen historischen Zasuren im 19. und 20. Jahrhundert.
Einleitung 1. Teil: Strafrechtliche Mannigfaltigkeit, Liszts wissenschaftliche Stationen und seine Reformkonzepte Vielfalt in der intellektuellen Geschichte des Strafrechts - Liszt in Osterreich - Innere Richtung der Graf Thun'schen Universitatsreform: Historische Rechtsschule und Strafrecht des Vormarz - Neue intellektuelle Kontexte - Liszt in Deutschland in institutioneller Perspektive - Konzepte des Reformgedankens bei Liszt - Juristen und Jugendrechtler in der Familie Liszt: Eduard Liszt der Vater, Eduard Liszt der Bruder, Elsa Liszt die Tochter) 2. Teil: Liszt in Analyse und Urteil der Liszt-Forschung Zuordnungen vor dem Ersten Weltkrieg - Weimarer Republik und nationalsozialistische Entwicklung - Liszts Bild in der Grossen Strafrechtsreform (1): Eb. Schmidt (1947, 1956-7, 1965), konservative Kritik, Roxin (1969), weitere Autoren in der GS Liszt (1969) - Liszts Bild in der Grossen Strafrechtsreform (2): Die Diskontinuitat und Kontinuitat des Naturalismus-Topos - Marxistische Kritik an Liszt - Erweiterte Perspektiven in den 1970ern: Marxen (1975)
Schreiber (1976) - Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (1): Die radikale Kritik seit den 1980er Jahren von Naucke, Vormbaum u.a. - Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (2): systematischinterpretative Bearbeitung und Durchbruche zu tatsachlichen Diskursen Schlussbetrachtung Die Bedeutung von Liszt fur die wissenschaftliche Diskussion Literaturverzeichnis und Sachregister, Einleitung
1. Teil: Strafrechtliche Mannigfaltigkeit, Liszts wissenschaftliche Stationen und seine Reformkonzepte
Vielfalt in der intellektuellen Geschichte des Strafrechts – Liszt in Österreich – Innere Richtung der Graf Thun’schen Universitätsreform: Historische Rechtsschule und Strafrecht des Vormärz – Neue intellektuelle Kontexte – Liszt in Deutschland in institutioneller Perspektive – Konzepte des Reformgedankens bei Liszt – Juristen und Jugendrechtler in der Familie Liszt: Eduard Liszt der Vater, Eduard Liszt der Bruder, Elsa Liszt die Tochter)
2. Teil: Liszt in Analyse und Urteil der Liszt-Forschung
Zuordnungen vor dem Ersten Weltkrieg – Weimarer Republik und nationalsozialistische Entwicklung – Liszts Bild in der Großen Strafrechtsreform (1): Eb. Schmidt (1947, 1956-7, 1965), konservative Kritik, Roxin (1969), weitere Autoren in der GS Liszt (1969) – Liszts Bild in der Großen Strafrechtsreform (2): Die Diskontinuität und Kontinuität des Naturalismus-Topos – Marxistische Kritik an Liszt – Erweiterte Perspektiven in den 1970ern: Marxen (1975); Schreiber (1976) – Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (1): Die radikale Kritik seit den 1980er Jahren von Naucke, Vormbaum u.a. – Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (2): systematischinterpretative Bearbeitung und Durchbrüche zu tatsächlichen Diskursen
Schlussbetrachtung
Die Bedeutung von Liszt für die wissenschaftliche Diskussion
Literaturverzeichnis und Sachregister
- By (author) Luka Breneselović
»Durch die gewählte Methodologie, die klare Struktur, die thematische Ausrichtung und deren anspruchsvolle Bearbeitung, ebenso wie durch die sorgfältige Auswahl und Auswertung der Quellen und Fachliteratur, die differenzierte Analyse sowie die überzeugenden Schlussfolgerungen handelt es sich insgesamt um eine hervorragende und inhaltlich äußerst ansprechende wissenschaftliche Arbeit. Dieses Buch stellt zweifellos eine wahre Fundgrube an Wissen über Franz von Liszt dar und bildet einen unverzichtbaren Ausgangspunkt für alle zukünftigen Forschungen zu seinem Werk und seiner Bedeutung innerhalb der strafrechtswissenschaftlichen Entwicklung. Mit dieser Studie liegt ein Werk vor, das durch seine inhaltliche Tiefe, methodische Präzision und wissenschaftliche Weitsicht neue Maßstäbe für die zukünftige Liszt-Forschung setzt.« Dunja Milotić, in: Zeitschrift für Neuere Rechtsgechichte, Nr. 3-4/2025
»Einen Meilenstein in der v. Liszt-Forschung setzt die von Claus Roxin betreute, vielfach besprochene Dissertation von Luka Breneselović. [...] Den Grundstein hierfür liefert Breneselović mit seiner gedankenreichen Abhandlung, die für künftige v. Liszt-Forschungen den Standard setzt.« Prof. Dr. Arnd Koch, in: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft, Literaturbericht. Bd. 136, 2/2024
»Das quellengesättigte Buch setzt einen neuen Standard in der Lisztforschung. Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für die deutsche Rechtsgeschichte des späten 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere für die Geschichte der Strafrechtswissenschaft und Strafrechtsreform interessiert.« Richard Wetzell, in: Historische Zeitschrift, Bd. 317 / 2023
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