“Hoffnungslose Kriminelle” und “Neigungstäter”.

Die Erfassung der Frühkriminalität im wissenschaftlichen Wirken von Friedrich Schaffstein (1905–2001).

By (author) Tim Schütz

Book cover: “Hoffnungslose Kriminelle” und “Neigungstäter”.

Extent: 309 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law

Series: Schriften zur Rechtsgeschichte

Series volume number: 204

Language: German

Paperback (Published)

(September 2022)

ISBN: 9783428186990

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

Out of stock

Die Arbeit behandelt den Strafrechtler Friedrich Schaffstein, seinen biografischen Werdegang sowie seinen Einfluss auf das deutsche Jugendstrafrecht im 20. Jahrhundert. Dabei wird ein Schwerpunkt auf sein Forschungsvorhaben, kriminelles Verhalten von Jugendlichen wissenschaftlich prognostizieren zu können, gelegt, das er über die verschiedenen politischen Systeme hinweg verfolgte.


Die Arbeit widmet sich dem Strafrechtler Friedrich Schaffstein, der uber den Grossteil des 20. Jahrhunderts das deutsche Jugendstrafrecht pragte. Elementares Forschungsvorhaben Schaffsteins war dabei die Prognostizierbarkeit kriminellen Verhaltens, dem er zunachst wahrend der Zeit des Nationalsozialismus ideologische Parameter zugrunde legte. In der Bonner Republik versuchte Schaffstein Prognosekriterien durch zahlreiche empirische Arbeiten zu ermitteln, sodass er bis in die 1970er Jahre ein Alleinstellungsmerkmal in der westdeutschen Ruckfallforschung besass. In der Arbeit werden Verbindungen zwischen diesen beiden vorgeblich methodisch getrennten, jedoch gleichsam zweckgerichteten Vorhaben beleuchtet. Daruber hinaus wird Schaffsteins biografischer Werdegang dargestellt, um die Entstehung und Entwicklung der fur sein wissenschaftliches Wirken essentiellen personellen Verbindungen und kriminologischen Stromungen aufzeigen zu konnen.

A. Einleitung B. Friedrich Schaffsteins Werdegang bis 1945 Wissenschaftliche Anfange - Profilierung und Engagement im Nationalsozialismus - Erste Beitrage zum Jugendstrafrecht - Debatten in der Akademie fur Deutsches Recht - Das Reichsjugendgerichtsgesetz von 1943 - Grundungsdekanat in Strassburg und Kriegsende - Wurdigung des wissenschaftlichen Wirkens Schaffsteins im Nationalsozialismus C. Schaffstein und die Jugendkriminologie nach 1945 Flucht in die Dogmatik und Ruckkehr an die Universitat - Neue Wege zur Bekampfung der Jugendkriminalitat? - Legitimierung und Ruckgriff als wissenschaftliche Strategie - Erste Erfolge kritischer Empirie: Schaffstein im Spannungsverhaltnis von tradierter und reformorientierter Kriminologie - Kriminologische Wertungszentren und ihr Fortwirken bei Schaffstein - Zusammenfassung D. Fazit Anhang Empirische Dissertationen unter Schaffstein - Schriftenverzeichnis Friedrich Schaffstein Literatur-, Quellen- und Personenverzeichnis, A. Einleitung

B. Friedrich Schaffsteins Werdegang bis 1945
Wissenschaftliche Anfänge — Profilierung und Engagement im Nationalsozialismus — Erste Beiträge zum Jugendstrafrecht — Debatten in der Akademie für Deutsches Recht — Das Reichsjugendgerichtsgesetz von 1943 — Gründungsdekanat in Straßburg und Kriegsende — Würdigung des wissenschaftlichen Wirkens Schaffsteins im Nationalsozialismus

C. Schaffstein und die Jugendkriminologie nach 1945
Flucht in die Dogmatik und Rückkehr an die Universität — »Neue Wege zur Bekämpfung der Jugendkriminalität«? — Legitimierung und Rückgriff als wissenschaftliche Strategie — Erste Erfolge kritischer Empirie: Schaffstein im Spannungsverhältnis von tradierter und reformorientierter Kriminologie — Kriminologische Wertungszentren und ihr Fortwirken bei Schaffstein — Zusammenfassung

D. Fazit

Anhang
Empirische Dissertationen unter Schaffstein — Schriftenverzeichnis Friedrich Schaffstein

Literatur-, Quellen- und Personenverzeichnis

  • By (author) Tim Schütz

»Schütz´ Monographie lässt sich gleichermaßen gewinnbringend als Beitrag zur Geschichte der Kriminologie und des Jugendstrafrechts lesen oder – worauf im Folgenden der Schwerpunkt liegt – als Abhandlung zur Wissenschafts- und Strafrechtsgeschichte. [...] Detailliert stellt Schütz in seiner material- und quellenreichen Studie das zögerliche Abrücken von kriminalbiologischen Ansätzen in den Kontext des jugendstrafrechtlichen Diskurses der Nachkriegszeit und der Positionen Schaffsteins vor 1945.« Prof. Dr. Arnd Koch, in: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft, Literaturbericht. Bd. 136, 2/2024

»Der Quellenreichtum dieser Arbeit und die Courage ihres Verfassers sind ein Glück. Diese Sichtung des Werkes von Friedrich Schaffstein ist das Geburtstagsgeschenk zum Jubiläum 100 Jahre JGG.« Lukas Pieplow, in: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe, 2/2023

»Alles in allem hat der Verfasser gleichwohl eine informative und anregende, auf eine Vielzahl von Quellen gestützte Dissertation über einen der sowohl bedeutendsten als auch umstrittensten deutschen Strafrechtslehrer des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Vor allem wegen ihrer Aussagen zur Nachwirkung nationalsozialistischer Rechtsvorstellungen in der Bundesrepublik Deutschland sollte sie nicht nur von am Jugendstrafrecht interessierten Personen zur Kenntnis genommen werden, sondern verdient eine möglichst breite rechtshistorische Leserschaft.« Dr. Thomas Krause, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, German. Abt., Bd.140/2023