Die Rezeption “westlicher” Verfassungsrechte in der Türkei.

Die türkische Verfassung von 1961.

By (author) Metin Batkin

Book cover: Die Rezeption “westlicher” Verfassungsrechte in der Türkei.

Extent: 331 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Islamic & Middle Eastern Studies, Law

Series: Schriften zur Rechtsgeschichte

Series volume number: 199

Language: German

Hardback (Published)

(July 2021)

ISBN: 9783428182121

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Der Autor geht der Fragestellung nach, welche Normen, Prinzipien und Institutionen aus dem ›Westen‹ bei der Ausarbeitung der türkischen Verfassung von 1961 durch die Verfassungsgeber übernommen wurden. Dabei werden die Gründe und Legitimationen sowie die Grenzen der Rezeption ›westlicher‹ Verfassungsrechte untersucht. Die Arbeit legt dar, dass die türkische Verfassung von 1961 eine Komposition aus verschiedenen Verfassungsordnungen darstellte, zu denen insbesondere die italienische Verfassung von 1947/1948 und das deutsche Grundgesetz von 1949 gehörten.


Seit den Reformperioden im Osmanischen Reich und noch starker seit der Grundung der Republik Turkei war die Rezeption von Recht aus dem Westen eine der maageblichen Methoden zur Reform und Entwicklung des turkischen Rechts. Hieran knupft die Arbeit an und geht der Fragestellung nach, welche Normen, Prinzipien und Institutionen aus dem Westen bei der Ausarbeitung der Verfassung von 1961 durch die turkischen Verfassungsgeber ubernommen wurden. Dabei werden sowohl die Grunde und Legitimationen als auch die Grenzen der Rezeption westlicher Verfassungsrechte untersucht. Die Arbeit legt dar, dass die turkischen Verfassungsgeber im Wege einer vergleichenden, selektiven Rezeption eine Verfassung schufen, die eine Komposition aus verschiedenen Verfassungsordnungen darstellte. Zu diesen Verfassungsordnungen gehorten neben der turkischen Vorgangerverfassung von 1924 in erster Linie die italienische Verfassung von 1947/1948 und das deutsche Grundgesetz von 1949. Zudem kam der Allgemeinen Erklarung der Menschenrechte eine Vorbildfunktion zu.

A. Einleitung
B. Der Rezeptionsbegriff als Untersuchungsgrundlage
C. Forschungsstand und Quellenlage
D. Die Entstehung der Verfassung von 1961: Historischer Kontext: Autoritäre Zivilregierung, politische Unruhen und Militärintervention – Organisatorische Grundlagen – Der Kemalismus und seine Vorgaben für die Verfassung von 1961 – Gründe für eine neue Verfassung – Fazit
E. Die Verfassung von 1961 unter besonderer Berücksichtigung von Rezeptionsvorgängen: Begründung der Auswahl – Staatsorganisation – Grundrechte – Fazit
F. Legitimationen und Gründe für die Rezeption »westlicher« Verfassungsrechte: Berufung auf Mustafa Kemal Atatürk und die kemalistische Bewegung – Die Identität der Republik Türkei mit dem Osmanischen Reich und die Kontinuität der verfassungsrechtlichen Entwicklung – Das besondere Verhältnis zum »Westen« – Fazit
G. Motive und Ursachen für die Wahl der italienischen Verfassung von 1947/1948 und des deutschen Grundgesetzes von 1949 als Hauptgegenstände der Rezeption: Anspruch auf Modernität – Erfahrungen mit Diktaturen – Der Antikommunismus in der Türkei – Fazit
H. Grenzen der Rezeption: Der türkische Nationalismus – Rolle des Islam und das Verhältnis zwischen Staat und Religion – Das Militär als politischer Faktor
I. Zusammenfassung, Bewertung und Ausblick
Literatur-, Quellen- und Sachwortverzeichnis

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