Die »Reise ins Gelobte Land« Hans Tuchers des Älteren (1479 bis 1480)

Untersuchungen zur Überlieferung und kritische Edition eines spätmittelalterlichen Reiseberichts

By (author) Randall Herz

Book cover: Die »Reise ins Gelobte Land« Hans Tuchers des Älteren (1479 bis 1480)

Extent: 840 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: Literary Studies, Medieval Studies

Series: Wissensliteratur im Mittelalter

Series volume number: 38.0

Language: German

(Hardback) (Published)

(May 2002)

ISBN: 9783895002540

Price: $119.00

Out of stock

(PDF) (Published)

(January 2002)

ISBN: 9783954907915

Price: $99.00

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der „Reise ins Gelobte Land (1479-1480) Hans Tuchers des Älteren, einem Pilgerreisebericht, der zu den bedeutendsten und meist rezipierten Reiseberichten des späten Mittelalters und frühen Neuzeit zählt. Diese Edition gibt zum ersten Mal den Text vollständig und mit ausführlichem Stellenkommentar kritisch wieder sowie den Parallelbericht des Reisegefährten Sebald Rieter d.J. Neue Handschriftenfunde, Markierungen von Setzern/Druckern in der Druckvorlage, Mängel der Erstausgabe (Vorwurf des „vnfleißigs druckens“) und unerlaubte Änderungen lassen den Entstehungsprozess des Druckes vollständig erkennen, was unser Wissen von der Frühdruckgeschichte und der redaktionellen Vorgänge im 15. Jahrhundert erheblich erweitert. Die weitere Drucküberlieferung wird bis ins 17. Jahrhundert skizziert, ferner werden die Frage nach der auktorialen Leistung sowie Aspekte der Rezeption und Gebrauchssituation des Tucherschen Reiseberichts erörtert.


Dieser Titel befasst sich mit der ‘Reise ins Gelobte Land (1479-80)’ Hans Tuchers des Alteren, einem Pilgerreisebericht, der zu den bedeutendsten und meist rezipierten Reiseberichten des spaten Mittelalters und fruhen Neuzeit gehort. Mit dieser Arbeit wird der Text zum ersten Mal vollstandig und mit ausfuhrlichem Stellenkommentar kritisch herausgegeben. Mehrere kleinere Texte, u. a. Briefe Tuchers aus dem Heiligen Land, medizinische Rezepte fur die Reise und Tuchers Testament von 1490, werden dort ebenfalls erstmals ediert.Der vorangestellte Untersuchungsteil behandelt, beginnend mit einem Forschungsuberblick und der Vorstellung des Textkorpus, uberlieferungsgeschichtliche Aspekte des Werks. Neben der betrachtlichen Handschriften- und Druckuberlieferung des Tucherschen Reiseberichts (u. a. sechs Wiegendrucke, 27 Hss.) wird auch die des Parallelberichts vom Reisegefahrten Sebald Rieter d. J. (5 Hss.) erfasst und ebenfalls nach modernen Richtlinien beschrieben. Das oft festgestellte enge Abhangigkeitsverhaltnis zwischen dem Tucherschen und dem Rieterschen Reisebericht, der Tucher bei der Anfertigung seines eigenen Berichts vorgelegen haben musste, wird thematisiert, die Frage nach der Originalitat wird gestellt und anhand der Entstehungsgeschichte des Tucherschen Reiseberichts beantwortet. Hierbei vermogen neue Handschriftenfunde (u. a. ein bislang unbekannter Brief Tuchers aus Jerusalem, seine Arbeitsmanuskripte) den Entstehungsprozess wesentlich beleuchten. Aufgrund der ungewohnlich gunstigen Uberlieferungslage kann die Textentstehung vom Entwurf in einem Brief Tuchers aus Jerusalem uber mehrere Autorbearbeitungen bis zur endgultigen Druckfassung und Drucklegung vollstandig aufgezeigt werden. Besonderes Interesse gilt dabei der Mitwirkung des Nurnberger Ratsschreibers Jorg Spenglers bei der Erstellung des kurzlich bekannt gewordenen Druckmanuskripts und der Umsetzung desselben in den Druck. Die Markierungen vom Setzer/ Drucker in der Druckvorlage (casting off), die Mangel der Erstausgabe (Vorwurf des “vnfleissigs druckens”) und unerlaubte Anderungen bzw. redaktionelle Eingriffe des Druckers in den Text, die Tucher veranlasste, im selben Jahr in Nurnberg eine autorisierte Ausgabe veroffentlichen zu lassen, werden eingehend untersucht und im Blick auf ihre Bedeutung fur die Fruhdruckgeschichte und unsere Kenntnis redaktioneller Vorgange im 15. Jahrhundert erlautert. Die weitere Druckuberlieferung wird im Anschluss daran bis ins 17. Jahrhundert skizziert, die Frage nach der auktorialen Leistung gestellt und diskutiert, letzlich werden auch auf Aspekte der Rezeption und Gebrauchssituation des Tucherschen Reiseberichts eingegangen.

  • By (author) Randall Herz

„Dadurch ist eine mustergültige Textausgabe entstanden, die sowohl sprachlich wie inhaltlich von Bedeutung ist. Im Anhang finden sich Vorstufen zur Druckfassung, Sonderkataloge der ersten Redaktion, Briefe Hans Tuchers, die er während seiner Reise schrieb, und weitere Texte von Tucher (...).<br/>Der schön herausgegebene Band wird durch ein Abkürzungsverzeichnis, ein sehr nützliches Personenverzeichnis, ein Literaturverzeichnis, Register zu den beiden Teilen und 31 Abbildungen ergänzt.“<br/><br/>In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik. 60 (2005). S. 277-279.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„1542 hat Christoph Scheurl Hans Tucher als „fleißigen Mann“ bezeichnet, der alles in einem Buch geschrieben habe. Fleiß und eine akribische Beachtung von Details kann man auch Randall herz bescheinigen.“<br/><br/>In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. 133 (2004) 3. S. 418-420.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„Randall Herz (...) provides the first modern edition of Tucher’s pilgramage report, but also much more. H.’s painstaking analysis of the work’s MSS and early prints enables him not only to produce detailed descriptions and assessments of these, but also to reconstruct the stages of production that the text underwent: from an announcement of it in a letter from Tucher to his brother, through two MS redactions, a printer’s copy (the Nuremberg MS on which this edition is based), and finally the printed text that Tucher had always envisaged. H. also considers the extent of the work’s originality and aspects of its reception, and prints some fascinating related documents, such as Tucher’s letter to his brother, his will, and medicinal recipes prepared for him by Hermann Schedel.“<br/><br/>In: The Year’s Work in Modern Language Studies. 64 (2004). S. 617.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„Ergänzt werden Untersuchung und Edition durch eine Vielzahl von Anlagen wie Briefe und sonstige Lebensdokumente, Biogramme aller wichtigeren genannten Personen, eingehende Namen- und Sachregister, Stemmata der Handschriften und Drucke, sprachgeschichtliche und buchgeschichtliche Erörterungen und einen interessanten Bildanhang. So bietet die grundsolide Neuedition des Tucherschen Reisehandbuchs sehr viel mehr Erkenntnisgewinn als man eigentlich mit Fug erwarten könnte. Einige formale Sonderlichkeiten (...) sind zwar anzumerken; sie bleiben angesichts der erbrachten Dokumentations- und Forschungsleistung letztendlich Petitessen.“<br/><br/>In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. 68 (2003) 3. S. 1274-1275.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>„Die fundierte Würzburger Dissertation beschäftigt sich mit dem erstmals 1482 in Augsburg gedruckten und in den Folgejahren weit verbreiteten Pilgerbericht des Nürnberger Ratsherrn Hans Tucher des Älteren (1428-91) über seine Reise ins Heilige Land. (...)<br/>Der zweite Teil liefert die Edition von Hans Tuchers „Reise ins Gelobte Land“ mit Abschnitten über die Reise nach Jerusalem, die Reise zum Katharinenkloster bis Alexandrien und mit praktischen Materialbeigaben. Als Leithandschrift wurde durchaus begründet der Codex im Stadtarchiv Nürnberg gewählt, weil er als die von Tucher autorisierte Textvorlage für den ersten Druck eine Sonderstellung in der Überlieferung beanspruchen kann, obwohl der zweite Druck als Ausgabe letzter Hand zu gelten hat. Vier textkritische Apparate liefern vielseitige Informationen zu den redaktionellen Vorstufen, den Setzer- und Druckermarkierungen, den Varianten, den Varianten der ersten beiden Drucke und einen Kommentar. Die vom Autor eingefügten Zwischenüberschriften fördern die Übersichtlichkeit; weitere Anhänge enthalten die Vorstufen zur ersten Druckfassung, das Testament und 31 Abbildungen. Die vorgelegten Deutungsansätze und akribischen Analysen sind wohl begründet und setzen Standards für den Umgang mit spätmittelalterlichen Reiseberichten. Auch wenn sich das Buch sicherlich nicht als vergnügliche Lektüre eignet, bildet es den Maßstab für zukünftige Bearbeitungen und Vergleiche.“<br/><br/>In: Das Mittelalter. 8 (2003) 2. 204-205.<br/><br/>--------------------------------<br/><br/>Die in jeder Hinsicht ehrgeizige Arbeit ermöglicht dem Benutzer, den den komplexen Aufbau durchschaut hat, vielseitige Einstiege.“<br/><br/>In: Scriptorium. (2003) 2. S. 208-209.