Die Entscheidungsfindung von Richtern

Die Eignung der Berufung als Fehlerkorrektur vor dem Hintergrund statistischer und psychologischer Befunde

By (author) Cara Warmuth

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Extent: 412 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Schriften zum Prozessrecht

Series volume number: 313

Language: German

Hardback (Published)

(March 2025)

ISBN: 9783428190447

6.18 x 9.17 inches

Price: $139.00

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Die Arbeit befasst sich mit kognitiven Verzerrungen bei richterlichen Entscheidungen und konkret bei Berufungsentscheidungen. Cara Warmuth bindet dabei Methoden und Erkenntnisse aus der Statistik und Psychologie ein. Nach ihrer experimentellen Studie mit 136 Richtern konnten Berufungsrichter dazu neigen, die erstinstanzliche Entscheidung auf irrationale Weise zu bestatigen. Zur Vermeidung dieses berufungsspezifischen Bestatigungs-Bias schlagt die Autorin u.a. ein Vorab-Blindverfahren bei den Berufungsgerichten vor.


English summary: The Decision-Making of Judges: On the Suitability of Appeal as a Means of Judicial Error Correction Against the Background of Statistical and Psychological Findings: The book examines cognitive biases in judicial decisions and specifically in appeal decisions. In doing so, Cara Warmuth includes methods and findings from statistics and psychology in her legal analysis. Her experimental study with 136 judges shows that appeal judges may tend to confirm the first-instance decision in an irrational way. To avoid this appeal-specific affirmation bias, the author proposes, among other things, a preliminary blind procedure at the courts of appeal. German description: Kognitive Verzerrungen konnen den Entscheidungsvorgang von Richtern und damit auch deren Urteil in der Sache beeinflussen. Was bedeutet das fur die zivilrechtliche Berufung? Kann sie ihren Zweck, die Korrektur erstinstanzlicher Entscheidungen, gut erfullen oder sind Berufungsgerichte ihrerseits von kognitiven Verzerrungen betroffen? Cara Warmuth befasst sich mit dieser Frage, indem sie statistische Methoden und Erkenntnisse der Psychologie in ihre rechtswissenschaftliche Analyse einbindet.Die Autorin gibt nicht nur einen umfassenden Uberblick uber den psychologischen Forschungsstand zu kognitiven Verzerrungen bei richterlichen Entscheidungen und konkret bei Berufungsentscheidungen, sondern hat auch eine eigene experimentelle Studie zu kognitiven Verzerrungen mit 136 Berufungsrichtern an deutschen Gerichten durchgefuhrt, deren Ergebnisse hier berichtet werden. Danach unterliegen Berufungsrichter einer kognitiven Verzerrung, und zwar dem berufungsspezifischen Bestatigungs-Bias. Das fuhrt zu einer irrationalen Tendenz, das erstinstanzliche Urteil aufrechtzuerhalten. Cara Warmuth untermauert ihre psychologischen Befunde durch Auswertungen amtlicher Statistik und macht daruber hinaus neues statistisches Material, u.a. zu Kollegialentscheidungen, zuganglich.

1. Einleitung
Anlass und Ziel der Untersuchung – Abgrenzung zu bisherigen Untersuchungen – Gang der Untersuchung

2. Die Berufung als Rechtsmittel – Kontroll- und Korrekturmöglichkeit für Fehler der ersten
Instanz
Die Berufung nach §§ 511 ff. ZPO – Ablauf des Berufungsverfahrens

3. Die zivilrechtliche Berufung aus statistischer Sicht
Allgemeine statistische Kennzahlen zu den Verfahren in der Berufungsinstanz in Deutschland – Statistische Analyse des Berufungserfolgs

4. Die zivilrechtliche Berufung aus psychologischer Sicht
Forschungsstand zu Einflussfaktoren auf die richterliche Entscheidungsfindung – Eigene Untersuchung der Entscheidungsfindung von deutschen Berufungsrichtern

5. Implikationen für Konzeption und Praxis der Berufung nach §§ 511 ff. ZPO
Erkenntnis zur Praxis der Berufung als Fehlerkorrekturinstanz – Änderungsmöglichkeiten für die zivilrechtliche Berufung als Reaktion auf statistische und psychologische Erkenntnisse

6. Schluss

  • By (author) Cara Warmuth

»Cara Warmuth hat ein besonders lesenswertes Buch vorgelegt: Sie informiert fundiert und stets wohlformuliert über den freilich mit vielen Unsicherheiten behafteten psychologischen Forschungsstand, aus dem sie immer kritisch und nur behutsam an geeigneten Stellen Aussagen für das hiesige Rechtssystem und seine Entscheidungsprozesse ableitet. Auch den praktischen Notwendigkeiten richterlicher Tätigkeit lässt sie nicht zuletzt bei den von ihr favorisierten Gegenstrategien Raum. Auf diese angenehme Weise lädt die Autorin zum Nachdenken über richterliches Arbeiten und dessen Rahmenbedingungen ein.« Dr. Thomas Schwabenbauer, in: Deutsches Verwaltungsblatt, 5/2026