Das Unrechtsbewusstsein im demokratischen Rechtsstaat

Eine Rekonstruktion auf Grundlage der Diskurstheorie des Rechts

By (author) Tsung-Yuan Lee

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Extent: 220 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law, Philosophy

Series: Schriften zum Strafrecht

Series volume number: 437

Language: German

Paperback (Published)

(November 2024)

ISBN: 9783428192885

6.18 x 9.17 inches

Price: $95.00

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Das Unrechtsbewusstsein ist in pluralistischen Gesellschaften fur die Zurechnung wichtig. Die Obliegenheit zur Normkenntnis im demokratischen Rechtsstaat setzt die Freiheit des Taters und ein Verfahren voraus, das private und offentliche Autonomie ausbalanciert. Die Einhaltung von Normen erfordert individuelle Anwendung, wobei die Bestimmtheit, Wirksamkeit und Begrundbarkeit der Norm sowie die personliche Fahigkeit berucksichtigt werden mussen.


English summary: The Awareness of Wrongdoing in the Democratic Constitutional State. A Reconstruction Based on the Discourse Theory of Law: Awareness of wrongdoing is more important for imputation in pluralistic societies. The obligation to be aware of norms in a democratic constitutional state presupposes both the freedom of the individual and a procedure that balances private and public autonomy. Compliance with norms requires individual application, with the specificity, effectiveness, and justifiability of the norm, as well as the individual’s ability, being taken into account. German description: Aufgrund der zunehmenden Komplexitat der Gesellschaft sowie der Differenzierung von Moral, Sitten und Recht ist es in modernen pluralistischen Gesellschaften schwierig, die Rechtswidrigkeit eines Verhaltens anhand dessen Bedeutung in der alltaglichen Lebenswelt zu erkennen. Unter diesen Umstanden sollte das Unrechtsbewusstsein bei der Zurechnung normwidrigen Verhaltens von grosserer Bedeutung sein als in der Vergangenheit.Die Obliegenheit zur Normkenntnis basiert auf der Rechtsbefolgungspflicht, die in einem demokratischen Rechtsstaat nicht nur die Freiheit des Taters umfasst, sondern auch demokratische Verfahren, die das Gleichgewicht zwischen privater und offentlicher Autonomie gewahrleisten.Da die Einhaltung von Normen die individuelle Anwendung durch den Handelnden erfordert, mussen bei der Beurteilung der Vermeidbarkeit eines Verbotsirrtums die Bestimmtheit, Wirksamkeit und Begrundbarkeit der Norm sowie die Fahigkeit des Taters berucksichtigt werden, um ein individuelles Schuldurteil zu fallen.

Einleitung
Fragestellung – Strafrecht und Demokratie – Moral, Recht und Demokratie –
Forschungsziel – Begriffserklärung

1. Der Begriff des Unrechtsbewusstseins
Historische Entwicklung – Allgemeine Darstellung der aktuellen Dogmatik – Kritische
Bemerkungen zu dogmatischen Problemen – Zwischenergebnis

2. Kritik der subjektiven und objektiven Theorie
Die subjektive Theorie – Die objektive Theorie

3. Die Begründung der strafrechtlichen Schuld
Deliberative Person – Begründung des Strafrechts – Sinn des Unrechtsbewusstseins

4. Auslegung des geltenden Gesetzes
Anwendungsdiskurs – Unrechtsbewusstsein – Unvermeidbarkeit des Verbotsirrtums –
Strafmilderung – Fazit: Das Schuldurteil von Unrechtsbewusstsein und Verbotsirrtum –
Exkurs: Unrechtsbewusstsein im Unrechtsstaat

  • By (author) Tsung-Yuan Lee

»Zusammengefasst ist Lees ›Das Unrechtsbewusstsein
im demokratischen Rechtsstaat‹ ein herausragendes Werk, das sowohl in der
Rechtsphilosophie als auch in der Strafrechtstheorie neue Impulse und Akzente setzt.
Es überzeugt durch seine interdisziplinäre Herangehensweise, seine präzise
Beweisführung und seine klare Orientierung an den Herausforderungen der gegenwärtigen
Gesellschaft. Lees Buch ist keinesfalls nur für Fachwissenschaftler eine
Bereicherung, sondern auch für alle, die sich mit den grundlegenden und bedeutsamen
Fragestellungen von Recht und Unrecht in der Demokratie auseinandersetzen und diese
vertiefen möchten.« Andreas Raffeiner, in: Journal für Strafrecht, 2/2025