Wegsperren?

Freiheitsentziehende Maßnahmen gegen gefährliche, strafrechtlich verantwortliche (Rückfall-)Täter. Internationaler Vergleich – Kriminologische Perspektiven.

Edited by Hans-Georg Koch

Book cover: Wegsperren?

Paperback (Published)

(April 2012)

ISBN: 9783428138821

5.83 x 8.82 inches

Price: $66.00

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Straftäter, von denen mit großer Wahrscheinlichkeit
die Gefahr ausgeht, dass sie nach Verbüßung ihrer Strafe erneut erheblich straffällig
werden, gelten als besonderes Sicherheitsrisiko, vor dem die Allgemeinheit geschützt
sein will. Veranlasst durch zunehmende kriminalpolitische Gewichtung von
tatsächlicher wie vermeintlicher Sicherheit vor gefährlichen, aber für strafrechtlich
verantwortlich erachteten Tätern hat in Deutschland seit Ende des vorigen
Jahrhunderts eine schrittweise Ausdehnung des Instruments der Sicherungsverwahrung
stattgefunden. Das gesellschaftliche Bedürfnis nach Schutz vor erheblichen
Sicherheitsrisiken ist kein auf Deutschland beschränktes Phänomen. Die Untersuchung
vergleicht die möglichen, mit Freiheitsentzug verbundenen Reaktionen auf Straftaten
durch als besonders gefährlich geltende Täter in zahlreichen europäischen Ländern und
den USA.


Straftäter, von denen mit großer Wahrscheinlichkeit
die Gefahr ausgeht, dass sie nach Verbüßung ihrer Strafe erneut erheblich straffällig
werden, gelten als besonderes Sicherheitsrisiko, vor dem die Allgemeinheit geschützt
sein will. Veranlasst durch zunehmende kriminalpolitische Gewichtung von
tatsächlicher wie vermeintlicher Sicherheit vor gefährlichen, aber für strafrechtlich
verantwortlich erachteten Tätern hat in Deutschland seit Ende des vorigen
Jahrhunderts eine schrittweise Ausdehnung des Instruments der Sicherungsverwahrung
stattgefunden, nachdem wenige Jahre zuvor ihre Abschaffung nur noch eine Frage der
Zeit zu sein schien. Erst eine Reihe von Verurteilungen Deutschlands durch den
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte leitete eine Gegenbewegung ein und machte
zunächst dem Bundesverfassungsgericht, danach den deutschen Strafgerichten und
zuletzt auch den Politikern deutlich, dass eine tiefgreifende Reform auf den Weg
gebracht werden musste.

Das gesellschaftliche Bedürfnis nach Schutz vor erheblichen Sicherheitsrisiken ist
kein auf Deutschland beschränktes Phänomen. Für die Suche nach einem tragfähigen
kriminalpolitischen Zukunftskonzept der Sicherungsverwahrung bietet es sich daher an,
strafrechtsvergleichende Umschau zu halten. Die Untersuchung vergleicht die
möglichen, mit Freiheitsentzug verbundenen Reaktionen auf Straftaten durch als
besonders gefährlich geltende, aber für strafrechtlich verantwortlich erachtete
Täter, insbesondere von solchen, die sich durch wiederholte Begehung schwerer Gewalt-
bzw. Sexualstraftaten vom Gros der Kriminalität abheben, in zahlreichen europäischen
Ländern und den USA.

Ergänzt wird die Studie durch eine breit angelegte kriminologische Untersuchung, die
– mit besonderem Fokus auf Gewalt- und Sexualkriminalität – den Stand der empirischen
Forschung zu Aspekten der Sicherheit und Prävention zusammenfasst.

I. Landesberichte: Freiheitsentziehende Maßnahmen
gegen gefährliche, strafrechtlich verantwortliche (Rückfall-)Täter in anderen
Rechtsordnungen

Dänemark – England und Wales – Frankreich – Italien – Polen – Portugal – San Marino –
Schweiz – Slowakische Republik – Spanien – Türkei – United States of America

II. Kriminologische Perspektive: Sicherheit und Prävention in strafrechtlichen
Sanktionensystemen

III. Gesamtschau: Freiheitsentziehende Sicherungsmaßnahmen aus vergleichender und
rechtspolitischer Perspektive

Verzeichnis der Autoren

  • Edited by Hans-Georg Koch

»[U]nter der Herausgeberschaft von Hans-Georg Koch
ein umfassendes, für die andauernde rechtspolitische Diskussion überaus wertvolles
Werk [...].« Prof. Dr. Andreas Peilert, in: Archiv für Kriminologie, Bd. 231,
1–2/2013