Haft ohne Urteil.

Strafprozessuale Freiheitsentziehungen im deutsch-französischen Vergleich.

By (author) Harald Weiß

Book cover: Haft ohne Urteil.

Paperback (Published)

(August 2015)

ISBN: 9783428147670

5.83 x 8.82 inches

Price: $76.00

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Der Autor untersucht, wie das französische und das
deutsche Recht den Ausnahmecharakter einer »Haft ohne Urteil« verwirklichen.
Ausgehend von der wegweisenden Feststellung, dass beide Länder mit der Polizeihaft
einerseits und der Justizhaft andererseits zwei Grundformen strafprozessualer
Freiheitsentziehungen unterscheiden, liefert die Arbeit eine grundlegende
rechtsvergleichende Analyse über einen Schlüsselmoment des Strafprozesses. Sie macht
deutlich, dass bei der Umsetzung des Freiheitsschutzes teilweise sehr
unterschiedliche Akzente gesetzt werden.

Diese Arbeit wurde 2015 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für
herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.


Die Verhaftung stellt den massivsten Eingriff in
die Freiheitssphäre des Bürgers dar. Unschuldsvermutung und
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gebieten es, ihren Einsatz auf das Nötigste zu
begrenzen. Die Regelungen zur vorläufigen Festnahme und zur Untersuchungshaft sind
seit Erlass der Strafprozessordnung im Wesentlichen unverändert geblieben.
Frankreichs Gesetzgebung über die garde à vue und die détention provisoire
kennzeichnet dagegen das unablässige Streben nach einer Optimierung des
Freiheitsschutzes. Unweigerlich stellt man sich die Frage, wo die persönliche
Freiheit effektiveren Schutz genießt. Wegen der zunehmenden Europäisierung des
Strafverfahrens hat das Thema besondere Aktualität.

Der Autor untersucht, wie das französische und das deutsche Recht den
Ausnahmecharakter einer »Haft ohne Urteil« verwirklichen. Ausgehend von der
wegweisenden Feststellung, dass beide Länder – auch Deutschland – mit der Polizeihaft
einerseits und der Justizhaft andererseits zwei Grundformen strafprozessualer
Freiheitsentziehungen unterscheiden, liefert die Arbeit eine grundlegende
rechtsvergleichende Analyse über einen Schlüsselmoment des Strafprozesses. Sie macht
deutlich, dass bei der Umsetzung des Freiheitsschutzes teilweise sehr
unterschiedliche Akzente gesetzt werden. Durch die Einbeziehung der historischen und
verfassungsrechtlichen Zusammenhänge werden weitergehende Erklärungsansätze für die
vorgefundenen Konvergenzen und Divergenzen aufgezeigt. Am Ende steht die Erkenntnis,
dass beide Länder vieles (»dos and don’ts«) voneinander lernen können – nicht nur im
Hinblick auf die nationale Reform, sondern auch für die gemeinsame Fortentwicklung
eines europäischen habeas corpus.

Diese Arbeit wurde 2015 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für
herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.

Einleitung: Gegenstand und Konzeption der
Untersuchung

Europäisiertes Haftrecht im deutsch-französischen Vergleich – Konzeptionelle
Ausrichtung des Haftrechtsvergleichs – Aufbau der Arbeit

Teil 1: Haft ohne Urteil in Frankreich

Grundlagen – Polizeihaft: Garde à vue – Justizhaft: Détention provisoire

Teil 2: Haft ohne Urteil in Deutschland

Grundlagen – Polizeihaft nach vorläufiger Festnahme – Justizhaft: Untersuchungshaft
Teil 3: Rechtsvergleich

Grundlagen – Polizeihaft – Justizhaft

Schlussbetrachtung: Wichtigste Ergebnisse und rechtspolitische Anregungen
Zusammenfassung der wesentlichen Konvergenzen und Divergenzen – Rechtspolitische
Impulse – Ausblick

Literaturverzeichnis

  • By (author) Harald Weiß

Review - German Weiss hat eine Untersuchung vorgelegt, die zahlreiche Rechtsgebiete (nationales Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung, Verfassungsrecht, Europastrafrecht) in vorbildlicher Weise zu einem stimmigen Werk verknupft. [...] Insgesamt stellt sein Buch eine grosse Bereicherung der Literatur zum Strafrecht in seinen internationalen und europaischen Bezugen dar. Dr. Moritz Vormbaum, in: Goltdammer's Archiv fur Strafrecht, 2/2017

»Weiß hat eine Untersuchung vorgelegt, die
zahlreiche Rechtsgebiete (nationales Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung,
Verfassungsrecht, Europastrafrecht) in vorbildlicher Weise zu einem stimmigen Werk
verknüpft. [...] Insgesamt stellt sein Buch eine große Bereicherung der Literatur zum
Strafrecht in seinen internationalen und europäischen Bezügen dar.« Dr. Moritz
Vormbaum, in: Goltdammer´s Archiv für Strafrecht, 2/2017