Von Carl Schmitt zu Hannah Arendt?

Heidelberger Entstehungsspuren und bundesrepublikanische Liberalisierungsschichten von Reinhart Kosellecks ›Kritik und Krise‹.

By (author) Sebastian Huhnholz

Book cover: Von Carl Schmitt zu Hannah Arendt?

Paperback (Published)

(March 2019)

ISBN: 9783428155705

5.31 x 8.27 inches

Price: $63.00

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Im Alter betonte Reinhart Koselleck, »Kritik und Krise« habe durch eine Bekanntschaft mit Hannah Arendt profitiert. Lange Zeit über war diese heute als Klassiker geltende Doktorarbeit freilich eher umstritten – weil sie sich von Carl Schmitt beeinflusst zeigte. Die vorliegende Studie verbindet beide Spuren kontextualistisch: Sie sucht nach Möglichkeiten der frühen Bekanntschaft Kosellecks mit Arendt. Und sie fragt nach der Bedeutung Arendts für Koselleck und Schmitt bzw. für »Kritik und Krise«.


Reinhart Kosellecks Kritik und Krise gilt heute als Klassiker. Kaum noch wird moniert, dass diese Heidelberger Dissertation sich vom geachteten Carl Schmitt begleitet zeigte. Diese bislang dennoch eher spekulierte Intensitat des Einflusses von Schmitt und Schmittianern auf den fruhen Koselleck soll hier erstmals auf breitere Basis gestellt werden indem eine Gegenerzahlung des offentlichen Intellektuellen Koselleck erforscht wird. Der spate Koselleck namlich reklamierte, seiner 1959 publizierten Doktorarbeit hatte auch eine Bekanntschaft mit Hannah Arendt und deren Werk genutzt. Tatsachlich hatte Arendts in den 1950er Jahren wachsende Prominenz die dem Holocaust rechtzeitig entkommene Wahlamerikanerin mehrfach nach Europa zuruckgefuhrt. Ihr nationalsozialistisch belasteter fruherer Studienort Heidelberg aber blieb ihr suspekt. Umso mehr muss die vorliegende Studie der Rolle Arendts fur Koselleck und Schmitt kontextualistisch, politiktheoretisch und motivgeschichtlich nachspuren.

I. Kritik und Krise zwischen Schmittianisierung und Liberalisierung

II. Rechtfertigung des Themas

III. Kritik und Krise: Die Rezeption

IV. Koselleck und Schmitt

V. Koselleck und Arendt

VI. Arendts Europabesuche

VII. Kosellecks Arendt-Lektüre

VIII. Schlussfolgerungen

Abbildungsnachweise

Quellen- und Literaturverzeichnis

Dank

Namensregister

  • By (author) Sebastian Huhnholz

»Die Studie von Sebastian Huhnholz ist ein gutes Beispiel dafür, dass politische Ideengeschichte nicht zwangsläufig in einem manierierten ›Schöner-Denken‹ enden muss, sondern durchaus eine wissenskritische Dimension entfalten kann – insbesondere, wenn sie sich wie hier auf intensive Archivarbeit stützt. Nicht nur Koselleck-Kennern ist das Buch zu empfehlen.« Peter Tietze: Rezension zu: Huhnholz, Sebastian: Von Carl Schmitt zu Hannah Arendt?. Heidelberger Entstehungsspuren und bundesrepublikanische Liberalisierungsschichten von Reinhart Kosellecks ›Kritik und Krise‹. Berlin 2019. ISBN 978-3-428-15570-5, in: H-Soz-Kult, 03.09.2019,

»Ein Buch, das für jeden produktiv sein kann, der daran interessiert ist, aus Diskussionen, Erfahrungen und Beziehungen der Vergangenheit, eigene Gewissheiten und Deutungsrahmen zu überprüfen und neu zu ordnen. Nebenbei, auch ein Buch das Freude bereitet, wird hier doch vorgeführt, welche Tradition viele Denkfiguren haben, die in veränderten Kontexten immer wieder rekontextualisiert auftauchen. Damit auch ein Buch das dazu beitragen kann, über den professionellen Tellerrand zu schauen.« Prof. Dr. Eckart Riehle, in: socialnet Rezensionen vom 01.08.2019