Paulus als Briefroman erzählt

Studien zum antiken Briefroman und seiner christlichen Rezeption in den Pastoralbriefen

By (author) Timo Glaser

Book cover: Paulus als Briefroman erzählt

Extent: 376 pages

Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht

Subjects: Biblical Studies

Series: Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments

Language: German

Hardback (Out of print)

(September 2009)

ISBN: 9783525533895

6.34 x 9.33 inches

Price: $119.00

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Ist der Verfasser der Pastoralbriefe ein Romanschreiber?


English summary: The author discusses the influence of the genre of the ancient epistolary novel on early Christian epistolary literature. After scrutinizing a few such novels, he demonstrates how the genre was used in the pastoral epistles to construct a specific picture of the Apostle Paul as missionary and martyr. German text. German description: Die drei pseudepigraphen Paulusbriefe an Timotheus und Titus weisen zugleich eine augenfallige Aehnlichkeit und Distanz zu den anderen unter dem Namen des Paulus umlaufenden Briefen auf. Dieses Changierspiel mit Paulus kommt sowohl in der Theologie, der Sprache, der Gemeindekonzeption wie nicht zuletzt in der literarischen Gestalt der Briefe zum Ausdruck: Als Briefe an Einzelpersonen stehen sie ebenso singular im neutestamentlichen Kanon wie ihr Charakter als Briefbuch sie von den anderen Paulusbriefen abhebt. Die in der Forschung diskutierte Frage, inwieweit in den Pastoralbriefen paulinische Tradition bewahrt ist, ob sie eine angemessene oder verzeichnende Weiterfuhrung paulinischer Theologie sind, greift vorliegende Arbeit von einer literaturwissenschaftlichen Perspektive her auf. Viele der genannten Besonderheiten teilen die Pastoralbriefe mit zeitgenossischen Briefbuchern beruhmter Manner der Vergangenheit, die in der Forschung der Gattung des antiken Briefromans zugerechnet werden. Im ersten Teil der Arbeit werden die Briefromane des Aischines, des Euripides und des Sokrates und der Sokratiker ausfuhrlich untersucht (neben den Briefromanen des Alexander, des Hippokrates und der Sieben Weisen), um darauf im zweiten Teil die so erarbeitete Hermeneutik auf die Pastoralbriefe anzuwenden. Dabei zeigt sich, wie deren Verfasser die Gattung des Briefromans aufgegriffen hat, um die verschiedenen Paulusbilder seiner Zeit als Etappen einer Entwicklung des Volkerapostels vom Gemeindeorganisator zum Martyrer erzahlerisch erklarbar zu machen.

Dr. theol. Timo Glaser ist Mitarbeiter im Fachreferat Theologie der Universitätsbibliothek Marburg.

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