Haftung für den Klimawandel im Zivilrecht

Deliktische und (quasi-)negatorische Ansprüche durch klimaschutzbezogene Verkehrspflichten unter besonderer Berücksichtigung von Art. 6:162 NBW

By (author) Jonas Sauerwald

Book cover: Haftung für den Klimawandel im Zivilrecht

Extent: 443 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Earth & Life Sciences , German Studies, Law

Series: Schriften zum Umweltrecht

Series volume number: 209

Language: German

Paperback (Published)

(October 2024)

ISBN: 9783428192021

6.18 x 9.17 inches

Price: $138.00

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Die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Klimawandels beschaftigt die Rechtswissenschaft seit einigen Jahren. Mit der Shell-Entscheidung der Rechtbank Den Haag in den Niederlanden scheint eine Aktivierbarkeit des Zivilrechts zur Bekampfung des Klimawandels moglich. Die Untersuchung setzt hier an: Ist es moglich, Emittenten zivilrechtlich zu verpflichten, ihre Emissionen an das 1,5 Grad Celsius Ziel anzupassen? Massgeblich ist die Auslegung von Art. 20a GG durch das Bundesverfassungsgericht.


English summary: Liability for climate change in civil law: The discussion of the impacts of climate change has been occupying legal science for several years. With the Shell decision of the Rechtbank Den Haag in the Netherlands, it seems possible to activate civil law to combat climate change. This study takes up the following issue: Is it possible to use civil law provisions to oblige emitters to adjust their emissions to the 1.5 degree Celsius target? The decisive factor is the interpretation of Article 20a Grundgesetz by the Federal Constitutional Court German description: Die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Klimawandels beschaftigt schon seit einigen Jahren die Rechtswissenschaft. Neben dem Offentlichen Recht spielte das Zivilrecht zunachst nur eine untergeordnete Rolle. Mit der sog. Shell-Entscheidung der Rechtbank Den Haag in den Niederlanden scheint eine Aktivierbarkeit des Zivilrechts zur Bekampfung des Klimawandels moglich. Die vorliegende Untersuchung setzt an dieser Stelle an: Ist es moglich, mittels zivilrechtlicher Bestimmungen Emittenten zu verpflichten, ihre Emissionen an das 1,5 Grad Celsius Ziel anzupassen? Eine solche Verpflichtung konnte sich aus den deliktischen Verkehrspflichten ergeben, deren Geschichte und Inhalt untersucht werden. Vorbild konnte die der Shell-Entscheidung zugrundeliegende zivilrechtliche Bestimmung sein, sofern sie mit den deutschen Verkehrspflichten vergleichbar ist. Massgeblich fur eine Anpassungspflicht ist die Auslegung von Art. 20a GG durch das Bundesverfassungsgericht in sog. Klima-Entscheidung.

1. Aktueller Forschungsstand zum Klimawandel
Einleitung – Begriffserklärung Umweltschutz und Klimaschutz – Bedeutung des Weltklimarates – Kernaussagen des 6. IPCC-Berichts 2021 und 2022 – Der sog. Treibhaus(gas)effekt – Konsequenzen

2. Die Zulässigkeit von horizontalen Klimaklagen
Einleitung – Ersatz von Klimaschäden – Unterlassungsbegehren zur Reduktion der Treibhausgase – Gemeinsame Probleme der Schadensersatz- und Unterlassungsklagen

3. Art. 6:162 Nieuw Bugerlijk Wetboek in den niederländischen Klimaklagen
Aktuelles Verständnis der Vorschrift im deutschsprachigen Raum – Zusammenfassung der Shell-Entscheidung – Urgenda-Entscheidung

4. Das Verständnis der Verkehrspflichten in Deutschland
Der Begriff der Verkehrspflichten – Rechtshistorischer Hintergrund – Dogmatischer Hintergrund in § 823 BGB – Verkehrspflicht in § 1004 BGB und §§ 823, 1004 analog BGB – Verkehrspflichten und Rechtswidrigkeit bei § 1004 BGB – Rechtswidrigkeit §§ 823, 1004 BGB analog – Auswirkungen auf die horizontalen Klimaklagen – Anspruch aus § 862 BGB – Anspruch auf Einhaltung einer Verkehrspflicht – Herleitung der Verkehrspflicht

5. Das Verständnis von Art. 6:162 Abs. 2 NBW in den Niederlanden
Historischer Ursprung der Norm und Entwicklung – Die Handhabung von Art. 6:162 Abs. 2 NBW in der aktuellen Rechtspraxis – Vergleichbarkeit mit dem deutschen Deliktsrecht

  • By (author) Jonas Sauerwald