Denken in Netzwerken

Zur Rechts- und Gesellschaftstheorie Karl-Heinz Ladeurs

by Ino Augsberg, Tobias Gostomzyk and Lars Viellechner

Book cover: Denken in Netzwerken

Extent: 112 pages

Publisher: Mohr Siebeck

Subjects: Law

Language: German

Paperback (Published)

(December 2009)

ISBN: 9783161499241

Price: $50.00

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English summary: The book offers an introduction to Karl-Heinz Ladeur’s sociological theory of law. Further developing Luhmann’s systems theory, this approach asks how law can cope with uncertainty in a radically fragmented and pluralised society. It rejects any attempts to reconstruct lost unity and hierarchy and rather tries to develop collision rules that allow for resolving conflicts without eliminating differences. Ladeur’s ecological approach to law, which is more responsive to its social environment, sheds new light on the theory and practice of constitutional rights and media law in Germany. At the same time, Ladeur’s concept of a network of networks of heterarchical private relationships and public institutions which observe, influence and reflect each other opens up a new perspective in the debate on law and globalization. German description: Ino Augsberg, Tobias Gostomzyk und Lars Viellechner fuhren in Karl-Heinz Ladeurs Rechts- und Gesellschaftstheorie ein. Im ersten Kapitel erarbeiten die Autoren die rechtstheoretischen Grundgedanken. Ladeurs postmoderne Rechtstheorie, die an Luhmanns Systemtheorie anschliesst, aber diese zugleich kritisch weiterentwickelt, untersucht, wie das Recht die aus einer fragmentierten und pluralisierten Umwelt resultierende Unsicherheit erkennen und verarbeiten kann. Dabei rekonstruiert sie nach Massgabe eines Vorrangs der Differenz vor der Identitat kein einheitliches Fundament der Gesellschaft, sondern entwickelt Kollisionsregeln, die Konflikte losen, ohne Unterschiede zu beseitigen. Das fuhrt zu einer Neukonzeption des Rechts im Sinne von Selbstreferenz, Selbstorganisation und Prozeduralisierung. Im zweiten Kapitel zeichnen die Autoren die Anwendung der Theorie auf Fragen der Grund- und Medienrechtsdogmatik nach. Hier kommt es Ladeur insbesondere darauf an, die Rechtspraxis fur Veranderungen in der Umwelt des Rechtssystems, etwa eine zu beobachtende Fragmentierung von Offentlichkeit, zu sensibilisieren und die Eigenrationalitaten der unterschiedlichen Sozialbereiche bei der juristischen Problembearbeitung starker in Rechnung zu stellen. Im dritten Kapitel stellen die Autoren die Bedeutung der Theorie unter Bedingungen der Globalisierung heraus. Es zeigt sich, dass Ladeurs Modell eines heterarchischen Netzwerks von Netzwerken unterschiedlicher privater Beziehungen und offentlicher Institutionen, die sich wechselseitig beobachten und beeinflussen, einen dritten Weg zwischen Staatenwelt und Weltstaat eroffnet.

Ino Augsberg, Geboren 1976; Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Literatur- und Rechtswissenschaft in Freiburg i. Br. und Heidelberg; 2001 Promotion zum Dr. phil.; 2008 Promotion zum Dr. iur.; derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akademischer Rat a.Z. an der Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen.Tobias Gostomzyk, ist Rechtsanwalt in Hannover.Lars Viellechner, ist Fellow an der Bremen International Graduate School of Social Sciences.

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