Das Gesetz des Unbewussten im Rechtsdiskurs: Grundlinien einer psychoanalytischen Rechtstheorie nach Freud und Lacan.
By (author) Martin Schulte
Paperback (Published)
(December 2009)
ISBN: 9783428130887
6.18 x 9.17 inches
Price: $131.00
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Das ethische Ziel des Autors ist es, mittels der theoretischen Psychoanalyse Freuds und Lacans unbewusste Dimensionen in Rechtsdiskursen zu beleuchten und damit die Möglichkeit zu eröffnen, verschlüsselte Symptome zu identifizieren und aufzulösen. Im Zentrum steht die Doppelbödigkeit aus bewussten und unbewussten Determinanten in der Rechtssprache. Martin Schulte entwickelt die These, dass legale Signifikation im »Symbolischen« stattfindet und an das »Begehren« des Rechtssubjekts geknüpft ist. Dieses »Begehren« hat seinen Ursprung in der durch das Erlebnis der Trennung geprägten Kindheit. Deswegen spielt das Phänomen der Liebe als ein auf Anerkennung basierendes Sprachzeichen eine wichtige Rolle im Rechtsdiskurs. Beispiele beziehen sich auf das Grundgesetz und die Zivilprozessordnung.
Das »Begehren« und seine Beziehung zur Signifikation wird aus der Genealogie des Unbewussten im Ödipuskomplex hergeleitet und in typisierte juristische Situationen wie das Gerichtsverfahren, die universitäre Lehre und die anwaltliche Streitvertretung übertragen. So führen das Gericht oder der Gesetzgeber einen »Herrschaftsdiskurs«, der auf der Ebene des Bewussten einen »Herrensignifikanten« produziert und damit dem Rechtssubjekt eine Totalität des Gesetzes vermittelt, aber gleichzeitig seine eigene »Gespaltenheit« unbewusst verdrängt.
Daneben untersucht der Autor – ausgehend von Kant – moralisches Denken unter dem Aspekt des »Über-Ichs«, die Entstehung des »Vaterrechts« im Lichte der Freudschen Ur-Mythen und die psychischen Voraussetzungen von Rechtsbindung im institutionalisierten Rechtsstaat.
Einleitung einer psychoanalytischen Rechtstheorie
1. Recht als Mythos
Der Ursprung des Vaterrechts bei Freud: Freuds Version der Entstehung der Ur-Gesetze in Totem und Tabu – Der ungeschriebene Text der Thora: Die Wiederholung des Vatermords – Historische Spekulation und psychologische Wahrheit? – Die Privilegierung des Maskulinen und feministische Kritik
2. Legendre und der institutionelle Vater im Rechtsstaat
Das Verbrechen des Gefreiten Lortie – Die unbewusste Erotik im Verhältnis des Subjekts zu den Rechtsinstituten – Der Ödipusmythos als Allegorie der Beziehung von Subjekt und Autorität – Recht, Hypermodernität, Verlust des Glaubens – Die Beschwörung des Mythos im modernen Rechtsstaat
3. Lacan und das Gesetz der Signifikanten
Die Entstehung von Rechtssubjektivität – Das Gesetz in der Strukturierung der subjektiven Erfahrung: R, S, I – Das Recht als Funktion in der Topologie des Subjekts – Recht als die Erfahrung zwischen Signifikant und Objektbeziehung – Die psychoanalytische Seite des Rechts in Lacans Diskurstheorie
Schluss: Impulse einer psychoanalytischen Rechtstheorie
Verzeichnis einiger Grundbegriffe der Psychoanalyse nach Lacan, Literatur-, Personen- und Sachwortverzeichnis
- By (author) Martin Schulte
»Die Stärke des Buches liegt in seiner präzisen Sprache.« Dominik Finkelde SJ, in: Philosophisches Jahrbuch, 1/2012
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