Auskunftsansprüche und prozessuale Mitwirkungspflichten
Instrumente zur Bewältigung von Informationsungleichgewichten
By (author) Laura Schmitt
Hardback (Forthcoming)
(January 2027)
ISBN: 9783162002990
6.1 x 9.13 inches
Price: $270.00
Information asymmetries can determine the outcome of a legal dispute. Laura Schmitt examines how German substantive and procedural civil law seek to redress imbalances in information, the tensions that arise in doing so, and how these tensions can be resolved in a manner consistent with the legal system.
Laura Schmitt examines how information asymmetries are addressed in German substantive and procedural civil law. Her comprehensive analysis shows that, while the current legal framework provides a wide range of instruments to remedy information deficits, these mechanisms are neither sufficiently systematized from a doctrinal perspective nor consistently coordinated in their interaction. In particular, tensions arise between substantive law and procedural law where procedural mechanisms effectively override substantive legal value judgments.
Adopting a doctrinal approach complemented by comparative, constitutional, and EU law perspectives, the author focuses on rights to information, reversals of the burden of proof, and secondary duties of substantiation. She analyzes their prerequisites, functions, and limits in the context of fact-finding, the adversarial principle, the duty of truthfulness, and the principle of good faith. Laura Schmitt demonstrates that German law does not recognize a general right to information. Nevertheless, courts increasingly compensate for information deficits through an expansive application and further development of substantive information rights derived from the principle of good faith, as well as through the doctrine of secondary duties of substantiation. This development creates doctrinal uncertainties and risks circumventing substantive legal evaluations through procedural law.
Building on these findings, the study develops a comprehensive systematization of the existing mechanisms for addressing information asymmetries, clarifies their doctrinal relationship, and proposes ways of recalibrating them within the boundaries of current law. In doing so, it contributes to strengthening the coherence between substantive and procedural law and to the constitutional and EU law-compliant development of German civil procedure.
Teil 1: Rechtshistorische und zivil(prozess)rechtliche Grundlagen der Sachverhaltsaufklärung
1. Kapitel: Die These vom Informationsgleichgewicht und ihre Folgen für die Ausgestaltung des nationalen Zivil(prozess)rechts
§ 1 Entstehung und ideengeschichtlicher Hintergrund
§ 2 Folgen für die Verteilung des Informationsrisikos
§ 3 Erkenntnisgewinn
2. Kapitel: Grundlagen und Grenzen der Sachverhaltsaufklärung im Zivilprozess
§ 1 Ausgangspunkt: Wahrheitsfindung als Aufgabe des Zivilprozesses
§ 2 Systemimmanente Grenzen der Wahrheitsfindung
§ 3 Grenzen der Parteihoheit über den Tatsachenstoff
§ 4 Erkenntnisgewinn
3. Kapitel: Instrumente zum Ausgleich von Informationsdefiziten im Überblick
§ 1 Materiell-rechtliche Instrumente
§ 2 Prozessuale Instrumente
Teil 2: Analyse des bestehenden Systems zum Umgang mit Informationsdefiziten
4. Kapitel: Umgang mit Informationsungleichgewichten in ausgewählten Teilrechtsgebieten
§ 1 Umgang mit Informationsungleichgewichten in ausgewählten Teilbereichen des Bürgerlichen Rechts
§ 2 Umgang mit Informationsungleichgewichten im Sonderprivatrecht
§ 3 Umgang mit Informationsungleichgewichten im Insolvenzrecht als Prozessrecht
5. Kapitel: Analyse und Folgen für den weiteren Gang der Untersuchung
§ 1 Ursachen für Informationsdefizite
§ 2 Binnensystematik der materiell-zivilrechtlichen Instrumente
§ 3 Binnensystematik der prozessualen Instrumente
§ 4 Verhältnis zwischen materiellen und prozessualen Instrumenten
§ 5 Zentrale Fragen für die Weiterentwicklung bzw. Neujustierung des Systems zum Ausgleich von Informationsdefiziten
Teil 3: Systematisierung und Neujustierung im geltenden Recht
6. Kapitel: Rechtliche Rahmenbedingungen
§ 1 Zwingende Vorgaben für den Umgang mit Informationsdefiziten im Unionsrecht
§ 2 Zwingende Vorgaben für den Umgang mit Informationsdefiziten im nationalen Recht
7. Kapitel: Folgen für den Umgang mit Informationsungleichgewichten de lege lata
§ 1 Kein in sich geschlossenes Regelungssystem
§ 2 Grundregeln und Folgen für den Ausgleich von Informationsungleichgewichten im materiellen Recht
§ 3 Grundregeln und Folgen für den Ausgleich von Informationsungleichgewichten im Prozessrecht
Teil 4: Entwicklungsperspektiven de lege ferenda
8. Kapitel: Entwicklungstendenzen im nationalen Recht und auf europäischer Ebene betreffend den Umgang mit Informationsdefiziten
§ 1 Ausbau materiell-rechtlicher Auskunftsansprüche im nationalen Recht im Zuge der Rechtsvereinheitlichung
§ 2 Zunehmende Bedeutung prozessualer Instrumente für den Ausgleich von Informationsdefiziten
§ 3 Materialisierung des Zivilverfahrensrechts durch den Einfluss des Unionsrechts?
§ 4 Beseitigung von Informationsdefiziten als Anliegen der Rechtsharmonisierung im Zivilprozessrecht
§ 5 Umgang mit Informationsungleichgewichten in anderen Rechtsordnungen - Auskunftsansprüche als deutscher Sonderweg
§ 6 Regelungsmodelle im Soft-Law
9. Kapitel: Regelungsbedarf, Reformziele und konkrete Änderungsvorschläge
§ 1 Ansätze im Schrifttum für eine Erweiterung der Instrumente zum Umgang mit Informationsdefiziten
§ 2 Eckpunkte einer Weiterentwicklung des geltenden Zivil(prozess)rechts
§ 3 Reformbedarf und Reformvorschläge
Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
- By (author) Laura Schmitt
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