Mittelbare Täterschaft durch Versetzen in einen Motivirrtum.

Die Rechtsfigur des Täters hinter dem Täter im Bereich der Irrtumsherrschaft.

By (author) Alexander Lehmann

Book cover: Mittelbare Täterschaft durch Versetzen in einen Motivirrtum.

Extent: 345 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 303

Language: German

Paperback (Published)

(March 2022)

ISBN: 9783428185283

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Die Abhandlung geht der Frage der Möglichkeit eines Täters hinter dem Täter in den Fällen der Irrtumserregung nach, es wird mithin untersucht, ob das Hervorrufen eines Motivirrtums für die Annahme von mittelbarer Täterschaft bereits genügen kann. Hierbei werden sowohl die klassischen Fälle der mittelbaren Täterschaft im Drei-Personen-Verhältnis als auch die Fälle der Selbstschädigung des Vordermanns behandelt.


Irrefuhrende Ermittlungsmethoden und Vernehmungsmuster gehoren seit jeher zum Repertoire der Strafverfolgungsbehorden und sind nach wie vor aus dem Ermittlungsverfahren nicht hinwegzudenken. Die StPO bezieht zu deren Einsatz in der Beschuldigtenvernehmung insoweit Stellung, als sie in 136a Abs. 1 Satz 1 ein Tauschungsverbot fur die Vernehmung statuiert und in 136 Abs. 2 anordnet, dass die Vernehmung dem Beschuldigten die Gelegenheit geben soll, Verdachtsgrunde zu beseitigen und entlastende Umstande vorzubringen. Tobias Muller folgert daraus, dass die Vernehmung entgegen der herrschenden Meinung ausschliealich der Gewahrung rechtlichen Gehors zur Beseitigung eines vorliegenden Verdachts dient, weshalb in der Vernehmung nichts geschehen darf, was dieser Entlastungsfunktion zuwiderlauft. Entgegen diesem Verbot erhobene Aussagen durfen regelmaaig nicht verwertet werden. Auaerhalb der Vernehmung ist der Beschuldigte durch die Selbstbelastungsfreiheit partiell vor Irrefuhrungen geschutzt.

Einleitung: Relevanz der Untersuchung: Entscheidungserheblichkeit – Herangehensweise der Untersuchung
1. Der Motivirrtum: Die kodifizierten Motivirrtümer – Die nicht kodifizierten Motivirrtümer – Möglichkeiten der rechtlichen Bewertung der Erregung von Motivirrtümern
2. Der Täter hinter dem Täter: Der Begriff des Täters hinter dem Täter – Die Entwicklung der Rechtsfigur des Täters hinter dem Täter
3. Die mittelbare Täterschaft: Allgemeine Täterschaftsvoraussetzungen – Wortlaut, Systematik und Telos – Die Historie der mittelbaren Täterschaft – Zwischenergebnis – Die Beteiligungslehren im Laufe der Zeit und deren Auswirkungen auf die Reichweite der mittelbaren Täterschaft – Der Täterbegriff
4. Das Drei-Personen-Verhältnis: Vollständige Anerkennung – Vollständige Ablehnung – Teilweise Anerkennung
5. Das Zwei-Personen-Verhältnis: Möglichkeit mittelbarer Täterschaft im Zwei-Personen-Verhältnis – Überblick über das Meinungsspektrum – Irrtümer, die zum Suizid führen – Behandlung in der Rechtsprechung – Behandlung in der Wissenschaft
6. Fazit
Anhänge
Literatur- und Sachwortverzeichnis

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