Nonverbale Verhaltensweisen im Strafprozess.

By (author) Helge A. Wiechmann

Book cover: Nonverbale Verhaltensweisen im Strafprozess.

Extent: 306 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: German Studies, Law

Series: Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge

Series volume number: 301

Language: German

Hardback (Published)

(April 2022)

ISBN: 9783428184392

6.18 x 9.17 inches

Price: $127.00

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Die Abhandlung untersucht die Verwertbarkeit nonverbaler Verhaltensweisen von Prozessbeteiligten in der Hauptverhandlung und zeigt auf, dass diese partiell unwillkürlichen Reaktionen – entgegen dem vielfach »ersten Rechtsgefühl« – sowohl für den Fall ihres zufälligen Auftretens als auch für den Fall der gezielten Provokation durch ein Strafverfolgungsorgan vollständig verwertbar sind und dies etwa auch zu Lasten des schweigenden Angeklagten.


Die Abhandlung untersucht die Verwertbarkeit nonverbaler Verhaltensweisen von Prozessbeteiligten in der Hauptverhandlung und zeigt auf, dass diese partiell unwillkurlichen Reaktionen entgegen dem vielfach ersten Rechtsgefuhl sowohl fur den Fall ihres zufalligen Auftretens als auch fur den Fall der gezielten Provokation durch ein Strafverfolgungsorgan vollstandig verwertbar sind. Auch wenn entsprechende tatgerichtliche Provokations- und Wahrnehmungsakte im Einzelfall kurios anmuten mogen, sind diese mit dem Regelungskomplex des strafprozessualen Strengbeweisregimes in Einklang zu bringen und in der Rechtspraxis umsetzbar. Der Verwertbarkeit stehen dabei weder Rechtssatze der Strafprozessordnung noch solche der Verfassung entgegen. Insbesondere untersagt auch der Grundsatz des nemo tenetur se ipsum accusare nicht per se, im Einzelfall ein verdachtiges Erroten auch des schweigenden Angeklagten zu seinen Lasten zu verwerten.

1. Nonverbale Verhaltensweisen
Begriffsbestimmung – Zur Funktion und materiellen Bedeutung nonverbaler Verhaltensweisen im Kommunikationsprozess
2. Formale Anforderungen an die Beweiserhebung
Zur Beweisbedürftigkeit nonverbaler Verhaltensweisen – Nonverbale Verhaltensweisen in der Dichotomie von (subjektivem) Personal- und Sachbeweis
3. Erhebungs- und Verwertbarkeitsschranken
Die Justizförmigkeit des Verfahrens als Schranke für »ungewöhnliche« Beweiserhebungen? – Die Schranke des § 136a StPO – Das Gebot förmlicher Beweiserhebung und formale Erhebungsschranken für Experiment-Konstellationen? – Der Grundsatz des »nemo tenetur se ipsum accusare« und seine Ausprägungen in §§ 243 Abs. 5 Satz 1, 136 Abs. 1 Satz 2 StPO und der Mitwirkungsfreiheit – Die Vorschriften der §§ 52, 81c Abs. 3 Satz 1 StPO – Allgemeines Persönlichkeitsrecht, Art. 2 Abs. 1, 1 Abs. 1 GG – Das Recht auf ein faires Verfahren, Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 20 Abs. 3 GG
4. Zur Bedeutung in der Beweiswürdigung
Nonverbale Verhaltensweisen als Bestandteil des Inbegriffs der mündlichen Verhandlung – Aspekte im Rahmen der freien Beweiswürdigung
5. Schlussbemerkung
Literatur- und Sachwortverzeichnis

  • By (author) Helge A. Wiechmann

»Mit dem hier rezensierten Werk hat Wiechmann nachweislich die Ära des zu Beginn konstatierten Schattendaseins der behandelten Thematik treffsicher und verdient beendet.« Anke Arkenau, in: Kriminalpolitische Zeitschrift, Heft 4/2022