Unterlassungszurechnung bei drittvermittelten Rettungsgeschehen.
Unter besonderer Berücksichtigung von Compliance-Systemen.
By (author) Timo Schrott
Paperback (Published)
(March 2014)
ISBN: 9783428143016
6.18 x 9.17 inches
Price: $139.00
Out of stock
Timo Schrott untersucht in dieser Publikation ein Zurechnungsproblem, das in der strafrechtlichen Aufarbeitung des Einsturzes der Bad Reichenhaller Eissporthalle am 2. Januar 2006 die entscheidende Rolle spielte: Kann sich ein pflichtwidrig Unterlassender zu seiner Entlastung darauf berufen, dass bei seinem pflichtgemäßem Handeln möglicherweise ein anderer den Erfolg verursacht hätte?
Seinen Reiz schöpft dieses Thema aus dem Umstand, dass es kontrovers diskutierte dogmatische Grundfragen aufwirft und zugleich in unserer arbeitsteilig organsierten Wirtschaftswelt von erheblicher praktischer Relevanz ist.
Timo Schrott untersucht in dieser Publikation ein Zurechnungsproblem, das in der strafrechtlichen Aufarbeitung des Einsturzes der Bad Reichenhaller Eissporthalle am 2. Januar 2006 die entscheidende Rolle spielte: Kann sich ein pflichtwidrig Unterlassender zu seiner Entlastung darauf berufen, dass bei seinem pflichtgemäßem Handeln möglicherweise ein anderer den Erfolg verursacht hätte?
In arbeitsteiligen Strukturen bringt dieses Problem das strafrechtliche Zurechnungssystem an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit. Während der BGH nach dem Zweifelsgrundsatz freispricht, empfinden einflussreiche Autoren eine Entlastung als unerträglich und rechnen den Erfolg zu.
In einer rechtsphilosophischen Einführung stellt der Autor die heute in der Wissenschaftstheorie vorherrschende, auf Naturgesetzen basierende Kausalitätsfeststellung hermeneutischen Ansätzen gegenüber.
Im rechtsdogmatischen Kernteil entwickelt er nach Aufarbeitung der Diskussion in Rechtsprechung und Literatur eine eigene Lösung. Die entscheidende Herausforderung sieht er darin, eine vorhersehbare, tatsachenbasierte Zurechnung zu ermöglichen. Er entwickelt Zurechnungskriterien, die den notwendigen Bezug zum konkreten Tatgeschehen wahren und ausufernde hypothetische Erwägungen vermeiden.
In einer abschließenden Studie untersucht der Autor das Zurechnungsproblem im Kontext von Compliance-Systemen und erweitert so die bislang sehr auf die Garantenstellung des Compliance-Officers konzentrierte Diskussion.
A. Erfolgszurechnung bei drittvermittelten Rettungsgeschehen als Belastungsprobe empirischer Kausalitätsfeststellung
Praktische Annäherung an das Problem: Der Eissporthallen-Fall – Begriffsklärungen – Untersuchungsbedarf – Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands – Gang der Untersuchung
B. Wissenschaftstheoretische und strafrechtsdogmatische Grundfragen zur Kausalität der Unterlassung
Die Kausalität und ihre Feststellung – Die Erfolgszurechnung im Bereich der Unterlassungsdelikte
C. Erfolgszurechnung bei drittvermittelten Rettungsgeschehen: Diskussion in Literatur und Rechtsprechung
Das Zurechnungsproblem und seine Praxisrelevanz – Die Lösung der Rechtsprechung – Kritik in der Literatur – Überprüfung und eigene Kritik – Alternative Lösungsansätze in der Literatur
D. Entwicklung eines eigenen Zurechnungsmodells
Versuch der Lösung über bekannte dogmatische Figuren – Grundstruktur des Zurechnungsmodells – Ausgestaltung des Zurechnungsmodells – Überprüfung des Zurechnungsmodells anhand der höchstrichterlichen Rechtsprechung
E. Anwendung des Lösungskonzepts auf ausgewählte Zurechnungsprobleme im Rahmen von Compliance-Systemen
Einführung – Fallkonstellationen – Anwendung des Lösungsmodells – Ergebnis
F. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Ausblick
Literaturverzeichnis
Sachwortverzeichnis
- By (author) Timo Schrott
Other Titles in this Series
Probleme des Tatbestands Subventionsbetrug, § 264 StGB, unter dem Blickwinkel allgemeiner strafrechtlicher Lehren.
Volume 46
Strafzumessungstatsachen zwischen Verbrechenslehre und Straftheorie.
Zugleich ein Beitrag zur Strafzumessungsrelevanz des Vor- und Nachtatverhaltens.
Volume 264
Kausalität und Rechtsverletzung.
Ein Beitrag zu den Grundlagen strafrechtlicher Erfolgshaftung am Beispiel des Abbruchs rettender Kausalverläufe.
Volume 147
Die Bedeutung des Irrtums über täterschaftsbegründende Umstände.
Eine Untersuchung der vermeintlichen und verkannten Täterschaft.
Volume 284
Die Interessenabwägungsformel in der Vorschrift über den rechtfertigenden Notstand (§ 34 StGB).
Volume 66
Tatprovokation als Ermittlungsmaßnahme.
Rechtliche Grenzen der Beweiserhebung und Beweisverwertung beim Einsatz polizeilicher Lockspitzel im Strafverfahren.
Volume 250
Der Submissionsbetrug.
Eine Untersuchung zur Strafbarkeit von Manipulationen bei Ausschreibungsverfahren als Betrug.
Volume 93
Sexuelles Selbstbestimmungsrecht und Vergewaltigungsbegriff.
Ein Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion einer Neufassung des § 177 StGB unter Berücksichtigung der Strafbarkeit de lege lata und empirischer Gesichtspunkte.
Volume 80
Die Straf- und Bußgeldtatbestände der Datenschutzgesetze
als Teil des Schutzes des informationellen Selbstbestimmungsrechts.
Volume 265
Konstruktive Tatverarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Strafrecht.
Normative und empirische Überlegungen zur Bedeutung eines opferorientierten Rechtsgüterschutzes für die Strafverfolgung.
Volume 148
Der Irrtum im Urheberstrafrecht.
Ein konzeptioneller Beitrag zur strafrechtlichen Irrtumslehre und deren Übertragung auf die §§ 106 ff. UrhG unter besonderer Berücksichtigung neuer Medien.
Volume 274
Kabinettsjustiz in Brandenburg-Preußen.
Eine Studie zur Geschichte des landesherrlichen Bestätigungsrechts in der Strafrechtspflege des 17. und 18. Jahrhunderts.
Volume 30
Die Begnadigung in vergleichender Perspektive.
Rechtsphilosophische, verfassungs- und strafrechtliche Probleme.
Volume 97
Die Bemessung der Sperrfrist bei der strafgerichtlichen Entziehung der Fahrerlaubnis (§§ 42 m und 42 n StGB).
Volume 3
Die Schutzfunktionen der Strafbestimmung gegen den Hausfriedensbruch.
Ein Beispiel für die soziologisch fundierte Auslegung strafrechtlicher Tatbestände.
Volume 17
Strafmilderungen des Allgemeinen Teils des StGB und das Doppelverwertungsverbot.
Untersuchungen zu den §§ 23 Abs. 2, 13 Abs. 2, 17 Satz 2, 35 Abs. 1 Satz 2 und 46 Abs. 3 StGB.
Volume 50
Schadensbezifferung und bilanzielle Berechnung des Vermögensschadens bei dem Tatbestand des Betruges (§ 263 StGB).
Volume 268
Zivilrechtliche Haftung und strafrechtliche Verantwortung des GmbH-Geschäftsführers bei Insolvenzverschleppung.
Zugleich ein Beitrag zum ultima ratio-Prinzip.
Volume 150
Zum Anwendungsbereich der §§ 359 ff. StPO.
Möglichkeiten und Grenzen der Fehlerkorrektur über das strafrechtliche Wiederaufnahmeverfahren.
Volume 273
Similar Books
Legal Pluralism and the Tajik Experience of Xinjiang
Between Custom and the Chinese State: An Ethnographic Perspective
Liturgia semper reformanda
Adaptations and accommodations in the liturgy in light of canon 838 of the Code of Canon Law
Volume 6
Althochdeutsche Stabreimdichtungen
Hildebrandslied, Muspilli und kleinere Denkmaler. Von Grund auf neu ediert, mit Erschliessungshilfen versehen, ubersetzt und eingeleitet von Frank Schafer
Credit Default Swap-Aktivismus
Eine ökonomische Analyse und rechtliche Bewertung der Einflussnahme von Credit Default Swap-Investoren auf Unternehmen
Die Konjunkturkomponente des Grundgesetzes
Die konjunkturbedingte Kreditaufnahme im System der Kreditermächtigungen, europarechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Verpflichtungen der Finanzverfassung
Indirekte Enteignung
Verfassungsunmittelbar gebotene Entschädigungspflicht im Spiegel des Mehrebenensystems
Kollektivismus und Individualismus im Aktienrecht
Zum Einfluss aktienrechtlicher Paradigmen auf die Rechtsentwicklung in Deutschland und den USA
Künstlervertragsmodelle in der Musikwirtschaft
Rechtliche Grenzen der künstlerbezogenen Nebenrechteverwertung im Erlös-, Vermittlungs-, Options- und Leistungsmodell
Mehrdimensionale Diskriminierungen
Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
Rechtssubjektivität für Künstliche Intelligenz
Eine Untersuchung von Zuerkennungsgründen für die "ePerson"
Stablecoins und Aufsichtsrecht
Die Regulierung von E-Geld-Token der MiCAR zwischen Buchgeld, E-Geld und Geldmarktfonds
Strukturierter Parteivortrag im digital geführten Zivilprozess
Richterliche Verfahrensleitung und Sanktionierung parteiseitigen Fehlverhaltens
Zeugnisverweigerungsrechte in modernen Familienformen
Zur Notwendigkeit einer Erweiterung der Zeugnisverweigerungsrechte für Angehörige gemäß § 52 Abs. 1 StPO im Licht des Art. 6 Abs. 1 GG
Carl Hanser Verlag as an intermediary of Polish literature in West Germany between 1945 and 1990
Volume 2
