Rechtsgrundlagen europäischer Agenturen im Verhältnis vertikaler Gewaltenteilung.

By (author) Nicolas Sölter

Book cover: Rechtsgrundlagen europäischer Agenturen im Verhältnis vertikaler Gewaltenteilung.

Extent: 349 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Religious Studies, Social Sciences 

Series: Schriften zum Europäischen Recht

Series volume number: 177

Language: German

Paperback (Published)

(June 2017)

ISBN: 9783428151684

6.18 x 9.17 inches

Price: $164.00

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Die Offenheit des europäischen Primärrechts für Agenturen mit umfangreichen Eingriffsbefugnissen birgt Widersprüche. Die Studie hinterfragt die herrschende Einordnung des Agenturwesens ebenso wie die Anwendung anerkannter Auslegungstechniken bei der Ermittlung institutionell-rechtlicher Kompetenzen. Anhand durch eine wortlautorientierte Interpretation von Rechtsgrundlagen und Verfassungsstrukturprinzipien gewonnener Erkenntnisse schlägt der Autor eine Vertragsänderung vor.


Nach der Rechtsprechung des Europaischen Gerichtshofs gestattet das Primarrecht die Schaffung von Agenturen mit umfangreichen Eingriffsbefugnissen. Die vorliegende Studie zeigt die vertragsimmanenten systematischen Widerspruche dieser Offenheit auf, insbesondere im Hinblick auf die Ausgestaltung der Durchfuhrungsrechtsakte der Kommission. Dabei wird die herrschende Einordnung des Agenturwesens anhand einer funktionalen Betrachtung ebenso hinterfragt wie die Anwendung anerkannter Auslegungstechniken bei der Ermittlung institutionell-rechtlicher Kompetenzen. Durch eine wortlautorientierte Interpretation einschlagiger Rechtsgrundlagen und Verfassungsstrukturprinzipien verlasst die Arbeit in weiten Teilen die ausgetretenen Pfade der seit langem diskutierten Meroni-Rechtsprechung. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse schlagt der Autor eine spezielle, in Anlehnung an die Regelung der Durchfuhrungsrechtsakte unselbstandige Rechtsgrundlage fur Agenturisierungen vor.

Einleitung

Zur Thematik – These und Gang der Untersuchung

Erster Teil: Agenturen im Europäischen Verwaltungsverbund

Agenturbegriff – Typologie – Entwicklung, Gründe und bisherige Rechtsgrundlagenwahl – Funktionale Betrachtung – Einordnung: Institutionengefüge der Europäischen Union / Normenhierarchie – Einordnung: direkter / indirekter Vollzug – Zusammenfassende Thesen

Zweiter Teil: Rechtsgrundlagen europäischer Agenturen

Zur primärrechtlichen Begründungsbedürftigkeit der Agenturen – Umstrittene Meilensteine: Die Rechtssachen ENISA und Leerverkaufsverordnung – Rechtsgrundlagen in speziellen Politikbereichen – Art. 290 f. AEUV als Ermächtigungen zur Schaffung unabhängiger Einrichtungen – Agenturisierung als Vertragsabrundung – Zusammenfassung

Dritter Teil: Begrenzung durch Verfassungsstrukturprinzipien

Subsidiarität – Verhältnismäßigkeit – Der Vorrang des mitgliedstaatlichen Vollzugs zwischen Direktive, Sammelbegriff und Bestandsaufnahme – Institutionelles Gleichgewicht

Gesamtbewertung

Zusammenfassung der Ergebnisse de lege lata in Thesen – Reformvorschlag – Summary of Results

Anhang, Literatur- und Sachverzeichnis

  • By (author) Nicolas Sölter

»Die von Nicolas Sölter an der Universität Hamburg verfasste Dissertation verdient sich ungeachtet dessen ihren Platz in dem vielfältigen - in Deutschland häufig skeptischen - Chor der wissenschaftlichen Stimmen. Denn Sölter versteht es, nicht nur eine sorgfältige und umfassende dogmatische (Re-)konstruktion der unionsverfassungsrechtlichen Grundlagen zu bieten, sondern in der gebotenen Nüchternheit auch die immanenten rechtlichen und integrationspolitischen Grenzen der damit verbundenen Konzepte aufzuzeigen.[...] Die Arbeit von Nicolas Sölter verdient es gleichwohl, in diesem Zusammenhang gelesen und gewürdigt zu werden. Sie leistet einen inhaltlich anregenden Beitrag in einer mittlerweile komplexen politischen wie rechtlichen Debatte, die, wie Sölters rechtspolitischer Vorschlag zur Reform der Verträge zeigt, noch lange nicht beendet ist.« Prof. Dr. Christoph Ohler, in: Die Verwaltung, Band 51, Heft 4/2018