‘Meide die Haretiker.’
Die antihussitische Reaktion des Heidelberger Professors Nikolaus von Jauer (13551435) auf das taboritische Manifest aus dem Jahr 1430
by Jiri Petrasek
Nikolaus von Jauer gilt als Musterbeispiel eines Universitatsgelehrten, der die katholische Position gegen alle Abweichungen wie Aberglaube, zu freie Sitten der Ordensleute, aber auch gegen die hussitische Lehre verteidigte. Sein Traktat gehort zu einem Korpus von elf Reaktionen, die inhaltlich auf die hussitischen Manifeste aus den Jahren 1430/31 reagieren und als Vorstufen fur die Verhandlungen auf dem Basler Konzil zu sehen sind. Diese katholischen Gegenschriften wurden zwar in der Forschung erwahnt, aber bislang nicht analysiert. Erst durch die Erschlieaung der Originalquellen und die interdisziplinare Herangehensweise stehen die zahlreichen Handschriften einer Untersuchung offen. Fur ein besseres Verstandnis der Argumentationsstruktur werden die Reaktionen der Wiener und der Erfurter Universitaten als Vergleichsmaterial herangezogen und neun Schwerpunktthemen untersucht: der Zehnt, der Ablass, die freie Disputation mit den Haretikern vor einem Laiengericht, die Exkommunikation, die Verteidigung der Ordensgemeinschaften und die Vier Prager Artikel. Besonders die Identifizierung der kaum bekannten Vorlage Jauers, des Genesiskommentars Heinrichs von Langenstein, der als grundlegende “theologische Summa” des 15. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, stellt ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung dar. Die Interpretation und Widerlegung des Husstismus als Haresie ist ein verbindendes Element der Reaktionen. So bietet sich ein eindrucksvoller Einblick in den katholisch-hussitischen Diskurs. Es wird deutlich, wie der “Glaubenskrieg” in schriftlicher Form und mit propagandistischen Waffen ausgefochten wurde.
Nikolaus von Jauer gilt als Musterbeispiel eines Universitatsgelehrten, der die katholische Position gegen alle Abweichungen wie Aberglaube, zu freie Sitten der Ordensleute, aber auch gegen die hussitische Lehre verteidigte. Sein Traktat gehort zu einem Korpus von elf Reaktionen, die inhaltlich auf die hussitischen Manifeste aus den Jahren 1430/31 reagieren und als Vorstufen fur die Verhandlungen auf dem Basler Konzil zu sehen sind. Diese katholischen Gegenschriften wurden zwar in der Forschung erwahnt, aber bislang nicht analysiert. Erst durch die Erschlieaung der Originalquellen und die interdisziplinare Herangehensweise stehen die zahlreichen Handschriften einer Untersuchung offen. Fur ein besseres Verstandnis der Argumentationsstruktur werden die Reaktionen der Wiener und der Erfurter Universitaten als Vergleichsmaterial herangezogen und neun Schwerpunktthemen untersucht: der Zehnt, der Ablass, die freie Disputation mit den Haretikern vor einem Laiengericht, die Exkommunikation, die Verteidigung der Ordensgemeinschaften und die Vier Prager Artikel. Besonders die Identifizierung der kaum bekannten Vorlage Jauers, des Genesiskommentars Heinrichs von Langenstein, der als grundlegende “theologische Summa” des 15. Jahrhunderts bezeichnet werden kann, stellt ein wichtiges Ergebnis der Untersuchung dar. Die Interpretation und Widerlegung des Husstismus als Haresie ist ein verbindendes Element der Reaktionen. So bietet sich ein eindrucksvoller Einblick in den katholisch-hussitischen Diskurs. Es wird deutlich, wie der “Glaubenskrieg” in schriftlicher Form und mit propagandistischen Waffen ausgefochten wurde.
- By (author) Jiri Petrasek
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