Liberales Denken – der Kampf um Deutungshoheit.

Nationalliberaler Politikstil im frühen Bismarckreich.

By (author) Ansgar Lauterbach

Image coming soon

Extent: 299 pages

Publisher: Duncker & Humblot

Subjects: Law, Social Sciences 

Series: Historische Forschungen

Series volume number: 124

Language: German

Hardback (Published)

(February 2024)

ISBN: 9783428190898

6.18 x 9.17 inches

Price: $114.00

Out of stock

Im fruhen Bismarckreich vollzog sich eine der grossen Reformphasen in der neueren deutschen Geschichte, an der die Nationalliberalen grossen Anteil hatten. Getragen wurde das liberale Modernisierungsprogramm von einem Politikstil, der weite Teile des Burgertums inhaltlich ansprach, doch schon rasch seine Uberzeugungskraft verlor. Untersucht wird, wie Zukunftsversprechen eine Partei grossmachen konnen, wie schnell aber auch der Einfluss auf Deutungshoheit in der Politik verloren gehen kann.


English summary: Liberal Thinking. The Struggle for Sovereignty of Interpretation. The Political Style of National Liberalists in the Early Bismarckian Empire: The early Bismarckian era saw one of the great reform phases in modern German history, in which the National Liberals played a major role. The liberal modernization program was supported by a political style that appealed to large sections of the mid-dle classes, but quickly lost its persuasive power. The study examines how promises for the future can make a party great, but also how quickly the influence on interpre-tative sovereignty in politics can be lost. German description: Im fruhen Bismarckreich vollzog sich eine der grossen Reformphasen in der neueren deutschen Geschichte, an deren inhaltlichen Ausgestaltung die Nationalliberalen an der Seite des Reichskanzlers grossen Anteil hatten. Ihre Wirkungen und Ergebnisse reichen bis in die heutige Zeit. Getragen wurde das liberale Modernisierungsprogramm von einem Sprach- und Politikstil, einem politischen Code, der von weiten Teilen des Burgertums gelesen und verstanden werden konnte. Das verschaffte den Liberalen die Deutungshoheit in den anstehenden Fragen zur Losung der grossen Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach der Reichsgrundung. Doch warum verlor das vielversprechende Konzept der Erneuerung schon keine zehn Jahre spater seine Uberzeugungskraft? Die vorliegende Studie untersucht auf einem genau markierten Beobachtungsfeld, wie Zukunftsversprechen eine Partei grossmachen konnen, wie schnell aber auch der Einfluss auf Deutungshoheit in der Politik verloren gehen kann.

"I. Uberlegungen zum politischen Code der Nationalliberalen II. Der Paradigmenwechsel im Staatsrecht III. Mangelnde Verfestigung der nationalliberalen Organisationsstruktur und ihre Auswirkung auf die politische Schlagkraft IV. Die organische Ausweitung der Reichsverwaltung und ihre verfassungsrechtlichen Implikationen V. Die Suche nach liberalen Politikangeboten - Vorgedanken zur Rekonstruktion einer liberalen Programmsprache VI. Kulturkampf, nationale Parole und organische Fortentwicklung des Staatswesens - Grundzuge des nationalliberalen Politikstils VII. Strukturelle Schwachen des liberalen Sprachcodes: Das Reichsmilitargesetz - ein altes Problem mit neuer Wahrnehmung VIII. Der Kampf um den liberalen Markenkern am Beispiel des Bankgesetzes IX. An der Grenze zum Machbaren - und ein wenig daruber hinaus X. Liberaler Politikstil am Fusse des Staates - Selbstverwaltung, Kommunalliberalismus und der Versuch des reformorientierten Umbaus der Behorden auf den unteren Verwaltungsebenen XI. Nationalliberaler Politikstil unter dem Eindruck einer aufziehenden Wirtschaftskrise XII. Innerfraktionelle Spannungen und Bismarcks erste Reformgedanken XIII. Die langen Schatten des Grunderschwindels XIV. Die Nationalliberalen geraten ins Hintertreffen - Bismarck stellt sich neu auf XV. Der Anfang vom Ende - Die Reichsjustizgesetze und der Streit unter den liberalen Fraktionen XVI. Neuorientierung des Nationalliberalismus - auf der Suche nach neuen Stilmitteln XVII. Das Scheitern des nationalliberalen Politikstils. Teil 1: Der Verlust des liberalen Markenkerns XVIII. Das Scheitern des nationalliberalen Politikstils. Teil 2: Fehlende Kompromissbereitschaft und mangelnde Fuhrung ", I. Überlegungen zum »politischen Code« der
Nationalliberalen

II. Der Paradigmenwechsel im Staatsrecht

III. Mangelnde Verfestigung der nationalliberalen Organisationsstruktur und ihre
Auswirkung auf die politische Schlagkraft

IV. Die organische Ausweitung der Reichsverwaltung und ihre verfassungsrechtlichen
Implikationen

V. Die Suche nach liberalen Politikangeboten – Vorgedanken zur Rekonstruktion einer
liberalen Programmsprache

VI. Kulturkampf, nationale Parole und »organische« Fortentwicklung des Staatswesens –
Grundzüge des nationalliberalen Politikstils

VII. Strukturelle Schwächen des liberalen Sprachcodes: Das »Reichsmilitärgesetz« –
ein altes Problem mit neuer Wahrnehmung

VIII. Der Kampf um den liberalen Markenkern am Beispiel des Bankgesetzes

IX. An der Grenze zum Machbaren – und ein wenig darüber hinaus

X. Liberaler Politikstil am Fuße des Staates – Selbstverwaltung, Kommunalliberalismus
und der Versuch des reformorientierten Umbaus der Behörden auf den unteren
Verwaltungsebenen

XI. Nationalliberaler Politikstil unter dem Eindruck einer aufziehenden
Wirtschaftskrise

XII. Innerfraktionelle Spannungen und Bismarcks erste Reformgedanken

XIII. Die langen Schatten des »Gründerschwindels«

XIV. Die Nationalliberalen geraten ins Hintertreffen – Bismarck stellt sich neu auf
XV. Der Anfang vom Ende – Die Reichsjustizgesetze und der Streit unter den liberalen
Fraktionen

XVI. Neuorientierung des Nationalliberalismus – auf der Suche nach neuen Stilmitteln
XVII. Das Scheitern des nationalliberalen Politikstils. Teil 1: Der Verlust des
liberalen Markenkerns

XVIII. Das Scheitern des nationalliberalen Politikstils. Teil 2: Fehlende
Kompromissbereitschaft und mangelnde Führung

  • By (author) Ansgar Lauterbach

»Lauterbach legt eine überzeugende Studie zur
politischen Performanz, den Handlungsspielräumen der Nationalliberalen und deren auf
lange Sicht betriebenen Versuch zur Errichtung einer parlamentarischen Monarchie und
dessen Scheitern vor. Es bleibt zu wünschen, dass die Arbeit den Anstoß für weitere
Publikationen im Bereich der Liberalismusforschung im Kaiserreich, so beispielsweise
für eine umfangreichere Arbeit zu den Nationalliberalen 1878 bis 1918 oder zum
Liberalismus in zahlreichen deutschen Bundesstaaten, gibt.« Michael Kitzing, in:
Zeitschrift für Parlamentsfragen, 2/2024