Gewalttätige Jugendkulturen – Symptom der Erosion kommunikativer Strukturen.
By (author) Gundula Schäfer-Vogel
Paperback (Published)
(April 2007)
ISBN: 9783428124756
5.83 x 8.82 inches
Price: $51.00
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Hooligans sind gewaltzentrierte Fußballfans, Skinheads eine äußerlich homogene, politisch heterogene, ideologisch überwiegend diffuse gewaltzentrierte Jugendkultur. Die Autonomen, die noch unzureichend erforscht sind und in der vorliegenden Arbeit ausführlich vorgestellt werden, können als ideologisch-thematisch vagabundierende gewaltzentrierte Radikale anarchistischer Prägung beschrieben werden.
So unterschiedlich diese Jugendkulturen sind – ihnen gemeinsam ist die Gewaltzentriertheit, die Anlass gibt, nach gemeinsamen strukturellen Ursachen ihrer Entstehung zu fragen. Aufbauend auf der Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas lassen sich gewalttätige Jugendkulturen als Symptom der Erosion kommunikativer Strukturen interpretieren. Ihre Entstehung ist auf die schleichende Kolonialisierung der Lebenswelt durch Übergriffe systemischer Imperative auf kommunikativ strukturierte Lebensbereiche zurückzuführen. Folgen der Kolonialisierung sind Störungen der Sozialisation, Enkulturation und sozialen Integration junger Menschen. Da ihre Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten verarmt sind, werden sie vermehrt gewalttätig. Die Gewalt stellt sich als Negation von Kommunikation und als universelle Ersatzsprache dar, die allein aufgrund ihrer Körperlichkeit allgemein verstanden wird. Gewalttätige Jugendkulturen haben Zulauf, weil sie Integrationsdefizite, Ich-Schwäche und Orientierungslosigkeit kompensieren und erosionsbedingte Frustrationen in gewaltförmigen Protest gegen die gesellschaftliche Ordnung kanalisieren.
Nachhaltig gewaltpräventive Wirkung kann nur eine radikale Demokratisierung der Gesellschaft entfalten, die die Lebenswelt vor einer fortschreitenden Kolonialisierung schützt und gewährleistet, dass in einer wiederbelebten demokratischen Öffentlichkeit auch potentielle jugendliche Gewalttäter eine Stimme haben, die sich heute vielfach nicht gehört, beachtet und ernst genommen fühlen.
Ausgezeichnet mit dem Carl-von-Rotteck-Preis 2004.
- By (author) Gundula Schäfer-Vogel
»Die Monographie von Sigrid Lorz kann als kenntnis- und aufschlussreiche Untersuchung zu einem praktisch zunehmend relevanten, wissenschaftlich aber noch wenig aufbereiteten Themenkomplex empfohlen werden. Die Arbeit ist klar strukturiert und verständlich geschrieben. [...] Lorz ist stets um ausgewogene Ergebnisse bemüht, indem sie neben der Haftungsbegründung zu Lasten des Arztes auch die Haftungsbegrenzung und die Eigenverantwortung des Patienten oder Klienten im Blick behält. Damit gibt die Arbeit der Rechtspraxis wertvolle Hinweise und vermag die künftige Diskussion anzuregen. Ihr ist weite Verbreitung und Beachtung in den Fachkreisen zu wünschen.« Christian Katzenmeier, in: Medienrecht, 6/2008
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