Die Konstanzer Marktstätte im Mittelalter und in der Neuzeit

Marianne Dumitrache mit Beiträgen von Dorothee Ade, Willy Groenman-van Waateringe und Hansjörg Küster

Book cover: Die Konstanzer Marktstätte im Mittelalter und in der Neuzeit

Extent: 456 pages

Publisher: Dr. Ludwig Reichert Verlag

Subjects: German Studies, Medieval Studies

Series: Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg

Series volume number: 5.0

Language: German

(Hardback) (Published)

(October 2018)

ISBN: 9783954902934

Price: $104.00

Out of stock

(PDF) (Published)

(January 2018)

ISBN: 9783954906925

Price: $87.00

Konstanz am Bodensee zählt zu den Städten Baden-Württembergs, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt überstanden haben. Seit den frühen 1980er-Jahren ist seine Altstadt einer der Schwerpunkte der archäologischen Denkmalpflege des Landes. In diesem Band werden die umfangreichen Grabungen der Jahre 1989–1992 im Bereich der Marktstätte und Brotlaube vorgelegt, die sich durch eine außergewöhnliche Befunddichte und große Mengen an Fundmaterial auszeichnen. Neben der detaillierten Auswertung der Grabungsbefunde durch Marianne Dumitrache, bei der neben der Bebauung die mittelalterliche Landgewinnung, der Hafenbau und die neuzeitliche Marktplatznutzung im Mittelpunkt stehen, werden in Beiträgen von Dorothee Ade und Willy Groenman-van Waateringe die Funde vorgestellt. Ein Beitrag von Hansjörg Küster zur Archäobotanik rundet den Band ab.<br/>


Konstanz am Bodensee zahlt zu den Stadten Baden-Wurttembergs, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt uberstanden haben. Aufgrund der ungebrochenen Besiedlungsgeschichte seit romischer Zeit und der besonders unter den Aufschuttungen am ehemaligen Seeufer hervorragend erhaltenen archaologischen Uberreste entwickelte sich die Konstanzer Altstadt seit den 1980er-Jahren zu einem der Schwerpunkte der archaologischen Denkmalpflege und der Mittelalterarchaologie des Landes. Es folgte eine Vielzahl von Ausgrabungen, die auch in eine Fulle von publizierten Grabungsberichten und Aufsatzen mundeten. Allerdings sind umfassende Auswertungen im Sinne einer vollstandigen Befundvorlage nach wie vor die Ausnahme – der vorliegende Band ist ein Beitrag dazu, diese Lucke zu schliessen. 1989 bis 1992 fanden im Bereich der Marktstatte gross angelegte Grabungen statt, die sich durch eine aussergewohnliche Befunddichte, hervorragende Erhaltungsbedingungen und grosse Mengen an Fundmaterial auszeichneten. Die detaillierte Auswertung der Befunde und Funde, die in diesem Band vorgelegt wird, erlaubt neue Einblicke in die Stadtentwicklung des Mittelalters und der fruhen Neuzeit. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Bebauung insbesondere die mittelalterliche Landgewinnung, der Hafenbau und die neuzeitliche Marktplatznutzung. Detailliert wird die topographische Entwicklung des Quartiers an der Marktstatte mit seinen mittelalterlichen Holz- und Steinbauten nachgezeichnet. Mit der Aufschuttung der Flachwasserzone im 12. Jahrhundert wurde in dem sudlich der Bischofsstadt direkt am Bodenseeufer gelegenen Gelande eine vor Uberflutungen geschutzten Flache zum Abhalten der Markte geschaffen und gleichzeitig ein Hafenbecken angelegt. Anhand der fruhen Holzbebauung der oberen Marktstatte aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts kann die Autorin die uberregionale Bedeutung der Bischofsstadt als Knotenpunkt des Fernhandels unterstreichen. Die etwa 230 Jahre andauernde kontinuierliche Bebauung des Marktstatter Quartiers ging schliesslich im schriftlich belegten verheerenden Stadtbrand von 1398 unter. Die Untersuchung der Baubefunde wird erganzt durch die Bearbeitung der archaologischen Funde. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Keramik, die auch fur die Datierung der Befunde eine wichtige Rolle spielt, daneben werden Metallobjekte, Glas sowie Stein-, Knochen- und Holzfunde behandelt. Zwei eigene Beitrage widmen sich den Lederfunden sowie den botanischen Resten aus den Ausgrabungen.

  • By (author) Marianne Dumitrache

Alles in allem: Die vorliegende Publikation ist kein unterhaltsames >Lesebuch<, auch kein Nachschlagewerk. Entstanden ist eine interessante, gut bebilderte, detail- und datenreiche Dokumentation zur topographischen Entwicklung von Konstanz. Sie liefert neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Markstätte und des Hafens vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Deutlich wird darüber hinaus, welche überregionale Bedeutung die Stadt im Mittelalter als Knotenpunkt des Fernhandels hatte.<br/><br/>Von: Sibylle Wrobbel<br/>In: Schwäbische Heimat 2019/4