LOPODUNUM VII

Edited by Roland Prien Edited by Christian Witschel

Book cover: LOPODUNUM VII

(Hardback) (Published)

(February 2021)

ISBN: 9783954904815

Price: $74.00

On back order

(PDF) (Published)

(January 2020)

ISBN: 9783954907076

Price: $62.00

Der siebte Band der Reihe „LOPODUNUM“ widmet sich neuen archäologischen und historischen Erkenntnissen zur Entwicklung der Stadt Ladenburg und ihres Umlandes zwischen der römischen und der karolingischen Epoche. Viele davon werden hier erstmals präsentiert, was eine neue Rekonstruktion der Stadthistorie während dieses gemein als ‚dunkel‘ geltenden Zeitraums ermöglicht. Die Geschichte von Ladenburg stellt sich nun als deutlich komplexer dar als zuvor angenommen: Der Ort behielt auch nach dem Ende der römischen Herrschaft zunächst seine Bedeutung, es kann aber keine ungebrochene Siedlungskontinuität konstatiert werden.


Die Stadt Ladenburg kann auf ein reiches historisches Erbe zuruckblicken: In der romischen Epoche war Lopodunum der Hauptort einer ausgedehnten Stadtgemeinde, der civitas Ulpia Sueborum Nicrensium, und ab der karolingischen Zeit ist Lobedtenburc als Zentrum des Lobdengaues belegt. Das konnte zusammen mit der Kontinuitat des Ortsnamens auf eine erhebliche Konstanz der administrativen Strukturen zwischen Antike und Fruhmittelalter hindeuten. Bei naherem Hinsehen stellt sich die Situation allerdings komplexer dar. Das liegt nicht zuletzt an dem Mangel an schriftlichen Quellen, denn diese fallen fur den Zeitraum zwischen der Mitte des 3. Jahrhunderts, als die romische Herrschaft ostlich des Rheines mit dem ‘Limesfall’ endete, und dem mittleren 8. Jahrhundert, als Ladenburg erstmals wieder im Lorscher Kodex Erwahnung fand, fast vollig aus. Umso wichtiger sind archaologische Befunde und Funde, deren Zahl in den letzten Jahren durch eine intensive Grabungstatigkeit in Ladenburg und Umgebung fur den hier in Frage stehenden Zeitraum, der gemeinhin als ‘dunkel’ gilt, stark zugenommen hat. Die bedeutendsten von diesen werden in dem vorliegenden Band – teilweise erstmals – vorgestellt und in den historischen Kontext eingebettet. So werden hier eine Gruppe von Postumus-Munzen aus Ladenburg publiziert, neue Interpretationen des spatromischen burgus und des mittelalterlichen ‘Bischofshofes’ prasentiert sowie aktuelle Erkenntnisse zu einem karolingischen Graberfeld im Stadtgebiet vorgelegt. Auch das Umland von Ladenburg ist stark vertreten, so durch Uberblicke zu den reich ausgestatteten fruhmittelalterlichen Graberfeldern der Region oder zu den spektakularen Grabungsergebnissen in Heddesheim und Mannheim-Vogelstang. Kritische Neubewertungen schon lange bekannter schriftlicher Quellen wie der gefalschten Urkunde des Merowingerkonigs Dagobert I. fur Ladenburg sowie historisch-archaologische Synthesen zu den verschiedenen moglichen Szenarien des ‘Limesfalles’ und zu Vergleichsregionen wie der spatantiken Pfalz runden den Band ab. Dadurch entsteht das Bild eines Zentralortes, der nach dem Ende der romischen Herrschaft seine Bedeutung zunachst behielt, wenn auch bei einem stark veranderten Aussehen der Bebauung. Eine ungebrochene Siedlungskontinuitat uber das gesamte Fruhmittelalter hinweg kann jedoch nicht konstatiert werden; vielmehr ist von einem partiellen Neubeginn in der spatmerowingisch-karolingischen Epoche auszugehen.

  • Edited by Roland Prien
  • Edited by Christian Witschel